Große Freude bei Haas: Hätten mehr Probleme erwartet

, 26.02.2016

Das Haas-Team zeigte bei den Testfahrten in Barcelona eine starke Vorstellung - Den Haas-Chef beeindruckt das Team jedoch vor allem im Umgang mit Problemen

Wenn es bei den ersten von zwei Formel-1-Testfahrten auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya eine Offenbarung gegeben hat, dann das neue Haas-Team. Romain Grosjean und Esteban Gutierrez spulten an den vier Tagen der ersten Testwoche insgesamt 281 Runden ab. Obwohl Kinderkrankheiten wie der defekte Frontflügel oder die Elektronikprobleme das neue Team etwas Zeit kosteten, haben Gene Haas und Teamchef Günther Steiner mit Recht ein breites Lächeln im Gesicht.

Zum krönenden Abschluss konnte Esteban Gutierrez am Donnerstag eine komplette Renndistanz mit dem VF-16 zurücklegen. "Damit konnten wir im Vorfeld nicht rechnen, ich hätte viel mehr Probleme erwartet", sagt Steiner, dem die Zufriedenheit sichtlich anzumerken war. "Eine ganze Renndistanz abzuspulen war richtig cool. Man hofft zwar stets das Beste, aber man konnte als neues Team nicht mit einer solchen Erwartungshaltung in die Testfahrten gehen. Hätte man das getan, wäre man nur enttäuscht worden. So können wir aus dem Barcelona-Test wirklich Mut schöpfen. Ich will wirklich nicht arrogant klingen, aber wir aber ich bin positiv überrascht und stolz."

Für das Team war die Simulation eines kompletten Formel-1-Rennens Gold wert: So konnten wichtige Daten nun bereits schon in der ersten Woche gewonnen werden. "In erster Linie wollten wir ein Gefühl für die Reifen ihren Verschleiß gewinnen", erläutert Steiner. " Wir haben ja keine Daten, auf die wir zurückgreifen können, sondern lediglich ein paar erfahrene Leute, die bislang an anderen Autos gearbeitet haben. Aus diesem Grund habe er nicht einmal die Zeiten mit der Konkurrenz verglichen.

Für jedes Problem eine Lösung

Ganz ohne Probleme lief es natürlich nicht, aber von Bastelbuden früherer neuer Formel-1-Teams, die zum Teil noch beim Saisonauftakt im freien Training ihre Fahrzeuge zusammengeschraubt haben, ist das Team von Gene Haas ganz weit entfernt. Am ersten Tag der Testfahrten ging der Frontflügel zu Bruch, wodurch das Team den Rest des Tages mit reduzierter Geschwindigkeit fuhr. Doch das Team beeindruckte Steiner mit seiner Anpassungsfähigkeit: "Wir haben schon am nächsten Tag das Fahrzeug wieder mit Höchstgeschwindigkeit bewegt. Ich bin da sehr stolz auf die Mannschaft."

Und diese Mannschaft wurde auch am finalen Tag der ersten Testwoche noch einmal auf die Probe gestellt: Esteban Gutierrez hatte zunächst kurz vor der Mittagspause ein Problem mit der Bremse. Alles halb so wild, beschwichtigt Steiner: "Wir haben geschaut, wie viel Kühlabdeckung wir fahren können, weil wir noch nie so viele Runden an einem Stück absolviert haben. Und da haben wir scheinbar die Kühlleistung etwas überschätzt."

Das Problem sei kein großes gewesen, "nur wenn diese Autos mal ein Problem haben, dauert es halt zwei Stunden, sie zu reparieren", bemerkt der 50-Jährige. "Aber wir haben eine Lösung für alle Probleme gefunden und das ist sehr positiv." Am Nachmittag war es dann die ECU, die den Testtag um eine Stunde verkürzte. "Wir hätten gerne noch eine richtig schnelle Runde mit Esteban gedreht, aber das ging dann natürlich nicht mehr. Natürlich wären wir noch zufriedener, wenn diese Probleme nicht aufgetreten wären, aber wir sind auch so schon ziemlich glücklich", so Steiner.

Auf den Lorbeeren ausruhen will sich das Team natürlich nicht. "Wir haben noch viel Arbeit vor uns", mahnt der Teamchef. Die größte Herausforderung sei es nun, genug Ersatzteile bis Melbourne herzustellen. "Ich sehe aber keine Probleme. Es ist harte Arbeit, aber wir werden das hinbekommen." In der kommenden Testwoche werden Gutierrez und Grosjean das zweite Chassis in Barcelona einsetzen.

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