Formel 1 Singapur 2016: Hamilton patzt bei Rosberg-Bestzeit

, 17.09.2016

Max Verstappen schrammt nur knapp an der Bestzeit im dritten Freien Training vorbei, die sich Nico Rosberg dank eines Fehlers von Lewis Hamilton sichert

Der Freitagsschnellste Nico Rosberg sicherte sich auch im dritten Freien Training zum Grand Prix von Singapur die Bestzeit. Der Mercedes-Fahrer war um 0,059 Sekunden schneller als Max Verstappen (Red Bull) und darf sich damit nach dem Fiasko von 2015 realistische Chancen auf die Pole-Position ausrechnen.

Denn dass im Mercedes sogar noch mehr gesteckt wäre, hat Lewis Hamilton mit seiner Bestzeit im ersten Sektor bewiesen, die noch einmal um 0,240 Sekunden schneller war als jene von Rosberg. Allerdings verbremste sich der WM-Leader ausgerechnet auf seiner schnellsten Runde am Ende des Raffles-Boulevard, und anschließend konnte er nur noch für eine Installation-Lap auf die Strecke gehen. Somit landete er mit eineinhalb Sekunden Rückstand auf Platz acht.

Für Vorjahressieger Sebastian Vettel begann der Samstagabend nicht nach Wunsch. "Sie sind langsamer als gestern. Normalerweise hilft es, wenn mehr Grip auf der Strecke ist. Den Ferrari hat es offensichtlich aus der Balance geworfen", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. Vettel selbst beschwerte sich darüber am Funk: "Das Heck scheint das Problem zu sein. Das Auto ist zu nervös."

Während eines längeren Boxenstopps gegen Mitte der Session ließ Vettel das Setup auf Stand Freitag zurückbauen; außerdem schlug er den Ferrari-Mechanikern vor, man möge wegen des losen Hecks Pirelli konsultieren. Der Reifenhersteller hatte die Vorgabe für den minimalen Reifendruck über Nacht von 17,5 auf 16,5 psi reduziert. Die Vorgaben für die Vorderachse (20 psi) blieben gleich.

Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen (+0,508) belegte den dritten Platz, 0,043 Sekunden vor Daniel Ricciardo im zweiten Red Bull. Dort scheint teamintern Verstappen der Schnellere zu sein. Apropos: Als der Niederländer auf der Strecke einem Waran begegnete (einer Leguan-ähnlichen Echse), sorgte das nicht nur bei den Beobachtern für einen Grinser: "Da war wirklich einer, ich schwöre", berichtete Verstappen am Funk.

Hinter den drei Topteams war diesmal Nico Hülkenberg (Force India/+0,964) der erste Verfolger, noch vor Daniil Kwjat (Toro Rosso/+1,151), der an diesem Wochenende besser zurechtkommt als zuletzt in Spa-Francorchamps und Monza. Die beiden McLaren-Stars hingegen müssen auf ein Wunder hoffen, wenn sie, wie eigentlich geplant, in die Top 10 fahren wollen: "Die haben sich so viel ausgerechnet auf dieser Strecke, aber irgendwie geht das Auto nicht", sagt Surer.

Schwer enttäuscht auch Romain Grosjean (18./Haas/+3,059), der am Ende via Funk lamentierte, er sei in seiner ganzen Karriere noch nie in einem so schlechten Auto gesessen. Und für Manor scheint an diesem Wochenende die letzte Startreihe reserviert zu sein. Immerhin war Pascal Wehrlein trotz Heckflügel-Crash zu Beginn schlussendlich um knapp vier Zehntelsekunden schneller als sein Teamkollege Esteban Ocon.

Der Kampf um die Pole-Position wird nun spannend. Rosberg und Verstappen gelten als Topfavoriten, aber auch Hamilton ist - wenn es drauf ankommt - immer gut für eine starke Qualifying-Runde. "Wenn es so eng ist", sagt Surer, "muss man die Runde hinkriegen. Aber Rosberg ist gut drauf, fährt sehr präzise. Sein Fehler am Freitag hat ihn wohl wachgerüttelt."

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