Fernando Alonso: Formel 1 in New York oder L.A. denkbar

, 13.03.2016

Als erster Formel-1-Pilot überhaupt hat Fernando Alonso die neue Strecke in Baku besichtigt - Wo er Vorteile zu anderen Stadtkursen sieht

Als offizieller Botschafter des Europa-Grand-Prix in Aserbaidschan hatte McLaren-Pilot Fernando Alonso vor wenigen Tagen als erster Fahrer überhaupt die Gelegenheit, den neuen Stadtkurs durch Baku in Augenschein zu nehmen. Am 19. Juni 2016 wird die Formel 1 hier ihr Renndebüt geben und dabei mitten durch die aserbaidschanische Hauptstadt brettern. Alonso glaubt, dass Fahrer und Fans dabei gleichermaßen auf ihre Kosten kommen werden.

"Die Strecke ist sehr einzigartig und nicht vergleichbar mit anderen Kursen im Kalender", lobt der Spanier den gut sechs Kilometer langen Kurs. "Das wird der schnellste Stadtkurs der Welt! Und das ist toll für einen Fahrer, schließlich mögen wir die Geschwindigkeit." Andere Stadtkurse seien oft sehr eng und deshalb für die Piloten nicht schön zu fahren. "Für die Zuschauer ist das zwar spektakulär, aber für uns als Fahrer ist es das nicht wirklich. Hier können wir beides kombinieren: spektakuläre Bilder und Geschwindigkeit", so Alonso.

Er sei sehr glücklich mit dem, was er gesehen habe. Eine erste Testfahrt durfte der Spanier auch schon absolvieren. "Ich bin von Kurve 15 bis Kurve 1 gefahren, also auch auf der sehr langen Gerade. Die zwei bis drei wichtigsten Stellen werden wohl die sehr engen Abschnitte sein", erklärt Alonso und hebt vor allem Kurve 8 hervor, die dicht an den alten Stadtmauern Bakus vorbeiführt. Auch die darauffolgenden Linkskurven seien eine Herausforderung, da sie bergauf und daher blind angefahren werden.

Fernando Alonso: Keine Sicherheitsbedenken in Baku

Was die Reifenwahl angeht, werden die Fahrer bei ihrer Premiere in Baku auf die Rot-Gelb-Weiß-Sets von Pirelli zurückgreifen können. Wie auch in Melbourne, Bahrain, China und Russland stellt der Reifenhersteller hier die Mischungen Supersoft, Soft und Medium zur Verfügung. "Wir konnten den Asphalt nicht messen, denn das ist ein wichtiger Faktor für die Reifenwahl", sagt Pirelli-Manager Mario Isola. "Ohne weitere Informationen können wir nicht das Risiko eingehen und Ultrasoft auswählen." Man habe sich auf Simulationen der Teams und das Streckenlayout verlassen müssen.

Letzteres verspreche viel Action: "Ich denke, die Leute werden es lieben, die Formel-1-Autos mit bis zu 300 km/h hier durch die Stadt fahren zu sehen", ist Ex-Weltmeister Alonso überzeugt. Sicherheitsbedenken hat er nicht: "Die Schutzvorkehrungen entsprechen den Standards der Formel 1. Sie tun alles, um das Risiko zu minimieren." Natürlich bleibe es ein gefährlicher Sport, jedoch sei an brisanten Schlüsselstellen in Baku für hinreichend Auslauf gesorgt. Auch die engen Passagen hält er nicht für zu gefährlich: "Natürlich ist es eng, aber auch langsamer im Vergleich zu anderen Streckenabschnitten."

Alonso glaubt, dass auch seine Formel-1-Kollegen den Kurs genießen werden, nicht zuletzt wegen der sich bietenden Überholmöglichkeiten. Dafür biete sich aus seiner Sicht vor allem die rund zwei Kilometer lange Gerade Richtung Start-Ziel an. "So etwas gibt es auf anderen Stadtkursen selten. Oft ist es dort so eng, dass du kaum überholen kannst", erklärt der McLaren-Fahrer. "Das Ergebnis des Qualifyings ist dann oft auch das Ergebnis des Rennens. Hier wird das anders sein."

Formel-1-Rennen in New York oder Los Angeles?

Und Alonso erkennt einen weiteren Vorteil in Baku: die kurzen Wege. "Es ist alles sehr zentral und praktisch. Oft brauchen wir vom Hotel zur Strecke anderthalb Stunden. Hier ist alles gleich um die Ecke", lobt der Spanier. Die Nähe zum Meer und das gute Wetter erinnere ihn ein wenig an seine Heimat. Ob die Aserbaidschaner jedoch auch so ein Partyvolk seien wie die Spanier, müsse sich erst noch zeigen.

Gegen weitere Stadtkurse im Kalender hätte Alonso nichts einzuwenden, auch wenn er weiß, dass es schwer ist, dafür den richtigen Platz zu finden. In welcher Stadt würde er gerne ein paar Runden drehen? "In Amerika haben wir keinen Stadtkurs", bemerkt der 34-Jährige, "vielleicht New York, Los Angeles oder Ähnliches". Derzeit fährt die Formel 1 nur in Austin. Ihre Popularität in den USA ist begrenzt, weiß Alonso. "Vielleicht wäre ein Stadtkurs in einer dieser berühmten Städte genau das Richtige", findet er.

Mehr als 21 Rennen im Formel-1-Kalender sind ihm allerdings zu viel des Guten. "Ich mag lieber weniger, am besten weniger als 20 Rennen", betont der Spanier. In seinen Anfangsjahren ging es innerhalb einer Saison 16 Mal auf die Strecke. Mehr als 20 Rennen seien sehr anspruchsvoll, vor allem im Hinblick auf die Teams: "Wir Fahrer kommen später an die Strecke, fahren unser Rennen und fliegen nach Hause. Aber die Teams müssen die Boxen aufbauen, die Autos fertig machen und selbst nach dem Rennen noch ein bis zwei Tage weiter arbeiten, bevor sie nach Hause kommen. Das ist viel Stress", gibt Alonso zu bedenken.

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