Gerhard Berger: Formel 1 sollte es wie die MotoGP machen

, 28.09.2016

Mehr Motorleistung, weniger Grip: Gerhard Berger weiß, wie die Formel-1-Rennen aufregender wären, und zweifelt an den neuen Regeln für 2017

Gerhard Berger ist nicht überzeugt davon, dass die neuen Formel-1-Regeln für 2017 der Weisheit letzter Schluss sind. Breitere Reifen und ein insgesamt spektakuläreres Aussehen seien zwar "optisch der richtige Weg", erklärt er gegenüber 'ServusTV', aber: "Ob es dann für die Show das bringt, was man sich erhofft, das bezweifle ich."

"Man wird zwar schnellere Rundenzeiten haben, um zwei, drei, vier Sekunden, wenn man die Aerodynamik dazugibt. Aber die Rundenzeit ist für den Fan am Fernseher oder auch an der Rennstrecke nicht richtig erkennbar", glaubt Berger. Seiner Meinung nach sollte sich die Formel 1, wenn sie sich schon neu ausrichtet, an der MotoGP orientieren. Das heißt: weniger Aerodynamik, weniger Grip, mehr Motorleistung.

"Der spektakulärste Motorsport ist momentan die Motorrad-WM. Ein Motorrad ist 20 Sekunden pro Runde langsamer als ein Formel-1-Auto. Trotzdem schaut es viel spektakulärer aus. Ich glaube, dass die Rundenzeit nicht das ist, was man angehen muss", erklärt der zehnmalige Grand-Prix-Sieger. Auf drei Strecken kann man das gut vergleichen, weil dort 2016 sowohl Formel 1 als auch MotoGP schon gefahren sind. Und der Vergleich fällt eindeutig aus.

In Barcelona fuhr Marc Marquez auf seiner Honda eine Pole-Runde von 1:43.6 Minuten. Da war Lewis Hamilton um 21,6 Sekunden schneller. In Spielberg erzielte Andrea Iannone auf der Ducati eine Bestzeit von 1:23.1 Minuten. Das wurde von der Formel 1 um 15,2 Sekunden unterboten. In Silverstone war die Differenz sogar noch größer. Das ist aber nicht vergleichbar, weil das Qualifying der MotoGP dort verregnet war.

"Ein Motorrad hat mit schmalen Rädern fast 300 PS. Da ist das Verhältnis Motor zu Grip ganz anders als in der Formel 1. Ich glaube, das ist der Schlüssel zu spektakuläreren Rennen", sagt Berger. "Wenn die Hälfte Grip ist und du ein Drittel mehr Leistung hast, ist so ein Ding unglaublich schwer zu handlen. Dann passieren Fehler, dann steht man quer, dann ist man spektakulär. In diese Richtung sollte die Formel 1 gehen. Man muss den Grip im Verhältnis zur Motorenleistung verändern."

"Wir hatten in meiner Zeit spektakuläre Rennen mit bis zu 1.400 PS. Wir hatten die Hälfte des Abtriebs, den die Autos heute haben. Es war ein Ritt auf der Kanonenkugel, diese 1.400 PS auf die Strecke zu bringen! Das hat der Zuschauer gesehen, die Bewegungen am Lenkrad", so Berger. "Wir konnten am Funk nicht einmal sprechen, weil wir keine Luft hatten dazu, und nach dem Rennen wurde uns aus dem Auto geholfen, weil wir so fertig waren. Da müssen wir wieder hin."

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