Formel 1 Monza 2016: Hamilton fährt auf und davon

, 03.09.2016

"Wir haben einen Vorsprung", weiß Mercedes-Sportchef Toto Wolff, und Experte Marc Surer glaubt: "Der reduzierte Luftdruck hat Mercedes geholfen"

WM-Leader Lewis Hamilton hat vor dem Qualifying zum Grand Prix von Italien seine Favoritenrolle eindrucksvoll bestätigt. Der Mercedes-Fahrer sicherte sich im dritten Freien Training am Samstagmorgen in 1:22.008 Minuten die Bestzeit. Seinen schärfsten Rivalen Nico Rosberg distanzierte er mit einer fehlerfreien Qualifying-Simulation um 0,393 Sekunden.

Mercedes konnte sich den Luxus leisten, nur einen Run auf Supersoft zu fahren und sonst mit Soft-Pirellis zu testen, die voraussichtlich der bessere Rennreifen sein werden. "Der reduzierte Luftdruck von Pirelli hat Mercedes geholfen", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. "Gestern war der Sprung von Soft auf Supersoft minimal. Jetzt haben sie beim Wechsel einen Riesensprung gemacht."

Hintergrund: Pirellis Minimalvorgaben für den Reifendruck an diesem Wochenende lagen ursprünglich bei 23,5 (vorne) beziehungsweise 21,5 psi (hinten), wurden aber vor dem dritten Freien Training auf 23 beziehungsweise 20,5 psi reduziert. Das wird grundsätzlich von allen Teams begrüßt, kommt manchen aber scheinbar mehr entgegen als anderen.

Mercedes nimmt die Favoritenrolle an: "Wir haben einen Vorsprung", weiß Sportchef Toto Wolff, wähnt sich aber nicht in Sicherheit, denn: "Vielleicht haben wir noch nicht den ultimativen Power-Modus von Ferrari gesehen." Nur: Mercedes hat ebenfalls noch nicht alle Karten aufgedeckt. "Bei uns kommt auch noch ein bisschen was", sagt er.

Für den relativ großen Zeitunterschied zwischen Hamilton und Rosberg gibt es derzeit offenbar nur eine fahrerische Erklärung: "Lewis war mit der Balance einfach etwas glücklicher als Nico", so Wolff. Generell wirkt der Österreicher optimistisch: "Wir sehen gut aus." Bei fast einer Sekunde Vorsprung auf den ersten Verfolger, Sebastian Vettel im Ferrari, auch kein Wunder...

Ferrari hat nach hinten gut drei Zehntelsekunden Puffer auf Williams; teamintern war Vettel diesmal um zwei Zehntelsekunden schneller als Kimi Räikkönen. Valtteri Bottas (5./+1,492) und Felipe Massa (6.) liegen momentan hauchdünn vor Red Bull, die im dritten Freien Training am Ende in der gedachten vierten Startreihe standen. Das könnte am Nachmittag ein enges Duell werden.

Max Verstappen (8./+1,732) war bei seinem Supersoft-Run bis zur zweiten Zwischenzeit schneller unterwegs als Teamkollege Daniel Ricciardo, wurde dann aber von Kevin Magnussen (19./Renault/+2,785) irritiert und blieb letztendlich knapp dahinter. Eine Überraschung in den Top 10: Esteban Gutierrez (10./+2,026) mit dem runderneuerten Haas-Ferrari.

Dessen Teamkollege Romain Grosjean landete nur auf dem 14. Platz, weil er relativ früh in der Session in der Ascari-Schikane übersteuerte, das Heck verlor und im Kiesbett stecken blieb. Grosjean musste aussteigen und konnte das Training nicht mehr fortsetzen. Mehr Glück hatte Jolyon Palmer (15./Renault/+2,525), dessen Parabolica-Ausritt erst ganz zum Schluss passierte.

Ganz hinten klassierten sich mit knapp drei Sekunden Rückstand die beiden Manor-Piloten. Pascal Wehrlein war letztendlich um 45 Tausendstelsekunden schneller als Rookie Esteban Ocon. Von der insgeheim erhofften Top-10-Platzierung im Qualifying sind die beiden Mercedes-Junioren aber trotz Mercedes-Power im Heck weit entfernt. Selbst Q2 wäre Stand jetzt ein Erfolg.

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