Formel 1 USA 2015: Hamilton holt sich dritten WM-Titel mit Sieg

, 25.10.2015

In einem Rennen voller Höhen und Tiefen und mit viel Action sichert sich Lewis Hamilton mit einem Sieg vor Nico Rosberg und Sebastian Vettel den dritten WM-Titel

Nach zwei Tagen Wetterchaos war es irgendwie wenig verwunderlich, dass auch der Große Preis der USA nicht unter komplett trockenen Bedingungen stattfand. Zumindest zu Beginn des Rennens war die Strecke feucht und die Piloten mussten mit Intermediates auf den 5,516 Kilometer langen Circuit of the Americas gehen. Doch auch auf abtrocknender Strecke waren die Bedingungen alles andere als einfach, was zu viel Action im Rennen führte.

Am Ende setzte sich Lewis Hamilton in einem spannenden Rennen gegen Nico Rosberg durch und sicherte sich stilsicher mit einem Sieg vorzeitig seinen dritten WM-Titel. Rosberg im zweiten Mercedes musste nach einem Rennen voller Höhen und Tiefen einen bitteren zweiten Rang verdauen, denn ein kleiner Ausrutscher kostete ihn in der Schlussphase einen möglichen Sieg. Das Podium komplettierte als Dritter Sebastian Vettel im Ferrari.

WM-Punkte gab es ebenfalls für Max Verstappen im Toro Rosso auf dem vierten Rang vor Sergio Perez (Force India), Carlos Sainz (Toro Rosso), Jenson Button (McLaren), Pastor Maldonado (Lotus), Felipe Nasr (Sauber) sowie Fernando Alonso (McLaren).

Keine Zähler gab es dahinter für Daniel Ricciardo im Red Bull vor Lokalmatador Alexander Rossi im Manor-Marussia auf Position zwölf. Dahinter eine lange Liste an ausgefallenen Fahrern, darunter Nico Hülkenberg (Force India), Marcus Ericsson (Sauber) und Kimi Räikkönen (Ferrari).

Rosberg verpatzt die ersten Meter

Rosberg erwischte einen schwächeren Start als Hamilton und versuchte, in der ersten Kurve rechts neben Hamilton zu bleiben, musste dadurch jedoch in der Linkskurve neben die Strecke, weil ihm der Weltmeister keinen Platz ließ. Während der Brite die Führung behalten konnte, fiel der Pole-Mann dadurch hinter Kwjat, Ricciardo und Perez zunächst auf den fünften Rang zurück.

Bereits in der zweiten Runde musste Bottas mit kaputter Nase an die Box und holte sich bei der Gelegenheit gleich einmal Trockenreifen ab. Auch Alonso war gezwungen, mit seinem McLaren an die Box zu kommen - Plattfuß hinten, nachdem sich Massa im Williams in Kurve eins in ihn hineingedreht hatte. Ausgerechnet zum 400. Grand Prix des Sauber-Teams fuhren sich unterdessen Ericsson und Nasr gegenseitig ins Auto, der Brasilianer musste sich einen neuen Frontflügel abholen.

Die Reihenfolge nach den ersten drei von 56 Runden: Hamilton vor Kwjat, Ricciardo, Rosberg, Perez, Hülkenberg, Vettel, Verstappen, Button und Räikkönen auf dem zehnten Rang. Dahinter: Button, Ericsson, Massa, Maldonado, Grosjean, Nasr, Alonso, Bottas, Rossi und Stevens, der seinen Manor-Marussia an der Box abstellen musste.

Rosberg brilliert beim Restart

In der sechsten Runde aktivierte die Rennleitung das Virtuelle Safety-Car, um Trümmerteile von der Strecke räumen zu können. Bottas, der mit sehr langsamen Rundenzeiten unterwegs war, stellte seinen Williams in der siebten Runde mit einem Problem an der Box ab. In der achten Runde wurde das Rennen wieder freigegeben.

Rosberg nutzte den Restart und überholte innerhalb von wenigen Sekunden Ricciardo und Kwjat und war somit Zweiter. Der Mercedes-Pilot setzte sich während der Safety-Car-Phase neben Ricciardo, zuckte kurz und zog dann mit Freigabe des Rennens am Australier vorbei. Wenige Meter später packte sich der Wahlmonegasse dann auch den Russen im zweiten Red Bull.

Ab der elften Runde wurden beide Mercedes langsamer und die Red Bulls dahinter konnten wieder den Druck auf die Silberpfeile erhöhen. Grosjean, der auf Intermediates gewechselte hatte und somit den anderen Fahrern einen Hinweis geben konnte, wie gut diese funktionieren, musste sein Auto in der zwölften Runde mit nach einer Kollision überhitzenden Bremsen an der Box abstellen.

Wenige Sekunden später wagte Kwjat einen Angriff auf Rosberg, doch der Russe rutschte neben die Strecke. Ricciardo schlüpfte durch und schnappte sich in der nächsten Kurve gleich auch noch Rosberg. Danach dauerte es nicht mehr lange, bis der Australier an Hamiltons Heck klebte, den er aber wegen des PS-Defizits zunächst nicht überholen konnte.

Ricciardo übernimmt die Führung!

In der 15. Runde schnappte sich Ricciardo Hamilton und ging damit in Führung - und fuhr in der ersten Runde gleich einmal zwei Sekunden schneller als Hamilton! Die Red Bulls waren im Feuchten und mit abbauenden Intermediates klar die Schnellsten.

Zeit für Slicks

Die Abstände nach 18 Runden: Ricciardo 4,3 vor Hamilton, 4,9 auf Rosberg, 5,7 auf Kwjat, 15,1 auf Perez, 17,7 auf Vettel, 18,1 auf Verstappen, 18,8 auf Räikkönen, 19,5 auf Sainz, 21,1 auf Hülkenberg auf dem zehnten Rang. In der 19. Runde schnappte sich Rosberg Hamilton und der Brite steuerte prompt die Box an, zusammen mit Vettel und Verstappen.

In der 20. Runde kamen auch Ricciardo, Rosberg und Kwjat an die Box - die alle vor Hamilton wieder zurück auf die Strecke kehrten. Der Weltmeister damit nur noch Vierter! Einen Abflug hatte Räikkönen in der 20. Runde. Der Finne steckte anschließend in der Reifenstapelverkleidung fest, befreite sich aber in bester Rallye-Manier aus der Misere und steuerte mit demolierter Nase an die Box.

Runde 22 war jene der Mercedes: Hamilton schnappte sich Kwjat und Rosberg seinerseits Ricciardo und übernahm damit die Führung. Während Rosberg vorn deutlich davonzog, schnappte sich Vettel Kwjat und war damit Vierter. Gleichzeitig musste Massa seinen Williams abstellen - Doppelausfall für das Williams-Team.

Safety-Car kostet Rosberg den Vorsprung

Hamilton brauchte bis zur 26. Runde, dann war der Champion an Ricciardo vorbei und damit Zweiter während Räikkönen seinen Ferrari mit überhitzenden Bremsen abstellen musste. Pech für Rosberg: Da Ericsson auf der Strecke stehenblieb, rief die Rennleitung das Safety-Car auf die Strecke und Rosberg war seinen Vorsprung von über 15 Sekunden auf Hamilton los. Vettel, Hülkenberg, Perez, Sainz und Button holten sich neue Reifen ab. Vettel, auf den härteren Reifen, kann also im Vergleich zu den Mercedes und Red Bulls also durchfahren.

In der 33. Runde wurde das Rennen wieder freigegeben. In der ersten Kurve verbremste sich Kwjat und Vettel schlüpfte durch, eine Runde später war auch Ricciardo fällig. In der 36. Runde war das Rennen für Hülkenberg gelaufen: Wieder mal ein Crash für den Deutschen, diesmal nach einem Duell mit Ricciardo. Die Rennleitung aktivierte zur Bergung des Autos das virtuelle Safety-Car.

In der 38. Runde steuerte Rosberg die Box an. Hamilton hingegen blieb draußen, konnte also nicht in der langsamen Phase von einem Stopp profitieren. Die Reihenfolge nach dem Safety-Car: Hamilton vor Vettel, Rosberg, Verstappen, Button, Alonso, Perez, Sainz, Maldonado und Kwjat auf dem zehnten Rang. Dahinter: Ricciardo, Nasr und Rossi. In der 42. Runde konnte Rosberg locker an Vettel vorbeiziehen und war damit Zweiter.

Wieder Safety-Car nach Kwjat-Unfall

In der 43. Runde musste das Safety-Car erneut ausrücken, nachdem Kwjat in Kurve 19 auf den nassen Teppich kam, sich wegdrehte und in die Leitplanken krachte. Der Russe rollte zurück über die Strecke und blieb am Streckenrand stehen. Hamilton nutzte die Gunst der Stunde und kam an die Box. Auch Vettel kam nochmals an die Box und holte sich die weicheren Reifen ab.

Die Reihenfolge hinter dem Safety-Car: Rosberg vor Hamilton, Verstappen, Vettel, Alonso, Perez, Ricciardo, Button, Maldonado und Sainz. Dahinter: Rossi und Nasr - acht Autos aus dem Rennen. In der 46. Runde wurde das Rennen wieder freigegeben. Nur eine Runde später schnappte sich Vettel Verstappen und war damit Dritter.

Rosberg patzt und Hamilton geht vorbei

In der 49. Runde leistete sich Rosberg auf einem feuchten Fleck einen Fehler und Hamilton schlüpfte durch, brachte sich damit wieder in die Position, sich vorzeitig den dritten WM-Titel zu sichern. In der Schlussphase des Rennens wurde es nochmal spannend, denn Vettel kam Rosberg näher. Würde Vettel Zweiter, wäre Hamilton noch nicht vorzeitig Weltmeister.

Ausführlicher Rennbericht folgt an dieser Stelle in Kürze

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