Grosjean widerspricht Perez: Autos können Fahrer "zerstören"

, 20.03.2017

Die Haas-Piloten widersprechen der Aussage von Perez, dass die neuen Formel-1-Autos gar nicht härter wären - G-Kräfte lassen nicht nur den Nacken schmerzen

Die Formel 1 wird wieder etwas für echte Kerle, hieß es, seit die Formel-1-Regeln für die Saison 2017 festgelegt wurden. Die neuen Autos, 20 Zentimeter breiter und deutlich schnittiger als ihre klobig wirkenden Vorgänger, fordern den Fahrern alles ab - bis hin zur Ohnmacht, wie Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery es dramatisch formulierte. Doch dann stellte sich Force-India-Pilot Sergio Perez vor die Presse und behauptete, die Autos seien gar nicht anstrengender zu fahren.

Diese Aussagen verwunderten Experten angesichts der Tatsache, dass die Zeiten bei den Wintertestfahrten bereits bis zu 3,6 Sekunden schneller waren als die Polezeit von Lewis Hamilton aus dem Jahr 2016. Romain Grosjean, der in seine zweite Saison mit dem Haas-Team geht, glaubt, eine Erklärung für Perez' Äußerungen gefunden zu haben. "Ich habe mich auch nicht schlecht gefühlt", pflichtet der Franzose dem Mexikaner bei. "Aber sagen wir es so: Wäre ich physisch auf dem Level vom vergangenen Jahr, wäre ich zerstört worden. Die Autos sind viel anstrengender als damals."

Schuld ist für ihn eindeutig das Training: "Wir haben da wirklich Gas gegeben und haben uns vielleicht sogar ein bisschen übertrainiert. Denn es ist nicht so schlimm wie wir dachten." Das ursprüngliche Ziel von fünf Sekunden schnelleren Autos wurde bislang noch nicht erzielt. Doch die neue Fahrzeuggeneration steht erst am Beginn ihres Entwicklungszyklus. "Einige Rennen werden dieses Jahr episch", kündigt Grosjean an. "Speziell, wenn es heiß wird und wir auf schnellen Strecken fahren, wird es für den Körper brutal." Der Circuit de Barcelona-Catalunya ist mit seinen schnellen Kurven bereits ein solcher Gradmesser.

Grosjean und auch sein neuer Haas-Teamkollege Kevin Magnussen spürten die höheren G-Kräfte nicht nur im Nacken, sondern auch in den Beinen. "Das kam von dem Kampf, die Knie voneinander fern und gerade zu halten", glaubt der Däne. "So etwas habe ich noch nie zuvor gespürt. Und auch meine Pobacken wurden gefordert, was komplett neu für mich war."

Doch beide Piloten freuen sich auf die Tortur. "Es ist gut, das alles so zu spüren; genau das wollen wir", lässt Magnussen durchblicken." Wir wollen schnell sein und das Auto ans Limit bringen. Diese Boliden erlauben genau das." Grosjean pflichtet ihm bei: "Es wird hart für den Körper. Aber ich liebe die Herausforderung. Ich denke immer daran, besser vorbereitet und trainiert zu sein. Da war dies eine schöne Bestätigung, dass wir uns gut vorbereitet haben."

Jetzt kommentieren
Jetzt bewerten

Zum Bewerten musst Du registriert und eingeloggt sein.

Weitere Formel 1-News

Ross Brawn hofft, dass die Topteams einlenken und auf hohe Boni verzichten

Vorbild NFL: Ross Brawn hofft auf Kooperation der Teams

Ross Brawn bastelt fleißig an der Zukunft der Formel 1. Der neue Sportchef der Königsklasse möchte eine fairere Einnahmenverteilung ab der Saison 2021 erreichen. Vorher ist das nicht …

Hätte Sebastian Vettel in Barcelona noch viel schneller fahren können?

Romain Grosjean verrät: Ferrari hält noch Leistung zurück

Ferrari hinterließ bei den Testfahrten in Barcelona in diesem Winter vielleicht den stärksten Eindruck . Die Scuderia brannte Reihenweise Bestzeiten in den Asphalt und konnte Mercedes Tag für …

Kevin Magnussen hofft, dass er von den neuen Regeln profitieren könnte

Weniger Überholmanöver: Mehr Chancen auf Sensationen?

Viele Experten sagen für die Formel-1-Saison 2017 weniger Überholmanöver als in den vergangenen Jahren voraus. Zwar sollen die neuen Pirelli-Reifen ein härteres Pushen erlauben, und damit …

Christian Horner hofft, dass Chase Carey und Co. die Formel 1 noch vorne bringen

Horner hofft: Liberty wird keine Mercedes-Dominanz erlauben

Führt auch in der Formel-1-Saison 2017 wieder kein Weg an Mercedes vorbei? Zwar hinterließ Ferrari bei den Testfahrten in Barcelona einen starken Eindruck, und auch Red Bull haben zahlreiche …

Dass Mercedes und Ferrari das Heck des RB13 sehen, glaubt Max Verstappen nicht

Max Verstappen fürchtet: Red Bull in Melbourne nicht …

Fragt man nach den Favoriten für die neue Formel-1-Saison 2017, dann ist sich die große Mehrheit einig, dass der Sieg in Australien nur über die großen Drei - Mercedes, Red Bull und …

AUCH INTERESSANT
20 unglaubliche Fakten: Pikes Peak und der Fabel-Rekord

AUTO-SPECIAL

20 unglaubliche Fakten: Pikes Peak und der Fabel-Rekord

Härter, schneller und noch krasser: „Pikes Peak“ ist der „Heilige Gral“ unter den Bergrennen und geht in die Extreme. Volkswagen war dort so schnell wie niemand zuvor und schaffte es, einen …


Formel1.de

TOP ARTIKEL
Ford Mustang Bullitt 2018: Der erste Check und der Preis
Ford Mustang Bullitt 2018: Der erste Check und …
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im Sport-Test?
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im …
Louis Vuitton Ferrari gehört 15-jährigem
Louis Vuitton Ferrari gehört 15-jährigem
News-Abo
Jeden Morgen kostenlos per E-Mail:
Aktuelle Artikel
Jaguar I-Pace Test: Bringt dieser Elektro-SUV die Wende?
Jaguar I-Pace Test: Bringt dieser Elektro-SUV …
LKW Versicherung: So einfach gibt es das günstige Paket
LKW Versicherung: So einfach gibt es das …
VW Touareg R-Line 2018 Test: Das Update auf ein neues Level
VW Touareg R-Line 2018 Test: Das Update auf ein …
BMW X4 M40d 2018 Test: Was er besser kann als der BMW X3
BMW X4 M40d 2018 Test: Was er besser kann als …
Seat gliedert Cupra aus: Die Taktik für den Erfolg
Seat gliedert Cupra aus: Die Taktik für den Erfolg


Speed Heads - Sportwagen- und Auto-Magazin

Das Auto und Sportwagen Magazin mit täglich aktualisierten Auto News, Motorsport News, Auto Tests, Sportwagen Berichten und der streng geheimen Auto Zukunft. Speed Heads ist die Community für echte Auto-Fans und informiert im Sportwagen Magazin über Neuigkeiten aus der Welt der schnellen Autos.

  • emotiondrive Logo
  • Torpedo Run Logo
  • Motorsport Total Logo
  • autoaid Logo