Pascal Wehrlein: "Das kann mir keiner mehr nehmen!"

, 17.10.2015

Mercedes-Pilot Pascal Wehrlein erfüllt sich den Traum vom DTM-Titel 2015: Der Glückscent im Auto, der Ingenieur am Funk und die Zukunftspläne

Ausgerechnet beim ersten Rennsieg seines speziellen Freundes Timo Scheider (Stichwort: "Timo, schieb ihn raus!") seit rund fünf Jahren darf Pascal Wehrlein am lautesten Jubeln. Der junge Mercedes-Pilot konnte sich am Samstag in Hockenheim mit einem achten Rang den DTM-Titel 2015 vorzeitig sichern. "Ich bin für Mercedes Champion geworden - ein Traum. Das kann mir keiner mehr wegnehmen", so die erste Emotion des jüngsten DTM-Titelträgers aller Zeiten.

"Für mich persönlich war es so, dass ich den Titel gewinnen musste - nicht konnte oder durfte", beschreibt Wehrlein den enormen Druck vor dem Start in das Rennen auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'. Die gesamte Mannschaft fieberte einen Tag vor seinem 21. Geburtstag mit dem Youngster. Ein Mechaniker des Autos #94 von Wehrlein hatte unter der Woche einen Glückscent gefunden. Dieser Talisman landete im Auto und brachte tatsächlich Glück.

"Als ich Mortara und Ekström überholt hatte, wusste ich, dass es ich das Ding habe, wenn alles fehlerfrei läuft. Ich wollte aber nicht auf Sicherheit fahren, sondern möglichst weit nach vorn. Mein Ingenieur war nervöser als ich. Er hat die ganze Zeit geredet, ich kam gar nicht dazwischen als ich im Ziel war", schmunzelt der neue Champion, der von seinem Team immer nur "Knaller" genannt wird. Nach erfolgreicher Zieldurchfahrt gab es innerhalb der Mannschaft überschwängliche Freude.

"Heute Abend essen wir mit allen zusammen und es gibt vielleicht ein Bierchen. Morgen muss ich ein Rennen fahren davor, davor gibt es bestimmt eine Alkoholkontrolle", lacht Wehrlein auf die Frage nach dem Ausmaß der abendlichen Party. Aufgehoben ist nicht aufgeschoben. "Am Sonntagabend reißen wir die Hospitality ab", verspricht Wehrlein, der aufgrund eines kleinen Regelverstoßes noch mit einer Strafe rechn

en muss, die aber auf den Ausgang des Titelkampfes keine Auswirkungen haben wird.

Anschnallpflicht auch in der DTM: Aussteigen gilt nicht

Gegen Wehrlein gibt es eine Untersuchung, weil er in der Auslaufrunde nicht angeschnallt war - auch in der DTM gilt schließlich die Gurtpflicht (Artikel 20.2). Der neue Meister drehte Donuts vor der Mercedes-Tribüne, stieg anschließend aus und jubelte auf dem Dach seiner C-Klasse. "Wenn man für Mercedes fährt, dann hält man in solchem Fall auch mal gern vor der Mercedes-Tribüne an", sagt er. "Wenn ich gewusst hätte, dass so etwas bestraft wird, dann hätte ich es gelassen."

"Ich bin der jüngste DTM-Champion. Wichtig ist erst einmal, dass ich überhaupt den Titel geholt habe, aber da der zuvor jüngste Titelträger 24 Jahre alt war und dies ein großer Unterschied ist, hat es für mich auch eine Bedeutung. Das ist cool", so Wehrlein, der in den kommenden Wochen bei seiner Großmutter auf Mauritius entspannen möchte. "Ich wette, ich habe schon einige Nachrichten aus Mauritius", sagt der noch 20-Jährige, dessen Mutter aus der ehemaligen französischen und später britischen Kolonie stammt.

Mit 15 Punkteergebnissen aus 17 Wertungsläufen der aktuellen DTM-Saison war Wehrlein der konstanteste Mann im Feld. "Er hat verdient den Titel geholt", meint Audi-Pilot Mike Rockenfeller. Der Erzrivale Timo Scheider gratulierte Wehrlein und sprach ebenfalls von einem "vollkommen verdienten" Gewinn der Krone. "Das kann man nicht so schnell begreifen. Es fühlt sich im ersten Moment super an. Es ist eine riesige Erleichterung. Wir haben fünf Jahre dafür gearbeitet, den Titel zu bekommen", so Mercedes-Rennleiter Ulrich Fritz. "Jetzt ist er da!"

Die große Frage ist, wie lange Wehrlein noch da sein wird. Seit Monaten wird über seinen Wechsel in die Formel 1 spekuliert. "In den kommenden zwei oder drei Wochen setzen wir uns zusammen und sprechen über die Zukunft. Jetzt genießen wir erst einmal, was wir hier erreicht haben", gibt sich der Youngster gelassen. "Den Titel zu verteidigen wäre auch schön", meint er und betont, dass er erneut mit der Nummer 94 fahren würde. Erste Ziel nach dem großen Erfolg: "Ich will morgen auf keinen Fall 24. werden!"

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