Ferrari: Auch stumpfe Waffen können wehtun

, 22.08.2014

Fernando Alonso rückt den Mercedes am Freitag in Belgien phasenweise auf die Pelle, Kimi Räikkönen mit technischen Sorgen - Ist Ferrari wirklich so stark?

Ferrari hat sich am Freitag in den beiden Trainings zum Grand Prix von Belgien stark verkauft. Fernando Alonso konnte sich als Dritter am Vormittag und am Nachmittag als bester Verfolger der übermächtigen Mercedes präsentieren. Im Lager der Roten bleibt man jedoch vorsichtig. Das Setup des F14 T mag für eine schnelle Runde gut sein, im Rennen könnte man mangels Topspeed jedoch schnell in eine Opferrolle rücken. Der richtige Kompromiss ist nun gefragt.

"Verglichen mit anderen Rennwochenenden ist es hier irgendwie immer anders. Spa ist eben eine Highspeed-Strecke", sagt Alonso, der an der "Ardennen-Achterbahn" seine helle Freude hat. Am Morgen hatte der Spanier nur 0,228 Sekunden Rückstand auf die Bestmarke von Nico Rosberg. "Es war schön, dass wir heute im Trockenen fahren konnten. Das Wetter ist allerdings hier immer sehr wechselhaft. Für morgen ist Regen vorhergesagt, daher müssen wir auf alles bestmöglich eingestellt sein."

"Hier und in Monza zählt die Motorenpower viel", mahnt Alonso. Im Lager von Ferrari ist man sich der Tatsache bewusst, dass alle Teams mit Mercedes-Antrieb im Vorteil sind. "Wir wissen, dass es keine Zauberei gibt, aber wir versuchen dennoch, immer alles weiter zu optimieren. Das Auto hat sich so verhalten, wie es sich in unseren Simulationen abgezeichnet hatte. Es ist definitiv positiv", so die Alonso-Bilanz nach dem Freitag.

Räikkönen wird immer wieder eingebremst

"Es war ein schwieriger Tag, es gab immer wieder Rückschläge, die wichtige Trainingszeit gekostet haben", stellt Räikkönen ernüchtert fest. "Am Morgen gab es ein Bremsproblem. Als das aussortiert war, konnte ich immerhin das geplante Programm abspulen. Die neuen Bauteile scheinen zu funktionieren. Erst wenn wir Vergleichsfahrten gemacht haben, können wir entscheiden, welches die beste Lösung für diese Strecke ist."

"Am Nachmittag hat mich ein Problem an der Elektrik eingebremst. Dadurch fiel meine Rennsimulation flach. Morgen wird es eine arbeitsreiche dritte Session. Wir müssen uns dort bestmöglich auf Qualifying und Rennen vorbereiten", sagt der Finne, der sich am Nachmittag mit einem Rückstand von über drei Sekunden auf Platz 15 wiederfand.

"Spa macht den Fahrern viel Spaß, ist für die Ingenieure aber gleichzeitig eine große Herausforderung, vor allem in diesem Jahr mit den neuen Antrieben. Weil wir möglichst viele Daten generieren wollten, haben wir unsere Piloten auf unterschiedliche Programme angesetzt. Leider konnte Kimi am Nachmittag kaum fahren", fasst Technikchef Pat Fry zusammen. "Der erste und der dritte Sektor sind die Abschnitte, wo es auf Motorleistung und Topspeed ankommt. Im zweiten Sektor stehen Fahrbarkeit und Abtrieb im Vordergrund. Es ist schwierig, da das passende Setup zu finden."

"Mehr Abtrieb hilft im Rennen im zweiten Sektor. Gleichzeitig hast du dann Schwierigkeiten beim Überholen und kannst dich auf den Geraden nicht gut wehren", berichtet der Brite vom Setup-Dilemma in Spa-Francorchamps. "Wir müssen an der generellen Effizienz des Autos arbeiten und die Rückgewinnung der Hitzeenergie optimieren. Strecken wie Spa oder Monza verstärken die Vorteile der Konkurrenz. Wir müssen uns mit allen Mitteln wehren und angreifen, wann immer sich eine Chance bietet."

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