Mehr Straßenkurse in der DTM? Prinzipiell gerne, aber...

, 25.07.2016

Fahrer und Offizielle könnten sich mehr Stadtrennen in der DTM vorstellen - Es gibt jedoch auch einige Argumente, die gegen weitere Straßenkurse sprechen

Das Wochenende auf dem Norisring zählt Jahr für Jahr zu den großen Highlights der DTM-Saison. Zum einen lebt das Event von seiner großen Tradition, zum anderen aber auch davon, dass es sich dabei um den einzigen Straßenkurs in der DTM handelt. Das wirft zwangsläufig die Frage auf, ob sich dieses Erfolgsmodell auch auf andere Stadtkurse kopieren ließe. Prinzipiell stehen Fahrer und Offizielle diesem Thema offen gegenüber, doch es gibt auch Argumente gegen weitere Stadtrennen.

Die Piloten sprechen sich allerdings - wenig überraschend - ausnahmslos für weitere Straßenkurse im Kalender aus. "Mehr Stadtkurse wären wir mich gar kein Problem. Ich glaube, es ist wichtig, immer eine Mischung von allem zu haben. Ein paar Stadtkurse, aber auch normale Strecken. Das ist wichtig", erklärt BMW-Fahrer Bruno Spengler, für den der Norisring in jedem Jahr ein "Riesenhighlight" ist, das "sehr viel Spaß" macht.

"Ich würde mir wünschen, mehr Straßenkurse im Kalender zu haben", stimmt auch Mercedes-Pilot Lucas Auer zu und Audis Mike Rockenfeller erklärt: "Generell ist es immer geil, wenn du ein Rennauto am Limit bis an die Mauer oder Leitplanke zirkelst. Das macht glaube ich jedem Spaß. Da gibt es vielleicht mehr Adrenalin als auf einer normalen Strecke." Außerdem lobt "Rocky" die Fannähe der Straßenkurse.

"Ich finde, dass die Strecken mit langen Geraden, harten Bremszonen und Mauern links und rechts häufig bessere Rennen bieten", hebt Mattias Ekström auch noch einen sportlichen Pluspunkt heraus. Der Schwede erklärt: "Ich mag alle Strecken, die interessant für uns Fahrer sind. Mit den Autos und dem Reglement, das wir momentan haben, ist es nicht so lustig, auf Strecken zu fahren, wo es keine harten Bremspunkte gibt, denn da kann man nicht überholen. Es sind ziemlich statische Rennen."

Sein Straßenkurs-Fazit daher: "Von diesen Strecken könnten wir gerne mehr haben." In der Formel 1 ist die Anzahl der Stadtrennen in den vergangenen Jahren deutlich nach oben gegangen. So feierten in diesem Zeitraum unter anderem die Stadtkurse in Valencia, Singapur oder Baku ihr Debüt in der Königsklasse. Die Formel E setzt sogar im kompletten Kalender einzig und allein auf Rennen direkt in den Städten.

"Wir machen uns schon Gedanken, was dafür infrage kommen würde. Aber wir haben halt Ansprüche an Sicherheit, an das Thema Publikumsnähe und Attraktivität", bremst Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz die Erwartungen. Audi-DTM-Leiter Dieter Gass ergänzt: "Ein Stadtrennen ist natürlich auch immer mit hohen Kosten und hohem Aufwand verbunden. Man muss schauen, wie man so etwas auch kostendeckend für den Veranstalter abwickeln kann."

"Die nächste Frage wäre dann, ob man überall in Deutschland die Genehmigung bekommen würde", erklärt Gass und erinnert: "Das Norisring-Rennen ist ja letztendlich auch wegen der Tradition ein Event, das so viele Leute anzieht." Somit bleibt abzuwarten, ob in naher Zukunft tatsächlich weitere Straßenkurse ihren Weg in den DTM-Kalender finden werden. Momentan scheint es jedenfalls noch zu viele offene Fragen zu geben.

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