Formel-1-Test Barcelona: Vettel schnell, Rosberg ausdauernd

, 23.02.2016

Sebastian Vettel hat sich auch am zweiten Tag der Formel-1-Tests in Barcelona die Bestzeit gesichert, doch Mercedes glänzt mit einem neuen Zuverlässigkeitsrekord

Auch am zweiten Testtag der Formel 1 2016 in Barcelona hat sich Sebastian Vettel die Bestzeit gesichert. Nach seiner Bestmarke vom Vortag war der Ferrari-Pilot auch am Dienstag der schnellste Mann und konnte sich in 1:22.810 Minuten um mehr als sieben Zehntelsekunden vom Rest des Feldes absetzen. Der Heppenheimer war dabei auf den neuen Ultrasoft-Reifen unterwegs, die in diesem Jahr erstmals zum Einsatz kommen.

Mit seiner Zeit ist er dabei deutlich schneller als die Pole-Runde von Nico Rosberg aus der vergangenen Saison. Kein Wunder, dass der Deutsche zufrieden ist: "Bis jetzt ist es schon ein sehr, sehr großer Schritt nach vorne, in jedem Bereich", lobt er. "Einerseits was die Aerodynamik angeht, den Grip, den man auf der Strecke spürt, andererseits hat auch der Motor einen Schritt nach vorne gemacht."

Allerdings hatte Vettel am Vormittag auch einen Fehler zu beklagen, der ihm ein bisschen von seiner wertvollen Testzeit gekostet hat: "Ich hatte einen kleinen Ausritt, deswegen mussten wir kurz pausieren und ein bisschen was reparieren", erzählt er im Anschluss. "Das gehört dazu, man will auch ans Limit gehen. Es ist natürlich doof, wenn es dann ein bisschen Zeit kostet." Fünf Minuten vor dem Ende rollte der Ferrari aber endgültig aus und beendete den Test vorzeitig.

Mercedes knackt Distanzrekord der neuen Ära

Rang zwei auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya ging heute an Daniel Ricciardo (Red Bull/+0,715 Sekunden), der ebenfalls mit den Ultrasoft-Reifen unterwegs war. Dahinter klassierte sich etwas überraschend Force Indias Sergio Perez (+0,840), der seine Zeit mit Supersoft fuhr. "Nur" auf Platz vier rangierten heute die Silberpfeile. Vize-Weltmeister Nico Rosberg fehlten in seinem Mercedes F1 W07 2,057 Sekunden auf Sebastian Vettel.

Allerdings waren die amtierenden Champions heute eher auf Longruns unterwegs und ließen den Deutschen seine Bestzeit auf Medium-Reifen fahren. Was der Konkurrenz allerdings Angst machen könnte, ist die brutale Zuverlässigkeit des Boliden: Ohne Probleme stellte Rosberg heute einen neuen Rundenrekord auf und brannte 172 Umläufe auf den Asphalt - bislang lag die Bestmarke bei 159 von Felipe Nasr (Sauber) aus dem vergangenen Jahr.

Überhaupt scheint die Zuverlässigkeit in diesem Jahr neue Dimensionen zu erreichen. Gleich acht (!) von elf Teams konnten mehr als 100 Runden fahren, auch Sebastian Vettel war mit 126 Umläufen gut dabei - nur Haas (79), Manor (71) und Renault (42) blieben im zweistelligen Bereich. Die mehr als 800 Kilometer von Rosberg sind übrigens zwar Bestmarke für Turbomotoren, doch Giancarlo Fisichella schaffte 2005 in Monza stolze 851,6 Kilometer.

Vorzeitiges Ende für Renault

Obwohl man heute mit 79 Runden nicht zu den Dauerläufern gehörte, kann auch Haas zufrieden sein: Esteban Gutierrez (+2,714) konnte heute mit verstärkter Nase deutlich mehr Runden drehen als Romain Grosjean beim Debüt gestern. Große Probleme waren unter den wachsamen Augen von Teameigner Gene Haas heute nicht zu erkennen, mit Rang sechs hinter Marcus Ericsson (5./+2,427) im Vorjahres-Sauber sprang sogar eine ansprechende Platzierung heraus, die den Neuling vor Valtteri Bottas (7./+2,838) im Williams brachte.

Sorgenkinder waren heute andere Teams: Max Verstappen (11./+3,792) blieb mit seinem Toro Rosso am Vormittag stehen und fasste damit nach einem Getriebeschaden am Montag einen weiteren Defekt für sein Team ab. Doch zumindest konnte er am Nachmittag weiter ausgiebig testen. Schlimmer erwischte es da Renault und Jolyon Palmer (10./+3,379): Der Brite blieb nach der Mittagspause mit einem Motorschaden liegen und musste den Testtag vorzeitig beenden. "Das ist sicherlich kein guter Auftakt der Wintertests", seufzt er im Anschluss.

Pascal Wehrlein schneller als Fernando Alonso

Einen ansprechenden Tag gab es für McLaren-Honda nach der ersten Aufregung um den Rückzug von Motorenchef Yasuhisa Arai. Zwar landete Fernando Alonso mit 3,272 Sekunden Rückstand nur auf dem enttäuschenden neunten Platz und zeigte damit wenig von einer Performance-Verbesserung, doch zumindest lief der MP4-31 zuverlässig, sodass der Spanier an einem Tag mehr Runden drehen konnte, als in der gesamten Wintervorbereitung des Vorjahres zusammen - 119 an der Zahl.

Jedoch dürfte dem Weltmeister von 2005 und 2006 nicht gefallen, dass er in der Zeitentabelle sogar hinter Manor lag, wo Pascal Wehrlein (8./+3,115) seinen zweiten Testtag absolvierte. Der Deutsche spulte zwar nicht so viele Runden ab wie die Konkurrenz, dennoch war seine Zeit gut genug für den achten Platz, den er mit Soft-Reifen (wie alle Piloten ab Platz fünf auch, außer Verstappen) erreichen konnte. Morgen begeht die Formel 1 ihren dritten von vier Testtagen in der ersten Woche.

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