Alonso belebt Social-Media-Phänomen als Kameramann neu

, 11.11.2016

Fernando Alonso wird erneut zum Twitter-Phänomen: Er gönnt sich ein spontanes Praktikum als Kameramann nach technischem Defekt - Und hat sichtlich Spaß!

Plant hier jemand für die Zeit nach der Formel-1-Karriere? Fernando Alonso zog beim Großen Preis von Brasilien 2016 ein Jahr nach seiner legendären Campingstuhl-Einlage wieder die Aufmerksamkeit auf sich: Nachdem sein McLaren-Honda schon im Vorjahr in Q1 ausgerollt war, tat er es dieses Mal im zweiten Freien Training in Sao Paulo wieder. Anders als im Vorjahr schien Alonso aber diesmal der Arbeitseifer zu packen: Kurzerhand machte er ein spontanes Praktikum als Kameramann.

Im vergangenen Jahr wurde der spanische Doppelweltmeister zum Social-Media-Phänomen, als er sich zunächst in einem Liegestuhl sonnte und danach mit Jenson Button das Siegerpodest erklomm. Der Campingstuhl ist unter dem Hashtag #PlacesAlonsoWouldRatherBe (Deutsch: Orte, an denen Alonso lieber wäre) auch ein Jahr später noch in den sozialen Medien präsent, wenn auch natürlich nicht mehr ganz so prominent wie vergangenes Jahr.

Nun erlebt der Hashtag eine Wiederbelebung: 36 Minuten vor Schluss musste Fernando Alonso seinen McLaren MP4-31 wegen einer Anomalie am Wasserdruck im Hybridsystem abstellen. Der Spanier schnappte sich daraufhin die Kontrolle über eine ferngesteuerte Kamera, die sich von einem Bedienpult neben der Strecke aus bedienen lässt. Nach einer kurzen Einweisung durfte er ran.

Leistung als Kameramann ausbaufähig

Der Versuch, den Force India von Sergio Perez bei der Fahrt aus dem Senna-S in die langgezogene Curva do Sol einzufangen, lässt sich aber nur als ausbaufähig beschreiben: Das Bild war arg verwackelt und der Zoom stimmte nicht ganz.

"Ja, ich muss meine Skills noch etwas verbessern", grinst der 35-Jährige, der sich in bester Laune zeigte und die gesamte Journalistenrunde zum Lachen brachte. "Sie sagten mir über das Headset, dass Perez kommt und dass ich ihn finden solle. Ich habe so ziemlich alles gefunden: Die Sonne, den Asphalt, aber nicht Perez. Ich fühle mich richtig mies. Ich werde darum bitten, dass ich beim Porsche Cup nochmal filmen darf, um mehr Übung zu bekommen."

Ende der Geschichte: Reichlich humorvolle Memes in den sozialen Medien, reichlich erheiterte Zuschauer, ein glücklicher Kameramann und ein Alonso, der trotz des ärgerlichen Problems trotzdem noch gut lachen kann.

Aber auch nicht über alles, denn die Kamera-Geschichte hat einen ernsthaften Hintergrund: Bevor er sich dem Kameramann zuwendete, beobachtete Alonso die Konkurrenz in den ersten drei Kurven genau. Anders als im Vorjahr musste er diesmal allerdings stehen. Das war für ihn keine sonderlich erbauliche Zeit. "Ich hätte einschlafen können", gesteht er. "Die Fans wollen schnelle Autos sehen, die ihnen die Münder offen stehen lassen. Wir sollten die Zuschauer auf den Tribünen dafür bezahlen, sich das anzuschauen."

Der anschließende Versuch, mit herumliegenden Steinen Fußball zu spielen, schien auch keinen dauerhaften Spaß zu versprechen. Praktisch, dass letztlich noch die Kamera in der Nähe war. Das hat dann wiederum mehr Spaß gemacht. "Ich muss noch etwas Übung mit den Joysticks bekommen, denn die scheinen sehr, sehr empfindlich zu reagieren", so der Asturier.

Auch Button in Problemen

Mit seiner humorvollen Einlage tröstet Alonso über einen sonst wenig berauschenden Tag von McLaren-Honda hinweg: Zwar sehen die Plätze zehn (Button) und elf (Alonso) im zweiten Freien Training (nach den Plätzen 13 für Button und 14 für Alonso im FP1) ganz gut aus, doch keiner der Fahrer konnte ein ordentliches Longrun-Programm abspulen. Button, der sein (höchstwahrscheinlich) vorletztes Formel-1-Rennen an diesem Wochenende bestreiten wird, erklärt: "Wir konnten beide nicht viel fahren, weil es ein Problem mit der Temperatur im Auspuff gab. Das Problem ist recht einfach abzustellen."

Aber eben nicht innerhalb eines Trainings. Button bekam die Probleme auf seinem Lenkrad in Form roter Lämpchen angezeigt. Ob das Problem letztlich zum Alonso-Ausfall führte, muss McLaren noch herausfinden. "Mit wenig Sprint läuft es nicht schlecht und macht recht viel Spaß", konstatiert Button. "Ich hoffe, wir schaffen es ins Q3. Aber wir müssen erst einmal warten, was das Wetter macht."

Auch Alonso rechnet sich realistische Chancen auf einen Einzug ins letzte Qualifying-Segment aus: "Morgen müssen wir ein gutes Qualifying haben, weil Überholen auf dieser kurzen Strecke ziemlich schwierig wird. Wir scheinen ein bisschen konkurrenzfähiger zu sein als in den vergangenen Rennen." Zunächst einmal aber wird er sich mit seinen Kollegen über die gelungene Einlage amüsieren.

Noch einmal zur Ausgangsfrage, ob Kameramann ein zukünftiger Job für die Zeit nach der Formel 1 wäre: "Ich glaube, man hat gesehen, dass ich da nicht gut genug drin bin, um irgendetwas zu übertragen. Ich bleibe erst mal auf der Strecke für den Moment, das liegt mir mehr", lacht Fernando Alonso.

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