Brawn: Für Wolff und Lauda ist 2017 erste Bewährungsprobe

, 06.11.2016

Der Ex-Teamchef lobt seine Nachfolger und versteht, warum sie ihn bei Mercedes abgelöst haben - Er findet: "Die Truppe ist heute stärker als damals"

Ex-Mercedes-Teamchef Ross Brawn ist der Meinung, dass seine Nachfolger Toto Wolff, Paddy Lowe und Niki Lauda in der Saison 2017 vor der wohl größten Bewährungsprobe ihrer Amtszeit stehen würden. Das Formel-1-Team der Silberpfeile hätte das Trio nach seinem Abgang zwar auf Kurs gebracht. "Aber Umstände wie diese ändern die Gegebenheiten", spielt Brawn im Gespräch mit dem 'Telegraph' auf die große Regelnovelle an, die die Königsklasse im Winter erwartet.

Schließlich liefen die Vorbereitungen für die jüngste Formel-1-Zäsur - die Einführung der Hybrid-Antriebe im Jahr 2014 - schon weit vor der Ägide der aktuellen Spitze an. Wolff, Lowe und Lauda müssen einen solchen Einschnitt zum ersten Mal stemmen. Doch Brawn ist zuversichtlich, weil er weiß, was sie aus der Mercedes-Truppe, die er zwischen 2010 und 2013 auf die Zukunft vorbereitet hat, gemacht haben: "Sie haben den Faden aufgenommen und ihn weitergesponnen", meint er.

Brawn will keine Lorbeeren für sich selbst. Er gönnt seinen Nachfolgern den Ruhm: "Ich habe es Toto auch direkt ins Gesicht gesagt: 'Ihr hattet eine großartige Gelegenheit und habt viel mehr daraus gemacht'", lobpreist er den aktuellen Mercedes-Sportchef und erkennt bei der 'BBC' einen Aufwärtstrend verglichen mit seiner Amtszeit: "Sie mussten Strukturen verbessern. Das Team ist heute stärker als damals." Denn Brawn weiß, dass er nicht alles richtig gemacht hat.

"Mein Fehler war es, dass ich mich nicht genug auf den Vorstand eingelassen habe. Ich habe nicht ausreichend Zeit mit seinen Mitgliedern verbracht, um ihnen zu erklären, was wir tun", blickt der Brite zurück. Ende 2012 lief es auf ein Ultimatum heraus: Aufhören oder mit mehr Investitionen durchstarten. Daimler entschied sich, mehr Geld in das Projekt zu stecken und Wachstum zu ermöglichen. "Aber der Vorstand hatte da schon etwas Vertrauen in mich verloren", weiß Brawn.

In Stuttgart wollte man also eine Absicherung, wenn mehr Mittel nach Brackley fließen. "Sie haben Niki eingesetzt, um einen anderen Blick auf die Geschehnisse zu erhalten." Dann kamen Wolff und Lowe. In seiner Autobiografie spricht Brawn an dieser Stelle von fehlendem Vertrauen, relativiert diese Aussage aber und verweist darauf, dass mangelnde Kommunikation seinerseits die Situation erst heraufbeschworen hätte: "In meinem Buch will ich erklären, welche Fehler ich gemacht habe", sagt Brawn. Mercedes-Siege würden ihn zufrieden und nicht wehmütig oder neidisch stimmen: "Viele der Mitarbeiter sind Freunde und letztlich ist alles ein bisschen BrawnGP. Sie verdienen jeden Sieg, den sie holen."

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