Formel-1-Motoren: Mercedes geht auch 2018 hohes Risiko

, 04.01.2018

Der Kampf mit Ferrari und Red Bull zwingt Mercedes laut Chefingenieur Phil Prew zu einem Spagat zwischen Leistung und Zuverlässigkeit - Enwicklung "absolut endlos"

Weiter volles Risiko statt Sicherheitsvariante: Laut Chefingenieur Phil Prew ändert sich in der Formel-1-Saison 2018 nichts an Mercedes' Herangehensweise bei der Antriebsentwicklung. Wie er im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' sagt, wäre es unmöglich, maximales Leistungsvermögen aus den V6-Hybridmotoren herauszukitzeln ohne Grenzen der Belastbarkeit auszuloten. "Wir werden immer auf des Messers Schneide wandeln", stimmt Prew das Team auf Defekte und Ausfälle ein.

Mercedes betrachtet den Spagat als notwendiges Übel, um Topresultate einzufahren - zu stark ist Ferrari geworden, zu groß ist die Angst vor einer verbesserten Red-Bull-Mannschaft. Aber wer das Limit sucht, muss damit rechnen, es zu überschreiten. "Es ist das Ziel ist, so viel Leistung herauszuholen wie die Zuverlässigkeit des Antriebs zulässt", erklärt Prew. "Den Motor runterzudrehen und so für Zuverlässigkeit zu sorgen ist simpel, aber wir wollen das nicht. So gewinnt man keine Titel."

Stattdessen dreht sich laut Prew in Brixworth alles darum, Strafen für den Tausch von Antriebskomponenten zu vermeiden, während eine "absolut endlose" Entwicklung läuft. Ob für 2018 trotz stabiler Regeln die Architektur des Antriebsstrang umgeworfen wird, entscheide Mercedes "von Fall zu Fall". Anzunehmen, dass radikale Schritte nur unternommen werden, wenn Rennsiege ausbleiben.

Hinzu kommt, dass die Ingenieure nicht viele Möglichkeiten haben, um Hand anzulegen: "Die Vorschriften schränken uns sehr stark ein, wenn es um die Leistung des Turbos und der Elektroaggregate geht. Dazu steht steht alles in den Regeln", sagt Prew. "Wenn wir etwas verändern müssen, um schneller und zuverlässiger zu sein, tun wir es. Wenn nicht, dann bleiben wir bei dem Bewährten."

Mercedes hatte laut Statistik zwar den zuverlässigsten Antrieb der Formel-1-Saison 2017 (nur einer von sechs Fahrern wurde wegen des Wechsels von Antriebskomponenten bestraft - das infolge eines taktischen Manövers). Doch die jüngsten Regelverschärfungen, die lediglich drei statt vier Antriebsstränge im Jahr erlauben, könnten das Werksteam, Force India und Williams unter Druck setzen.

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