Formel 1 Belgien 2016: Wehrlein tobt über "fucking idiot"

, 27.08.2016

Abschlusstraining in Spa: Bestzeit für Kimi Räikkönen, Mercedes schreibt das Qualifying ab und zwei Deutsche toben am Boxenfunk über ihre Konkurrenten

Kimi Räikkönen (Ferrari) sicherte sich die Bestzeit im dritten Freien Training zum Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps . Mercedes hingegen scheint bereit zu sein, die Pole-Position für eine bessere Rennpace zu opfern. "Man sieht, dass sich Mercedes auf das Rennen konzentriert", vermutet Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Denn Lewis Hamilton (+0,661) belegte mit einer einzigen Supersoft-Runde (Fehler am Bus-Stop) den fünften Platz, Nico Rosberg (+0,768) wurde gar nur Siebter.

"Sie scheinen das Qualifying aufgegeben zu haben, speziell mit Lewis. Ich bezweifle, dass wir von ihm im Qualifying viel sehen werden, mutmaßt Horner angesichts der Plus-55-Strafe für den WM-Leader. Und auch Formel-1-Experte Marc Surer ist sich sicher, dass man die Silberpfeile zumindest für das Rennen nicht zu früh abschreiben sollte: "Ich glaube nicht, dass Mercedes leergetankt war. Die haben geblufft."

Ferrari hingegen nicht: "Die sind sogar zwei Supersofts gefahren. Sieht alles ziemlich eng aus", relativiert Horner die Räikkönen-Bestzeit von 1:47.974 Minuten. Der Finne war damit um 0,215 Sekunden schneller als Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo und hatte 0,323 Sekunden Vorsprung auf Teamkollege Sebastian Vettel. "Kimi fährt auf dieser Strecke immer gut. Wir haben jetzt zumindest einen Gegner für Red Bull", sagt Surer.

Bitter aus Red-Bull-Sicht: Der "halbe Lokalmatador" Max Verstappen musste seinen RB12 schon nach zwei Installation-Laps abstellen und konnte nicht mehr ins Trainingsgeschehen eingreifen. "Es sieht nach einem elektrischen oder nach einem Sensorproblem aus", erklärt Horner. Eine Strafe stehe Stand jetzt nicht zu befürchten: "Wir haben das Auto sicherheitshalber an die Box geholt, um für die Reparatur vor dem Qualifying genug Zeit zu haben."

Während Ferrari und Red Bull auch heute in Schlagdistanz zu Mercedes sind, hat Force India über Nacht etwas den Anschluss verloren. Nico Hülkenberg (+0,765) war zwar wieder um 0,176 Sekunden schneller als Sergio Perez, aber die Positionen sechs und neun sorgten bei Teamchef-Stellvertreter Robert Fernley am Kommandostand nicht für Begeisterungsstürme. Sogar Valtteri Bottas (4./Williams/+0,530) war heute Morgen schneller.

Die Szenen des Vormittags waren aber nicht direkt sportlicher Natur, sondern verdanken wir der Übertragung des Boxenfunks. Zuerst rastete Pascal Wehrlein (15./Manor/+1,787) aus: "Fucking idiot, what is he doing?", ärgerte er sich über Esteban Gutierrez (12./Haas/+1,657), der ausgerechnet am Ausgang von Eau Rouge so langsam bummelte, dass der mit vollem Speed heranschießende Deutsche ins Gras ausweichen musste.

Wehrlein fordere eine Strafe für den Mexikaner, der zuletzt mehrere Male negativ aufgefallen war. Und dann legte auch Vettel einen seiner Flüche nach: "Was für ein Idiot! Habt ihr das gesehen? Im Freien Training! Was für ein Idiot! Was soll das?", schimpfte er und meinte damit Kevin Magnussen (14./Renault/+1,742), der ihm bei Blanchimont im Weg stand. Durch die Cockpitkamera war zu sehen, wie Vettel den "Scheibenwischer" machte.

Ein technisches Problem gab es bei Marcus Ericsson (21./Sauber/+3,345), der zunächst lange zuschauen musste, am Ende aber doch noch einmal rausgehen konnte und insgesamt nur fünf Runden drehte. Und die beiden Toro Rossos (P16/17) sind mit dem Handling alles andere als zufrieden: "Heck, Heck, Heck", fasste Daniil Kwjat (+2,049) seine Probleme am Ende der Session treffend zusammen.

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