Einsamer Mohikaner: Nur Marchionne plädiert für Nachtanken

, 10.06.2015

Der Ferrari-Boss glaubt an mehr Spannung durch neue strategische Optionen, die auch David Coulthard würdigt - Detaillierte Betrachtung erwünscht

Gegen die Idee, das Tankstopp-Verbot in der Formel 1 abzuschaffen, hat sich nicht erst am Rande des Kanada-Grand-Prix Widerstand formiert. Das Comeback wirkt zunehmend unwahrscheinlicher, doch es meldet sich ein einsamer Befürworter zu Wort: Sergio Marchionne. Der Ferrari-Präsident betont, dass er sich ein Plus an Spannung vorstellen kann und die Rennen nicht vorhersehbarer werden müssten: "Den Beweis habe ich noch nicht gesehen", sagt Marchionne.

Trotzdem verspricht er sich von der Idee nicht das Allheilmittel für die Probleme der Königsklasse. "Das Nachtanken hat an sich keinen Mehrwert - außer, dass die Rennen variabler werden", meint Marchionne und legt das Augenmerk auf strategische Optionen im Rennen, insbesondere die Füllmenge beim Start und die Anzahl der Stopps. "Es gibt Leute, die behaupten, es führe zu einem vorhersehbaren Modell, bei dem jeder zur gleichen Zeit tankt", zweifelt er die Argumentation der Kritiker an.

Marchionne wird deutlich: "Das ist absoluter Unfug. Gerade, wenn man es mit mehr Freiheiten bei der Reifenwahl kombiniert, was ich für noch wichtiger halte. Es gibt den Willen bei Pirelli." Ob er sich darunter mehr Mischungen, die freie Auswahl aus dem gesamten Spektrum des Zulieferers oder die Abschaffung der Pflicht, im Rennen zwei verschiedene Gummis zu nutzen, vorstellt, lässt er offen. Fest steht für den Ferrari-Boss nur, dass die Piloten ihr Bestes geben: "Es ist keine Frage der Fahrerqualität."

Zumindest nicht in die Phalanx der Gegner reiht sich David Coulthard ein, wenn er in seiner 'BBC'-Kolumne über die Jahre mit Tankstopps schreibt: "Ich fand es großartig. Die Autos waren schnell und die Fahrer immer am Limit." Doch der Schotte zeigt sich auch skeptisch: "Auf der anderen Seite stehen die Fakten: Von 2009 auf 2010, als nur das Nachtanken verboten wurde und sich sonst nichts änderte, hat sich die Zahl der Überholmanöver mehr als verdoppelt." Coulthard wägt ab und kommt zu einem klaren Urteil: "Trotzdem würde es mir gefallen."

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