Bernie Ecclestone: Frauen sind zu schwach für die Formel 1

, 20.04.2016

Bernie Ecclestone hält Frauen für zu schwach, um ein Formel-1-Auto schnell zu fahren und erntet damit heftigen Widerspruch von Rennfahrerinnen

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat wieder einmal mit einer kontroversen Aussage für eine Menge Wirbel gesorgt. Bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der "Advertising Week Europe" in London behauptete der 85-Jährige am Dienstag, Frauen würden als Rennfahrerinnen in der Formel 1 nicht ernst genommen. "Ich weiß nicht, ob eine Frau körperlich überhaupt in der Lage wäre, ein Formel-1-Auto schnell zu fahren. Ernst genommen würde sie eh nicht", wird Ecclestone von mehreren britischen Medien übereinstimmend zitiert.

Dieser Macho-Spruch Ecclestones kam bei Rennfahrerinnen naturgemäß nicht gut an. Als erste meldete sich die frühere britische IndyCar-Pilotin Pippa Mann bei Twitter zu Wort: "Vielleicht sollte ihn mal jemand daran erinnern, dass IndyCars keine Servolenkung haben. Und wir sind also nicht stark genug, um die zu fahren?", so Mann und erinnerte an erfolge von Danica Patrick oder Simona de Silvestro in der IndyCar-Serie.

Auch ihre Landfrau Alice Powell, die 2010 die britische Formel-Renault-Meisterschaft und 2012 als erste Frau bei einem GP3-Rennen in die Punkteränge gefahren war, ärgert sich über Ecclestone. "Jemand muss ihm das Gegenteil beweisen", sagt Powell der 'BBC'.

"Man sollte Frauen ermutigen, denn sie wollen in die Formel 1 kommen", fordert die 23-Jährige, die momentan für das Nachwuchsprogramm von Susie Wolff arbeitet. Doch mit seinen Sprüchen bewirke Ecclestone genau das Gegenteil. "Solche Kommentare von Bernie helfen nicht, sondern vergraulen Sponsoren, wenn eine schnelle Frau kommt."

In der Tat fährt Ecclestone in Sachen Frauen und Formel 1 seit langem eine widersprüchliche Strategie. Einerseits äußerte er den Wunsch nach einer konkurrenzfähigen Frau in der Formel 1, andererseits spricht er Frauen regelmäßig die dafür notwendigen Fähigkeiten ab.

In Führungspositionen der Formel 1 kann sich Ecclestone Frauen dafür umso besser vorstellen. "Frauen sind kompetenter und haben nicht so große Egos", schlägt der Formel-1-Boss versöhnliche Töne an.

Ecclestone äußerte sich bei der Konferenz auch zu einigen politischen Fragen - und auch hier durchaus kontrovers. So erklärte er, Immigranten hätten nichts zu Großbritannien beigetragen, lobte den US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump sowie erneut den russischen Präsidenten Wladimir Putin ("er sollte Europa regieren") und plädierte für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union.

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