Gerhard Berger: Die DTM kann auch ohne Mercedes überleben

, 01.08.2017

DTM-Chef Gerhard Berger sieht trotz Mercedes-Ausstieg eine gute Zukunft für die Rennserie - Neues Motorkonzept für 2019 soll bis Ende August finalisiert werden

Der Ausstieg von Mercedes aus der DTM und der Neuorientierung Richtung Formel E versetzte die Tourenwagenserie in einen Schockzustand. Die Ankündigung kam für viele überraschend und setzt ein Fragezeichen hinter die Zukunft der DTM. Werden BMW und Audi, die sich ebenfalls in der Elektrorennserie engagieren, die Serie gemeinsam fortsetzen? Kommt ein neuer Hersteller dazu? Auf die Verantwortlichen rund um Gerhard Berger kommt in den kommenden Wochen viel Arbeit zu. Die Weichen müssen neu gestellt werden.

"Für alle war es eine große Überraschung. Jetzt wird es drei oder vier Wochen brauchen, um ein Gefühl und Ruhe zu finden, um die richtigen Schritte zu setzen", wird Berger von 'Autosport' zitiert. "Und natürlich ist momentan auch Urlaubszeit. Aber die DTM ist viele Jahre mit nur zwei Herstellern gefahren - Mercedes und Audi. Ich sehe auch keinen Grund, warum das nicht wieder der Fall sein könnte. Außerdem haben wir jetzt eineinhalb Jahre Zeit, um hoffentlich einen weiteren Hersteller zu finden."

Mercedes war ein elementarer Bestandteil der alten und neuen DTM. Mit mehr als 180 Siegen ist es auch die erfolgreichste Marke. Zum letzten Mal wurde 2010 der Herstellertitel gewonnen. Der letzte Fahrermeister war Pascal Wehrlein 2015. "Es kam sehr überraschend", sagt der heutige Formel-1-Pilot über den Ausstieg. "Ich habe immer noch zu einigen Leuten bei HWA Kontakt und habe mit ihnen gesprochen. Es ist für sie keine einfache Situation."

Ein anderer Fahrer, der sehr eng mit Mercedes verbunden ist, ist Bernd Mayländer. Der Deutsche fuhr 1995/96 beziehungsweise von 2001 bis 2004 für Mercedes in der DTM. Seit dem Jahr 2000 ist Mayländer der offizielle Safety-Car-Fahrer der Formel 1, wo ebenfalls ein Mercedes zum Einsatz kommt. "Mercedes war immer ein Bestandteil der DTM. Ich kann das nachvollziehen, dass sich Mercedes für die Zukunft neu aufstellen will", kommentiert Mayländer bei 'DTM.com' den Ausstieg seiner Marke.

"Ich finde es trotzdem sehr schade, dass Mercedes 2019 nicht mehr am Start sein wird. Ich sehe die beste DTM seit vielen, vielen Jahren", lobt Mayländer die Rennaction. Deswegen sieht er den Ausstieg auch zwiegespalten: "Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Von der motorsportlichen Seite her würde ich Mercedes gerne weiter in der DTM sehen. Andererseits kann ich die in die Zukunft gerichtete Entscheidung für die Formel E auch komplett nachvollziehen."

Der Ausstieg reißt auf alle Fälle ein Loch in das DTM-Konstrukt. Wie wird es ab 2019 weitergehen? Entscheidend für die Zukunft könnte ein neues Motorenreglement mit Zweiliter-Turbomotor sein, wie es bereits in der japanischen Super-GT der Fall ist. Das könnte theoretisch den Einstieg für Marken wie Honda, Nissan oder Lexus erleichtern. Berger und das Team der ITR arbeiten im Hintergrund daran, das Motorkonzept für 2019 zu finalisieren.

"Wir befinden uns beim Motorkonzept in den finalen Gesprächen", so der Österreicher. "Ich würde sagen, dass ein Turbomotor mit zwei Litern und vier Zylindern auf der Pole-Position steht. Ich denke, wir werden Ende August wissen, in welche Richtung es geht." Ein aus Kostengründen angepasstes GT3-Reglement wäre für Berger nicht der richtige Weg für die DTM. "Es gibt verschiedene Ideen, aber für mich ist das Konzept der gegenwärtigen DTM-Autos brillant, aber wir müssen schauen, was wir tun können."

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