FIA verkündet: Halo ist bereit für die Formel 1!

, 15.01.2017

FIA-Sicherheitsdirektor Laurent Mekies gibt bekannt, dass die Forschungen zum Halo-System abgeschlossen sind: Entscheidung muss nun getroffen werden

Das Sicherheitssystem Halo ist nun vollständig bereit für eine Einführung in die Formel 1, das hat FIA-Sicherheitsdirektor Laurent Mekies nun im Rahmen der Autosport-Show verkündet. Die wissenschaftlichen Untersuchungen über Vorzüge und Risiken des Heiligenscheines seien genau wie die Entwicklung mittlerweile beendet, "jetzt muss nur jemand entscheiden, ob es für die Formel 1 richtig ist oder nicht".

Halo sollte bereits 2017 Einzug in die Königsklasse halten, wurde nach zahlreichen Diskussionen aber um mindestens ein Jahr verschoben. Zwar soll das System die Sicherheit der Piloten um 17 Prozent erhöhen, allerdings waren sich nicht alle Beteiligten darüber einig, ob Halo wirklich nützlich ist und ob es überhaupt zur Formel 1 passt. Vor allem das gewöhnungsbedürftige Design schreckte bislang viele Fans und Fahrer ab.

"Es befindet sich immer noch auf dem Weg, um 2018 eingeführt zu werden, aber ich bin sicher, dass noch mehr Grundsatz-Diskussionen auf uns zukommen werden", sagt Mekies. So sollen etwa auch andere Lösungen wie Red Bulls Cockpitkuppel noch nicht vom Tisch sein, sollten sich die Verantwortlichen der Königsklasse am Ende dafür entscheiden: "Wir betrachten derzeit nichts als unmöglich", so der Sicherheitsdirektor.

Doch was Halo angeht, ist die Faktenlage derzeit am deutlichsten. Das System wurde in der zweiten Saisonhälfte 2016 von allen Fahrern ausprobiert und größtenteils für gut befunden - auch die Strebe vor dem Sichtfeld des Fahrers wurde nicht als störend empfunden. Zudem wurden die Piloten in mehreren Präsentationen über Halo und seine Auswirkungen aufgeklärt, auch wenn zunächst noch einige offene Fragen übrig blieben.

Halo würde bei Alonso-Unfall in Melbourne helfen

Vor allem die Unsicherheit bei einem Überschlag bewegte die Fahrer. Wäre Halo nicht hinderlich, wenn ein Piloten kopfüber aus dem Auto steigen müsste, wie es bei Fernando Alonso in Australien der Fall war? Die FIA hat sich auch mit diesem Fall eingehend beschäftigt: "Wir haben jeden einzelnen Unfall, an den sich jemand in den vergangenen zehn Jahren erinnern konnte, genommen und das Was-wäre-wenn-Spiel mit Halo durchgespielt", erklärt Mekies.

Für den Fall Fernando Alonso gebe es zwei Punkte, die man beachten müsse. Einerseits würden die Streckenposten das Auto eigentlich lieber wieder richtig hinstellen, bevor der Fahrer das Cockpit verlässt. "Wir akzeptieren aber, dass der Fahrer nie darauf warten will, wenn er sich gut fühlt", so der FIA-Mann, der daher gleich zum zweiten Punkt kommt. Man habe die gleiche Situation mit einem Chassis und angeschraubtem Halo probiert und Sicherheitsberater Andy Mellor in das Fahrzeug gesetzt.

"Wir wollten, dass er auch so (wie Alonso; Anm. d. Red.) herauskommt - und das hat er geschafft. Wir finden, dass Halo dem Fahrer in diesem Fall sogar noch etwas mehr Platz bietet", schildert Mekies. "Wenn das Auto auf dem Überrollbügel liegt, dann schafft das herausstehende Halo Platz, um herauszukommen. Schlechter war es auf jeden Fall nicht", nimmt er den Fahrern in diesem Fall die Sorge.

Entscheidung müssen andere treffen

Zwar seien die Fahrer bei einer Vorführung nicht gerade begeistert darüber gewesen, in welcher Geschwindigkeit es der Sicherheitsberater aus dem Auto geschafft hat, allerdings ist Mellor auch kein geübter Fahrer. Die Piloten selbst sollen bereits nach Trainingsmöglichkeiten in einem solchen Fall gefragt haben. "Das ist etwas, das wir machen werden", stellt Mekies in Aussicht.

Doch noch ist unklar, ob Halo überhaupt eingeführt werden wird. "Diese Frage muss nun jemand anderes beantworten", sagt er weiter. "Die Beteiligten müssen nun auf alle Aspekte schauen, denn wenn es im Sport um Entertainment und Ästhetik geht, warum sollte man davon weggehen? Darum diskutieren die Jungs derzeit intensiv über dieses Thema."

Übrigens: Sollte ein Sicherheitssystem wie Halo Einzug in die Formel 1 finden, werden alle weiteren Formelsport-Serien des Automobilweltverbandes ebenfalls nachrüsten müssen, wenn eine neue Autogeneration in den jeweiligen Meisterschaften eingeführt wird.

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