Alain Prost: "Die Show könnte besser sein"

, 13.12.2015

Ex-Formel-1-Weltmeister Alain Prost fordert stärkere Boliden mit weniger Aerodynamik: "Eigentlich das Gegenteil von dem, was sie jetzt planen"

Die Kritik an den geplanten Regeländerungen zur Formel-1-Saison 2017 lässt nicht nach. Im übernächsten Jahr sollen die Grand-Prix-Fahrzeuge noch mehr Abtrieb generieren. Gepaart mit breiteren Reifen soll der Effekt derart groß sein, dass die Rundenzeiten um mindestens drei Sekunden sinken werden. Als kontraproduktiv und sogar gefährlich bezeichnet Ferrari-Chefingenieur Aldo Costa die Pläne, viele Fachleute kritisieren den Ansatz, die Aerodynamik noch weiter zu stärken.

"Die Show könnte besser sein", sagt Ex-Formel-1-Weltmeister Alain Prost im Interview mit der 'Bild'. Der Franzose erklärt: "Es gibt einiges, was ich ändern würde. Ich wünsche mir andere Autos mit mehr Leistung, mit viel mehr mechanischem Grip. Die Reifen sollten breiter sein und die Aerodynamik darf nicht so eine große Rolle spielen. Eigentlich genau das Gegenteil von dem, was sie jetzt planen."

Die Formel 1 hat in den vergangenen Monaten einige Aufmerksamkeit verloren. Prost fordert eine konsequente Reaktion auf diese Tendenz. "Zum einen war 2015 kein gutes Jahr, weil wir viel über Dinge abseits der Rennstrecke diskutiert haben. Für die Fans und Zuschauer an der Strecke war es nicht immer einfach zu verstehen. Dazu kommt die totale Dominanz von Mercedes. Aber es war auch ein gutes Jahr für die Formel 1." So habe das Mercedes-Stallduell und die Dramatik um den Honda-Antrieb durchaus Interesse geschürt.

"Das Problem der Formel 1 ist, dass immer an einzelnen Sachen herumgeschraubt wird. Stattdessen muss man die gesamte Problematik erfassen", kritisiert Prost. "Meine Tochter ist 19 und war in Abu Dhabi erstmals bei einem Formel-1-Rennen. Glauben Sie, die guckt zwei Stunden ohne Unterbrechung auf den Fernseher, um sich ein Rennen anzusehen? Natürlich nicht. Meine Tochter hat ihr Handy, hat ihren Computer. Darüber müssen wir uns Gedanken machen: Wie kommen wir an die jungen Leute ran? Dafür reicht es nicht, zu sagen, die Formel 1 ist jetzt bei Twitter oder bei Facebook."

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