Formel 1 USA 2015: Zweites Freies Training fällt ins Wasser

, 23.10.2015

Eine Schlechtwetterfront über Austin ist stark genug, um die Formel 1 in die Knie zu zwingen: An ein zweites Freitagstraining ist nicht zu denken

Nachdem am Vormittag auf abtrocknender Strecke zumindest ein wenig für den Grand Prix der USA trainiert werden konnte, war am Nachmittag an Testkilometer in Austin nicht zu denken. Denn über dem 5,516 Kilometer langen Circuit of The Americas hingen dicke schwarze Gewitterwolken, die nicht nur Blitze gen Boden schickten, sondern auch jede Menge Wasser.

Während die Streckenbetreiber die Zuschauer dazu aufforderten, in Autos oder in Gebäuden vor dem Gewitter Schutz zu suchen, und die Streckenposten in Sicherheit brachten, mussten sich die Fahrer und Teams in Geduld üben und warten, ob es am Freitag überhaupt noch einmal auf die Strecke gehen würde. Grund für die Vorsicht der Rennleitung: "Ein lokales Gesetz in Austin", wie Formel-1-Experte Alexander Wurz erklärt.

"Beim WEC-Lauf hatten wir vergangenes Jahr auch so starke Unwetter. Wenn es in der Nähe der Rennstrecke blitzt, dürfen die Streckenposten nicht auf ihren Positionen stehen, sondern sie müssen zurückgebracht werden", weiß der Österreicher. "Das dauert natürlich ewig lang, bis sie wieder in Funktion an der Strecke aufgestellt sind, um die 20 Minuten. Außerdem ist das Wetter immer noch schlecht und die Blitzgefahr immer noch da. Und es ist keine Verbesserung in Sicht."

Nach rund einer Stunde des Wartens gab die Rennleitung bekannt: Es findet am Freitag kein zweites Freies Training statt - der Rettungshubschrauber kann aufgrund der anhaltend schlechten Wetterbedingungen nicht starten. Die weiteren Wetterprognosen stimmen nicht optimistisch, denn die Überbleibsel des drittstärksten Hurrikans aller Zeiten, der sich vor der mexikanischen Pazifikküste gebildet hat, sollen am Samstag über den Kurs ziehen und Starkregen mit sich bringen. Und genau zum Qualifying erwartet Formel-1-Chefmeteorologe Steffen Dietz von UbiMet derzeit den Höhepunkt der Regenfälle an diesem Wochenende.

Und selbst wenn am Nachmittag gefahren worden wäre, nach dem nassen Training am Vormittag hätten die Fahrer nicht viele Runden gedreht, wie Force-India-Pilot Nico Hülkenberg erklärt: "Wir sind nur eine gezeitete Runde gefahren, weil es nass bleiben soll. Wir haben nur drei Sätze Intermediates und vier Sätze Regenreifen für das gesamte Wochenende. Wenn es weiterhin regnet, dann werden wir diese Pneus im Qualifying und Rennen noch brauchen."

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, der sich bei der Rennleitung höchstpersönlich von UbiMet die Wetterprognose ("Dass es regnet!"), rechnete schon nach rund einer Dreiviertelstunde Wartens nicht mehr damit, dass gefahren wird: "Wenn wir die Session jetzt starten würden, dann ginge doch sowieso niemand auf die Strecke. Wir müssen einfach warten. Ich denke, dass das zweite Freie Training nicht stattfinden kann. Es tut mir für die Zuschauer leid, die hierhergekommen sind, um Rennsport zu sehen - und jetzt werden sie nass bis auf die Haut. Ich hoffe, dass es morgen nicht so heftig wird."

Somit bleibt Nico Rosberg (Mercedes), der am Vormittag in 1:53.989 Minuten Bestzeit erzielt hatte, Tagesschnellster am Freitag in Austin. Die beiden Red Bulls, die er im Schlepptau hatte, waren im ersten Freien Training um mehr als eine Sekunde langsamer. Der angehende Weltmeister Lewis Hamilton (Mercedes) wurde Fünfter, Sebastian Vettel (Ferrari) Sechster.

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