Gerüchte: Honda bei Entwicklung drei Monate im Rückstand

, 30.09.2014

Honda kehrt 2015 als Antriebspartner von McLaren in die Formel 1 zurück, doch glaubt man den Spekulationen, laufen die Vorbereitungen alles andere als rund

Die Gerüchte kursieren im Fahrerlager schon länger, aber jetzt scheinen sie sich zu verdichten: Motorenhersteller Honda, der 2015 nach sechs Jahren Pause wieder in die Formel 1 zurückkehrt, kämpft laut 'Autosprint' mit großen Problemen bei der Entwicklung der neuen V6-Turbo-Antriebseinheit, die man ab der kommenden Saison zunächst exklusiv an McLaren liefern wird.

Laut den italienischen Kollegen läuft der Verbrennungsmotor in Japan noch immer nicht auf dem Prüfstand, und man hinkt bei der Entwicklung drei Monate hinterher. Angeblich verbraucht der Motor derzeit zu viel Sprint und bringt zu wenig Leistung. Honda lässt nun offenbar nichts unversucht, um doch noch die Kurve zu kriegen, und soll das Budget und das Personal für das Entwicklungsprojekt deutlich erhöht haben.

Glaubt man dem Bericht, dann konzentrieren sich die Probleme nicht nur auf Japan. Auch in der McLaren-Fabrik, wo das Energierückgewinnungs-System entwickelt wird, dürfte man noch mit der Haltbarkeit kämpfen. Da der Verbrennungsmotor noch nicht fertig ist, muss man auf dem Prüfstand offenbar mit einem Prototypen Vorlieb nehmen, der mit der 2015er-Version nicht viel zu tun hat.

Renault warnte vor "heftigem" Honda-Zeitplan

Die Gerüchte sind insofern interessant, dass McLaren-Teamchef Eric Boullier noch im Juni andeutete, dass man perfekt im Zeitplan liege: "Das ist ein großes Projekt und dauert natürlich auch seine Zeit, es aufzubauen. Deswegen braucht es einen genauen Zeitplan und Ziele. Im Moment denke ich, dass alles passt und bis zum ersten Rennen nächstes Jahr funktioniert."

Bei Renault warnte man währenddessen schon Anfang des Jahres, dass sich Honda möglicherweise zu viel vorgenommen hat, denn zwischen der Bekanntgabe des Comebacks und dem ersten Streckentest im Frühjahr 2015 liegen nur eineinhalb Jahre. "Honda hat einen heftigen Zeitplan zu erfüllen", sagte Renaults Motorenchef Rob White im Frühjahr. "Die Frage, wie man das Projekt und die Tests auf und neben der Strecke organisiert, ist knifflig."

Auswirkungen auf Alonsos Cockpit-Poker?

Die Spekulationen bergen auch in Hinblick auf die Situation auf dem Fahrermarkt Brisanz: Für Ferrari-Ass Fernando Alonso, der zuletzt unter anderem mit McLaren in Verbindung gebracht wurde, würde es unter diesen Umständen wenig Sinn ergeben, seine Karriere in Woking fortzusetzen, da bereits die aktuelle Saison gezeigt hat, wie sich Probleme bei der Antriebseinheit niederschlagen können.

Der Spanier ist bereits 34 Jahre alt, hat also nur noch begrenzt Zeit, um sich den Traum vom dritten WM-Titel zu erfüllen. Verlässt er Ferrari und kehrt er zu McLaren zurück, dann sieht es diesbezüglich düster - unter der Bedingungen, dass sich die Spekulationen als wahr erweisen.

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