Nach Norisring-Wochenende: Wut bei Mercedes bleibt

, 29.06.2016

Mercedes-DTM-Rennleiter Ulrich Fritz hätte sich ein drittes Rennen gewünscht - Christian Vietoris vergisst Ekström-Unfall nicht, aber setzt auf das Karma

Nach dem turbulenten Wochenende auf dem Norisring leckt man im Lager von Mercedes immer noch klaffende Wunden. In den beiden Wertungsläufen zur DTM-Saison 2016 in Nürnberg hatte Audi-Pilot Mattias Ekström die Piloten der Stuttgarter Marke um alle Siegchancen gebracht. Mit zwei diskussionswürdigen Manövern schoss der Schwede Christian Vietoris und Robert Wickens (Samstag) und Paul di Resta (Sonntag) ab. Mittlerweile hat Ekström die Schuld auf sich genommen.

Geholfen ist damit bei Mercedes niemandem. "Extrem enttäuschend", so Rennleiter Ulrich Fritz. "Eigentlich müssten wir sofort noch ein Rennen fahren. Wir haben gezeigt, dass Performance in den Autos war und in den Fahrern ebenso. Wenn man dann trotzdem mit mehr oder weniger leeren Händen nach Hause geht, dann ist es super enttäuschend. Man will dann sofort noch ein Rennen fahren und quasi die Wiedergutmachung einfordern."

"Ob man sagt 'extrem enttäuschend' oder 'Ekström enttäuschend' ist so ziemlich deckungsgleich", schmunzelt der Mercedes-DTM-Einsatzleiter. "Es halt so, dass er uns in zwei Rennen zweimal um die Siegchance gebracht hat. Am ersten Tag reißt er zwei unserer Jungs in Doppelführung liegend aus dem Rennen, am Sonntag macht er eine Aktion in der ersten Runde, die auch nicht sein muss. Das halbe Heck vom Paul di Resta reißt er weg."

"Wenn das die Art ist, wie wir Rennen fahren wollen, dann macht mich das nicht glücklich. Das bringt letztlich alle um den Lohn der harten Arbeit", fasst Fritz nach dem Rennwochenende zusammen. Christian Vietoris hat die mittlerweile etwas kleinlauten Äußerungen von Ekström zu Kenntnis genommen - mehr allerdings nicht. "Was Eki da gemacht hat, das geht einfach nicht", so der gebürtige Eifelaner, der am Samstag beste Aussichten im Rennen hatte.

"Für mich ist die Sache abgehakt, vergessen kann man so etwas aber nicht wirklich", sagt Vietoris. "Für Robert (Wickens) muss sich das Ganze eher wie ein Deja-vu anfühlen. Im letzten Jahr wurde er ja schon von einem anderen Audi-Fahrer in einen vor ihm fahrenden Mercedes geschoben. Aber ich halte es da mit Pascal Wehrlein. Der hat ja nach Spielberg davon gesprochen, das Karma immer wieder zurückkommt. Und letztendlich hatte er Recht und wir wurden Meister. Vielleicht läuft es dieses Jahr ja genauso."

Jetzt kommentieren
Jetzt bewerten

Zum Bewerten musst Du registriert und eingeloggt sein.

Weitere DTM-News

Kein Angriff: Lucas Auer blieb an Sonntag ganz brav hinter Paul di Resta

Auer steckt zurück: Mercedes-Schützenhilfe für Paul di Resta

Hat sich Mercedes im Kampf um den DTM-Titel bereits auf Paul di Resta festgelegt? Fakt ist, dass der Schotte, der in der Meisterschaft auf Rang drei liegt, am Sonntag auf dem Norisring Schützenhilfe von …

Robert Wickens ist Tabellenführer, obwohl er 2016 noch kein Rennen gewonnen hat

DTM Norisring 2016: Die Mercedes-Stimmen vor dem Rennen

"Der Norisring ist für uns so etwas wie unser Wohnzimmer", sagt Mercedes DTM-Chef Ulrich Fritz nicht ohne Grund. Insgesamt 18 Siege konnte Mercedes bei diesem Klassiker in Nürnberg bereits feiern. …

Zwischen Timo Scheider und Gary Paffett ging es etwas härter zur Sache

"Wieder unfair": Scheider weckt böse Mercedes-Erinnerungen

Das kommt den DTM-Fans irgendwie bekannt vor: Nach dem Sonntagsrennen in Spielberg gibt es Zoff zwischen Timo Scheider und Mercedes, weil der Audi-Pilot einen Fahrer der Stuttgarter von der Strecke …

Die Mercedes-Piloten sahen die Gegner von Audi 2015 häufig nur von hinten

Mercedes vor neuer Saison: "Müssen uns an Audi orientieren"

Pascal Wehrlein holte im vergangenen Jahr den ersten DTM-Fahrertitel für Mercedes seit 2010. Dementsprechend groß war der Jubel in Stuttgart nach der Saison. Gleichzeitig weiß man bei …

Felix Rosenqvist empfahl sich mit seinem Titelgewinn in der Formel-3-EM

Mercedes: Felix Rosenqvist neuer Test- und Ersatzfahrer

Mercedes hat Formel-3-Europameister Felix Rosenqvist als neuen Test- und Ersatzfahrer für die DTM-Saison 2016 verpflichtet. Der 24-Jährige übernimmt damit den Platz von Esteban Ocon, der …

AUCH INTERESSANT
20 unglaubliche Fakten: Pikes Peak und der Fabel-Rekord

AUTO-SPECIAL

20 unglaubliche Fakten: Pikes Peak und der Fabel-Rekord

Härter, schneller und noch krasser: „Pikes Peak“ ist der „Heilige Gral“ unter den Bergrennen und geht in die Extreme. Volkswagen war dort so schnell wie niemand zuvor und schaffte es, einen …


Motorsport-Total.com

TOP ARTIKEL
VW T-Cross: Der erste Check - das sind die großen Trümpfe
VW T-Cross: Der erste Check - das sind die …
Ford Kuga RS: Ein richtig starker Performance-SUV
Ford Kuga RS: Ein richtig starker Performance-SUV
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im Sport-Test?
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im …
News-Abo
Jeden Morgen kostenlos per E-Mail:
Aktuelle Artikel
McLaren 600LT Test: Liebe auf den ersten Kick
McLaren 600LT Test: Liebe auf den ersten Kick
VW T-Cross: Der erste Check - das sind die großen Trümpfe
VW T-Cross: Der erste Check - das sind die …
German Car of the Year 2019: Das beste Auto des Jahres
German Car of the Year 2019: Das beste Auto des …
Skoda Fabia Monte Carlo Test 2019: Der sportliche Einstieg
Skoda Fabia Monte Carlo Test 2019: Der …
Jaguar I-Pace Test: Bringt dieser Elektro-SUV die Wende?
Jaguar I-Pace Test: Bringt dieser Elektro-SUV …


Speed Heads - Sportwagen- und Auto-Magazin

Das Auto und Sportwagen Magazin mit täglich aktualisierten Auto News, Motorsport News, Auto Tests, Sportwagen Berichten und der streng geheimen Auto Zukunft. Speed Heads ist die Community für echte Auto-Fans und informiert im Sportwagen Magazin über Neuigkeiten aus der Welt der schnellen Autos.

  • emotiondrive Logo
  • Torpedo Run Logo
  • Motorsport Total Logo
  • autoaid Logo