Formel 1 Russland 2015: Hamilton siegt - Rosberg im Pech

, 11.10.2015

Nach Ausfall von Nico Rosberg fährt Mercedes-Pilot Lewis Hamilton in Sotschi locker zum Sieg vor Sebastian Vettel im Ferrari und Sergio Perez (Force India)

In das 15. von insgesamt 19 Rennen der Formel-1-Saison 2015 ging das Mercedes-Team mit einem Matchball, denn rechnerisch war beim Großen Preis von Russland in Sotschi der vorzeitige Gewinn der Konstrukteursmeisterschaft möglich. Die Ausgangsbasis war zudem optimal, denn mit Nico Rosberg auf der Pole-Position und Lewis Hamilton auf dem zweiten Startplatz war die erste Startreihe Silber.

Doch am Ende kam es anderes, denn Nico Rosberg musste wegen technischer Probleme früh die Segel streichen. Immerhin siegte am Ende dann doch noch wie erwartet ein Mercedes-Pilot, gegen Lewis Hamilton war das gesamte Feld konkurrenzlos. Der Brite machte damit einen weiteren riesengroßen Schritt in Richtung WM-Titel während sich das Team noch gedulden muss, bis man den Team-Titel feiern kann.

Sebastian Vettel sicherte sich nach einer starken Aufholjagd den zweiten Rang und durfte sich neben Force-India-Pilot Sergio Perez auf das Podium stellen, der ebenfalls einen starken Grand Prix in Sotschi zeigte.

Punkte gab es dahinter für Felipe Massa im zweiten Williams vor Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari, Daniil Kwjat (Red Bull), Felipe Nasr (Sauber), Pastor Maldonado (Lotus) sowie Jenson Button und Fernando Alonso im McLaren.

Ohne Punkte mussten dahinter Max Verstappen (Toro Rosso), Robert Merhi und Will Stevens (beide Manor-Marussia) abreisen. Einen Ausfall mussten Daniel Ricciardo (Red Bull), Carlos Sainz (Toro Rosso), Romain Grosjean (Lotus) und wie erwähnt Nico Rosberg (Mercedes) verkraften.

Hülkenberg mit Dreher und Ausfall am Start

Bei trockenen Bedingungen und 18 Grad Celsius Lufttemperatur erwischte Rosberg einen guten Start auf dem 5,848 Kilometer langen Sochi International Street Circuit und konnte seine Pole verteidigen. Vettel hingegen kam schlecht vom Fleck und fiel hinter Räikkönen und Bottas auf den fünften Rang zurück.

Weiter hinten drehte sich Hülkenberg in der zweiten Kurve ohne Fremdeinwirkung und nahm auch Ericsson im Sauber mit, der sich im Force India verkeilte, sodass die Rennleitung das Safety-Car auf die Strecke schicken musste, um die beiden Autos bergen zu können. Durch den Hülkenberg-Dreher wurde auch Verstappen in einen Dreher gezwungen und musste hinten links mit einem Reifenschaden an die Toro-Rosso-Box kommen.

Die Reihenfolge hinter dem Safety-Car: Rosberg vor Hamilton, Räikkönen, Bottas, Vettel, Perez, Kwjat, Grosjean, Ricciardo und Button auf dem zehnten Rang. Dahinter: Nasr, Massa, Maldonado, Alonso, Merhi, Stevens, Sainz und Verstappen.

Bitterer Ausfall für Rosberg

In der vierten von 53 Runden wurde das Rennen wieder freigegeben. Kurze Zeit später funkte Rosberg seinem Team: "Mein Gaspedal ist gebrochen, was soll ich tun?". Das Team beruhigte ihn: "Wenn du voll bremst, wird das Gas unterbrochen." Doch in Runde acht musste Rosberg die Box nach zwei Positionsverlusten ansteuern und sein Auto abstellen - der Motor schob beim Bremsen an, sodass an ein sicheres Fahren nicht mehr zu denken war. Wie sich später herausstellte, war ein Dämpfer am Gaspedal defekt, der beim Gaswegnehmen das Gaspedal wieder in die Ausgangsstellung zurückdrückt.

Heftiger Abflug von Grosjean

Nach dem schweren Unfall von Carlos Sainz am Samstagvormittag erlebte die Formel 1 in der zwölften Runde einen weiteren Schreckmoment: Romain Grosjean verlor bei rund Tempo 250 in Kurve drei die Kontrolle über sein Auto und krachte in die Streckenbegrenzung, schleuderte wild um die eigene Achse. Der Franzose konnte jedoch aus eigener Kraft aus seinem stark beschädigten Lotus aussteigen.

Erneut musste die Rennleitung das Safety-Car auf die Strecke schicken, um die Strecke zu reinigen und die Streckenbegrenzung zu reparieren. Von der Spitze nutzte übrigens kein Fahrer die Möglichkeit, um an die Box zu fahren. In der 17. Runde wurde das Rennen wieder freigegeben.

Nach einem ersten Überholversuch, der nicht funktionierte, schnappte sich Vettel ein paar Kurven später Teamkollege Räikkönen und war damit Dritter. Wenige Sekunden später beschwerte sich der Finne über Funk bei seinem Team: "Ich habe wenig Leistung, die fahren alle locker auf der Geraden an mir vorbei." Das war dann aber offensichtlich nur ein temporäres Problem.

Hamilton hat den Grand Prix im Griff

Die Abstände nach 22 von 53 Runden: Hamilton 5,9 Sekunden vor Bottas, 8,4 vor Vettel, 10,7 auf Räikkönen, 17,5 auf Kwjat, 19,8 auf Nasr, 20,9 auf Massa, 21,7 auf Perez, 23,3 auf Maldonado und 24,0 auf Ricciardo auf dem zehnten Rang. Dahinter: Sainz, Verstappen, Button, Alonso, Merhi und Stevens.

In der 27. Runde kam Bottas an die Box, an dessen Heck Vettel bereits klebte. Doch der Ferrari-Pilot kam nicht etwa eine Runde danach an die Box, er blieb zunächst draußen - weil Bottas seinerseits in Verkehr geriet und dadurch Zeit verlor. Erst im 31. Umlauf kam Vettel an die Box - und kehrte tatsächlich vor dem Finnen wieder zurück auf die Strecke. Teamkollege Räikkönen folgte einen Umlauf später und musste sich hinter Bottas einordnen. In der 33. Runde kam auch Hamilton zum Reifenwechsel.

In der 41. Runde hatte Hamilton 12,3 Sekunden Vorsprung auf Vettel, der seinerseits 10,4 Sekunden vor Perez lag. Dahinter: Ricciardo, Bottas und Ricciardo, die nach dem Boxenstopp am meisten verloren hatten. Sainz folgte auf dem siebten Rang vor Kwjat, Massa und Nasr auf dem zehnten Platz. Rang elf für Button vor Maldonado, Alonso, Verstappen, Merhi und Stevens.

In der 47. Runde musste Sainz sein Auto aufgrund einer defekten Bremsscheibe abstellen, nachdem er sich ausgerechnet in seiner Unfallkurve 13 von der Strecke drehte und noch leicht rückwärts in die Streckenbegrenzung rutschte. Unterdessen schnappte sich Räikkönen Ricciardo und war damit Fünfter. Der Australier musste sein Auto in Runde 49 abstellen.

Spannend und spektakulär wurde es nochmals in der letzten Runde, als sich Bottas an Perez vorbeibremste und es Räikkönen gelang, mitzuziehen. Der Finne im Ferrari wollte sich in der Schlussphase auch noch seinen Landsmann packen, doch beide kollidierten, Bottas musste sein Auto abstellen und Räikkönen konnte seine Fahrt im beschädigten Auto noch auf den fünften Rang durch das Ziel bringen! Die Rennleitung wird den Vorfall nach dem Rennen untersuchen - Stand jetzt ist Mercedes aufgrund von Räikkönens Punkten nicht vorzeitig Weltmeister.

Ausführlicher Rennbericht folgt an dieser Stelle in Kürze

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