Cockpitschutz in der Formel 1 beschlossen: Halo kommt 2017

, 24.02.2016

Die Mitglieder von Strategiegruppe und Formel-1-Kommission haben sich auf die Einführung des Halo-Systems geeinigt: Ab 2017 mehr Sicherheit im Cockpit

Der Streit um einen besseren Schutz der Formel-1-Piloten vor umherfliegenden Wrackteilen ist offenbar beigelegt. Bei den Sitzungen der Strategiegruppe und der Formel-1-Kommission am Dienstag in Genf haben sich die Verantwortlichen offenbar auf die Einführung des Halo-Systems zur Saison 2017 verständigt. Der Motorsport-Weltrat der FIA muss dem Plan am 4. März noch zustimmen. Dies gilt jedoch als Formsache, zumal der Automobil-Weltverband in dieser Thematik viel Druck aufgebaut hatte.

"Es ändert nicht viel. Als Fahrer juckt mich das wenig", sagt Force-India-Pilot Sergio Perez. Der Mexikaner kann also mit der neuen Lösung leben - die jedoch alles andere als unumstritten war. Nachdem die FIA das Halo-System nach umfangreichen Studien, die auch von der Fahrergewerkschaft GPDA unterstützt wurden, für den besten Ansatz hielt, hatte Red Bull noch einmal einen Vorstoß mit einer Cockpitkuppel gemacht, der durchaus Anklang gefunden hatte.

"Es ist meine persönliche Sache. Ich mag es nicht. Meiner Meinung nach sollten die Cockpits offen sein. Der Monopostosport war immer so und es sollte so bleiben", meint Nico Hülkenberg, der umfangreiche Erfahrungen mit geschlossenen Autos machen durfte, als er im vergangenen Jahr im Porsche 919 die 24 Stunden von Le Mans gewann. "Sportwagen sind so, und das ist in Ordnung", sagt der Emmericher, der in der Formel 1 weiterhin ein komplett offenes Cockpit vorziehen würde.

"Wenn es den Sport sicherer macht, dann bin ich dafür", meint der erfahrene McLaren-Pilot Jenson Button. "Es könnte aber schwierig werden, in fünf Sekunden aus dem Auto zu kommen, denn es gibt diesbezüglich eine Regel. Es ist schon so schwierig genug, in fünf Sekunden aus einem Formel-1-Auto zu kommen. Wie es mit Halo sein wird, kann ich nicht beurteilen." Die bisherigen Versuche von FIA und GPDA hatten eine "schnelle Flucht" aus dem Cockpit nicht als Schwachstelle ausgemacht.

Das neue Halo-System soll die Piloten zukünftig vor umherfliegenden Wrackteilen schützen. Nicht zuletzt durch den tödlichen Zwischenfall in der IndyCar-Serie, wo Ex-Formel-1-Pilot Justin Wilson von Trümmerteilen am Helm getroffen wurde und verstarb, wurde der Szene deutlich, dass in diesem Punkt Handlungsbedarf besteht. Der ehemalige Grand-Prix-Pilot Anthony Davidson erklärte nach Versuchen im Simulator: "Ich kann mir nichts Besseres vorstellen. Die Sicht ist sogar besser als in einem geschlossenen LMP1-Sportwagen."

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