"Ganz brutale Regeln": Wolff mit Fahrern strenger als Lauda

, 05.10.2016

Niki Lauda und Toto Wolff setzen im Mercedes-Stallkrieg auf verschiedene Wege: Warum Lauda wenig von Wolffs "brutalen Regeln" hält, dessen Ärger aber versteht

Das Mercedes-Duell um den Titel zwischen WM-Leader Nico Rosberg und Titelverteidiger Lewis Hamilton spitzt sich zu: Nur noch fünf Rennen bis zur Entscheidung. Für die Bosse Toto Wolff und Niki Lauda ist es eine Gratwanderung: Einerseits sind sie der Formel 1 einen heißen Titelkampf schuldig, andererseits müssen sie die Fahrer so im Griff haben, dass sie für Mercedes Topergebnisse bringen.

Dabei haben Wolff und Lauda durchaus unterschiedliche Herangehensweisen. "Der Toto tickt zurecht völlig aus, wenn die beiden zusammenkrachen", gibt der Aufsichtsratsvorsitzende Lauda gegenüber 'Sky.de' interessante Einblicke hinter die Kulissen: "Und zwar wegen seiner Verantwortung absolut zurecht - in seiner Verantwortung. Da kommt es sehr oft vor, dass er mit ganz brutalen Regeln hineinfahren will."

Lauda, der selbst dreimaliger Formel-1-Weltmeister ist, stellt sich in dieser Thematik oft an die Seite der Piloten: "Da bin ich der Gute, der Weichere, und ich sage: Das sind Rennfahrer, und das ist einfach so. Ich weiß aus meiner aktiven Zeit, wie betrübt man sein kann, wenn das Management zu viel auf einen draufhaut."

Wolffs Sorge: Nur keine Spaltung des Teams

Nach den großen Kollisionen in Spa 2014 sowie in Barcelona und Spielberg 2016 drohte Wolff mit Stallregie, sollte es zwischen den Rivalen noch einmal krachen. Es gibt interne Regeln, wie sich die beiden im Zweikampf zu verhalten haben, aber bislang durften Hamilton und Rosberg stets frei fahren.

Mercedes-Motorsportchef Wolff setzt im Umgang mit seinen Piloten auf einen Mittelweg. "Man muss es nicht übermanagen", erklärt er gegenüber 'Sky.de'. "Man darf sie allerdings auch nicht völlig aufeinander losgehen lassen, weil da kreiert sich eine Kontroverse zwischen den beiden Seiten der Garage. Und das wollen wir gar nicht."

Wie Mercedes vorgeht

Aus diesem Grund gibt es bei Mercedes nur einen Strategieverantwortlichen für beide Seiten, damit kein Keil in die Mannschaft getrieben wird. Außerdem mussten in der Winterpause einige Teammitglieder von der einen auf die andere Seite der Garage wechseln, damit die Positionen nicht zu verhärtet sind.

Wie Wolff das Verhältnis zwischen Hamilton und Rosberg einschätzt? "Wenn du um die WM kämpfst, ist der Teamkollege der größte Gegner", ist ihm klar. "Und da gibt es auch ungute Momente wie in Österreich oder Barcelona. Da sind sie natürlich nicht gut aufeinander zu sprechen."

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