Stuck kritisiert TV-Auftritt der DTM: "Es passiert zu wenig"

, 21.03.2017

Hans-Joachim Stuck kritisiert den TV-Auftritt der DTM und fordert, "die Show auf der Strecke zu verbessern"

Hans-Joachim Stuck kritisiert den TV-Auftritt der DTM und bewertet die Attraktivität der Serie im Fernsehen auf einer Skala von eins bis zehn "maximal mit einer Fünf". Im Gespräch mit 'SPONSORs' beklagt der ehemalige Rennfahrer die mangelnde Spannung während der Rennen. "Da passiert einfach zu wenig auf der Strecke", sagt er. "Als ich noch DTM-Rennen gefahren bin, da wurden die Karten zwischen den Herstellern jedes Wochenende neu gemischt. Heute ist das nicht mehr so."

Doch der Motorsport lebe von der Spannung und dem Wettbewerb auf der Strecke. "Und das wirkt sich wiederum auf die Attraktivität des Produktes aus - im Sponsoring, im Ticketing genauso wie im TV-Erlebnis", erklärt er. Der ARD, dem TV-Partner der DTM, gibt "Striezel" aber keine Schuld an der Misere: "Die ARD macht einen guten Job im Rahmen der DTM-Berichterstattung." Das Problem liege für ihn nicht beim Fernsehsender, sondern vielmehr "aufseiten der DTM". "Was soll beispielsweise TV-Experte Nobert Haug groß kommentieren, wenn auf der Rennstrecke nichts passiert?", ergänzt er.

Als Grund für die sinkenden Zuschauerzahlen nannte der ITR-Geschäftsführer, Florian Zitzlsperger, beim SPOBIS 2017 unter anderem das veränderte Konsumverhalten der Fans. Der Präsident des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB) stimmt ihm zu: "Die Interessen der Fans haben sich tatsächlich sehr stark verändert. Die Anhänger wollen nicht mehr drei Tage am Stück auf dem Plastikhocker an der Rennstrecke sitzen, sondern komprimiert Motorsport geboten bekommen."

Attraktives Rahmenprogramm steigert den Wert

Auch die Familienfreundlichkeit sei ein großes Thema. "Da will die Frau am Samstag etwas unternehmen und der Mann am Sonntag und das Kind an beiden Tagen", sagt Stuck. "Motorsportserien wie die DTM sollten daher natürlich darüber nachdenken, ihre Rennformate zu überprüfen. Vielleicht wäre es vor dem genannten Hintergrund zum Beispiel interessant, eine Ein-Tages-Veranstaltung zu etablieren."

Durch die Einbindung attraktiver Serien ins Rahmenprogramm, beispielsweise Rallycross oder GT Masters, könne die DTM einen Mehrwert für die Fans bieten und mehr Zuschauer an die Rennstrecke und vor die Fernsehgeräte locken. "Zudem muss der sportliche Wettbewerb stimmen: Motorsport ist Kampfsport. Für die DTM geht es also sehr stark darum, die Show auf der Strecke zu verbessern", weiß er.

Stuck: "Der Motorsport braucht Helden zum Anfassen"

"Auch die Fahrer spielen eine entscheidende Rolle", wenn es um die Attraktivität einer Rennserie geht. "Der Motorsport braucht Helden, die im Fahrerlager anfassbar sind", sagt der 66-Jährige. Aufgrund der "unnötigen Regelvorgaben" hätten sie kaum mehr Einfluss auf die technische Abstimmung ihrer Fahrzeuge. "Sie haben nicht die Möglichkeiten, das Rennauto nach ihrem Gusto einzustellen. Das muss sich ändern", fordert Stuck.

Auf die Frage, wie die DTM das Problem lösen und die Serie für Zuschauer wieder attraktiver machen könnte, äußert er sich geheimnisvoll: "Ich kann an dieser Stelle nicht zu viele Details verraten. Aber es ist ja im Gespräch, dass Gerhard Berger sich künftig in offizieller Funktion mehr mit den Themen der DTM beschäftigen könnte. Und er hat in den von mir genannten Bereichen tolle Ansichten, sodass ich sehr hoffe, dass er ein Amt übernehmen wird."

Doch trotz seiner Kritik sieht Stuck auch Positives an der DTM: "Es gibt kaum eine Rennserie, vielleicht mit Ausnahme der NASCAR in den USA oder der Rallycross-WM, die ihren Fans an den Rennwochenenden mehr Nähe bietet." Dafür gibt Stuck der DTM neun von zehn Punkten.

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