Bernie Ecclestones leiser Abschied: Formel 1 nicht mehr Alltag

, 06.06.2017

Der Ex-Formel-1-Boss geht weiter früh in sein Büro und spät nach Hause, nimmt sich aber mehr Zeit für Reisen mit der Ehefrau - Er sei "scharfer Beobachter" geworden

Der entmachtete Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat sein Leben nach seiner Degradierung nur in einigen Bereichen geändert. Wie der 86-Jährige im Interview mit dem Schweizer 'Blick' sagt, würde er zumindest teilweise den gleichen Alltag wie zu seiner Zeit als Geschäftsführer des Formula One Managements (FOM) pflegen. "Ich gehe weiter sehr früh in mein Büro und verlasse es oft sehr spät. Da behalte ich meinen Rhythmus", erklärt Ecclestone, der weiter in London-Knightsbridge arbeitet.

Dennoch besitzt der Brite mehr Freiraum, um mit Ehefrau Fabiana Fiosi um die Welt zu jetten. "Wir reisen oft und sind nicht mehr von meiner früheren Rennagenda abhängig. Das hat sich geändert", meint Ecclestone, der zuletzt jedoch bei den Grands Prix von Monaco, Spanien, Russland und Bahrain auftauchte - bei allen vier jüngsten Stationen des Formel-1-Zirkus. Es erweckt nicht den Anschein, dass sich beim Zampano vergangener Tage im Ruhestand alles grundlegend verändert hätte.

Mit der Formel 1 abzuschließen ist schwierig für ihn. "Kein Wunder", findet Ecclestone. "Ich war und bin mit diesem Thema seit Jahrzehnten extrem eng, auch emotional, verbunden." Er räumt ein, eine andere Rolle gefunden zu haben. Er sei ein "scharfer Beobachter" geworden, aber im Herzen "immer noch ein Racer", beschreibt Ecclestone seine Selbstwahrnehmung. Das klingt weniger nach Druck auf Liberty Media und Chase Carey, denen er vor einigen Wochen in einem Interview gedroht hatte.

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