Herber Rückschlag für Marco Wittmann: "Bin mega enttäuscht"

, 26.09.2016

Marco Wittmann ist nach seiner Disqualifikation am Hungaroring tief enttäuscht, will aber kämpfen - Viel Kollegenzuspruch für zweites Opfer Daniel Juncadella

Das Sonntagsrennen der DTM in Budapest begann nicht nur mit einem Knall, es endete auch mit einem: Weil die Skidpads am Unterboden eine zu geringe Höhe aufwiesen, wurde Meisterschaftsleader Marco Wittmann (RMG-BMW) nachträglich vom Rennen auf dem Hungaroring ausgeschlossen. Der Deutsche verliert dadurch seinen vierten Platz und zwölf Punkte, sodass er zum Finale nach Hockenheim nur noch mit 14 Zählern Vorsprung (statt 26) auf Edoardo Mortara (Abt-Audi) reist .

"Ich bin mega enttäuscht, nach einem harten Rennen mit einem beschädigten, langsamen Fahrzeug nun aus der Wertung genommen zu werden", äußert sich der Ex-Meister auf Facebook zu seinem Rückschlag. Vorher hatte sich der 26-Jährige mit einem nach einer Startkollision waidwunden Auto über die Distanz geschleppt und von seinen BMW-Kollegen abgeschirmt Rang vier geholt, was ihn vor dem Saisonfinale in drei Wochen in eine äußerst komfortable Situation gebracht hätte.

BMW möchte die Sache allerdings nicht hinnehmen und hat bereits entsprechende Maßnahmen angekündigt: "Aus unserer Sicht ist der damit verbundene Wertungsausschluss nicht gerechtfertigt. Daher haben wir uns entschieden, gegen den Wertungsausschluss von Marco Berufung einzulegen und den Fall vom Berufungsgericht prüfen zu lassen", heißt es in einer offiziellen Mitteilung des bayrischen Herstellers.

Das Team RMG hat 96 Stunden Zeit, um die Berufung tatsächlich einzulegen, und noch eine weitere Woche, um diese auch zu begründen. Erst danach muss das Berufungsgericht entscheiden, ob das Urteil der Rennkommissare bestehen bleibt - bis dahin gilt Wittmann als ausgeschlossen. "Ich kann zu der Berufung gar nicht viel sagen, sondern nur das finale Ergebnis abwarten", meint der Deutsche. "Aber wer mich kennt, weiß: In Hockenheim werde ich kämpfen, so oder so."

Doch Wittmann ist mit diesem Rückschlag nicht allein: Auch Daniel Juncadella wurde aus dem gleichen Grund aus der Wertung ausgeschlossen. Der Spanier muss die bittere Pille schlucken, dass er auf dem Hungaroring seinen ersten DTM-Podestplatz eingefahren hat, seinen dritten Rang aber wieder verliert. Der HWA-Pilot nimmt es allerdings mit Humor: "Ich sammle schon Karma für die nächste Saison. Nehmt euch also in acht", scherzt er.

Juncadella bekommt nach seiner tollen Fahrt viel Zuspruch von seinen Kollegen: "Das ist Pech, Dani. Du hast es dir nach einer großartigen Leistung heute verdient", meldet sich etwa Mercedes-Kollege Gary Paffett (ART-Mercedes) zu Wort, und selbst Antonio Felix da Costa (Schnitzer-BMW) ist es fast peinlich, dass er den Podestplatz erben durfte: "Sorry, Dani! Er hat es verdient", sieht er eher den Spanier auf Rang drei. Doch der nimmt es locker: "Das ist okay, du zahlst die Drinks heute", antwortet er.

Juncadella hätte mit den 15 zusätzlichen Punkten einen großen Sprung in der Gesamtwertung gemacht. Aktuell liegt er mit sechs Zählern auf Rang 23, hätte sich mit seinem Ergebnis aber bis auf Rang 19 geschoben - vor den ehemaligen Meistern Mike Rockenfeller (Phoenix-Audi), Martin Tomczyk (Schnitzer-BMW) und Timo Scheider (Phoenix-Audi).

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