Piloten loben neues Rennsystem: Mehr Fahrzeit = mehr Spaß!

, 28.04.2015

Noch ist das neue Rennsystem mit Läufen am Samstag und Sonntag nicht getestet worden, doch die Piloten sind schon jetzt gepannt - oder wird Samstag langweilig?

Die DTM möchte 2015 mit mehr Action punkten. Aus diesem Grund hat man auch das komplette Rennwochenende umgeworfen und fährt nun zwei Qualifikationen und zwei Rennen - beides jeweils einmal am Samstag und einmal am Sonntag. Für die Zuschauer am Fernsehen und an der Strecke bedeutet das nun natürlich doppelte Action, und auch die Fahrer zeigen sich bislang begeistert über die Veränderung.

"Ich finde es generell sehr gut, denn als Rennfahrer möchte man Rennen fahren", betont BMW-Pilot Martin Tomczyk, der in seinen mittlerweile 15 Jahren in der DTM viel erlebt hat. "Und wenn man die Chance hat, ein Rennen mehr zu fahren, ist es schon eine Bereicherung - nicht nur für mich als Rennfahrer sondern auch für die Zuschauer, weil sie einfach mehr Rennaction an dem Wochenende sehen."

Auch sein Audi-Kollege Mike Rockenfeller muss dem zustimmen: "Ich sehe das genauso. Es ist als Fahrer immer schön, in der Meisterschaft mehr Chancen zu haben und mehr Rennen zu fahren", so der Audi-Pilot. Neuling Lucas Auer von Mercedes sieht in dem Doppelprogramm sogar einen persönlichen Vorteil: "Als Rookie kann man nur profitieren, wenn man so viele Rennen wie möglich fährt. Ich kann in meinem ersten Jahr viele Starts und viele erste Runden erleben", freut er sich auf die Herausforderung.

Gleiche Punkte in beiden Rennen? "Richtig so!"

Und während sich die Piloten dahingehend einig sind, dass mehr Rennen für einen Fahrer immer positiv sind, könnte zumindest die Punktevergabe für einen Streitpunkt sorgen. Denn obwohl das Rennen am Samstag mit 40 Minuten 20 Minuten kürzer als der Lauf am Sonntag ist und kein Pflichtboxenstopp absolviert wird, gibt es in beiden Läufen die identische Punktzahl zu erreichen.

Doch auch hier herrscht noch Einigkeit: "Dass es zweimal die gleiche Punktzahl gibt, sehe ich nicht negativ, sondern finde es genau richtig so", erklärt Mike Rockenfeller und findet bei BMW-Kollege Martin Tomczyk Zustimmung: "Es ist schön, zweimal die gleichen Punkte zu haben, weil die Herausforderung in beiden Rennen gleich hoch sein wird", meint der Rosenheimer und erklärt: "Die Länge an sich kann man vernachlässigen, ob es jetzt 40 Minuten oder eine Stunde ist. Für einen Fahrer ist das gleich, denn man gibt eh immer das Beste."

Doch ist das wirklich so? Denn es steht zu befürchten, dass die DTM-Piloten am Samstag mit gebremsten Schaum unterwegs sein werden - schließlich möchte man sich sein Auto nicht ruinieren, wenn am Sonntag noch eine weitere Qualifikation und ein weiteres Rennen anstehen: "Man muss natürlich schon schauen, dass man mit seinem Material sorgsam umgeht, denn am Sonntag habe ich noch einmal ein Rennen mit der gleichen Punktzahl, die ich gewinnen kann", überlegt Tomczyk.

Wird das Samstagsrennen zur Schnarchpartie?

"Wir haben mehr Fahrzeit, und bei mehr Fahrzeit kann natürlich mehr kaputtgehen", so der BMW-Pilot weiter. Zwar können die Mechaniker nach Ablauf der Protestfrist am Freitag wieder Hand an das Auto anlegen und kleinere Schäden reparieren, durch das Nachtarbeitsverbot werden größere Reparaturen aber zur Herkules-Aufgabe. Tomczyk weiß: "Wenn man einen Totalschaden hat, wird es sicher schwierig werden, das Auto wieder herzurichten für den nächsten Tag."

Doch Mike Rockenfeller kann die Fans beruhigen: Der Neuwieder geht nicht davon aus, dass sich die Fahrer im ersten Lauf am Samstag in Ruhe lassen werden. "Man muss nur überlegen: Wenn man ein Rennen gewinnt, bekommt man 25 Punkte. Wird man zweimal Vierter, ist das schon weniger - und das muss man erst einmal werden", begründet er seine Ansicht. "Ich denke schon, dass jeder versuchen wird, in jedem Rennen das Beste herauszuholen."

"Klar wird der ein oder andere ein bisschen mehr Risiko gehen am Samstag und vielleicht dadurch am Ende nicht gut sein und am Sonntag ein Problem haben, wenn das Auto zu stark beschädigt ist. Ich glaube aber nicht, dass die Rennen komplett anders werden", urteilt der Audi-Pilot. Ein erstes Bild kann man sich aber bereits an diesem Wochenende machen, wenn das neue System beim Saisonauftakt in Hockenheim auf Herz und Nieren geprüft wird.

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