Ecclestone über Ferrari: Italiener haben keine Erfolgs-DNS

, 05.01.2017

Der Formel-1-Boss stellt ein schlechtes Zeugnis aus, fühlt sich an die Neunzigerjahre erinnert und rät der Scuderia offenbar, Sebastian Vettel mehr Einfluss zu gestatten

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone traut es Ferrari nicht zu, in absehbarer Zeit wieder an der Spitze des Feldes mitzumischen. Wie er der "Sport Bild' erklärt, sei für die Dauerkrise der Scuderia nicht Sebastian Vettel verantwortlich, sondern ein Kurswechsel unter dem neuen Präsidenten Sergio Marchionne. "Ferrari ist wieder in die Zeit vor Schumacher und Todt zurückgefallen", sagt Ecclestone und spielt auf chaotische Verhältnisse zu Beginn der Neunzigerjahre an, ehe es zum Umbau kam.

Mit dem späteren Rekordweltmeister, dem heutigen FIA-Präsidenten, Technikchef Ross Brawn und Designer Rory Byrne kamen die bestimmenden Kräfte der Roten infolgedessen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Südafrika. Nicht mehr aus Italien. Das sei wieder das Problem bei Ferrari, findet Ecclestone. "Dort arbeiten zu viele Italiener", moniert er und unterstellt Mentalitätsprobleme: "Nichts gegen Italien, aber ein Team erfolgreich zu führen ist nicht in ihrer DNS verankert."

Mercedes-Sportchef Toto Wolff hingegen nannte Nationaldenken und die Abwesenheit von Söldnern kürzlich einen Mehrwert und eine neue Stärke Ferraris. Einig ist er sich mit Ecclestone darin, dass Vettel als Piloten die Hände gebunden wären. "Es ist nicht seine Schuld, dass er nicht gewinnt. Es liegt am Auto und am Team", so der Zampano. Er widerspricht Maurizio Arrivabene, der den viermaligen Champion bereits als Hansdampf in allen Gassen bezeichnete, und rät offenbar zu mehr Einfluss durch Vettel.

"Ferrari braucht frisches Blut", meint Ecclestone. "Ich bin sicher, Sebastian tut alles, was in seiner Macht steht, um Erfolg zu haben. Die Frage ist, wie viel sie ihn tun lassen." Dennoch rechnet der 86-Jährige nicht damit, dass Vettel Maranello bald verlässt - weil er seine Aufgabe erfüllen wollte.

Nach dem Abgang des Briten James Allison als Technikchef haben 2017 mit seinem Nachfolger Mattia Binotto und Simone Resta als Designer wieder zwei Italiener den Hut auf. Von Arrivabene ganz zu schweigen. Einzige nennenswerte Ausnahme ist der britische Chefingenieur Jock Clear.

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