Hamilton: Fernando Alonso genauso gut wie Schumacher

, 11.05.2015

Lewis Hamilton kann sich vorstellen, dass McLaren-Honda die Aufgabe Formel 1 unterschätzt hat, und bedauert seinen früheren Teamkollegen Fernando Alonso

Der amtierende Weltmeister Lewis Hamilton ist - obwohl er den Grand Prix von Spanien nicht gewonnen hat - weiterhin der Mann der Stunde in der Formel 1. Aber er hält auch große Stücke auf seinen ehemaligen McLaren-Teamkollegen Fernando Alonso, der momentan nicht das Material hat, sich in Szene zu setzen: "Michael Schumacher hat sieben Titel gewonnen, aber was das Talent angeht, ist Fernando auf dem gleichen Niveau", wird Hamilton von 'El Pais' zitiert.

Daher kann er sich gut vorstellen, dass Alonso trotz aller anderslautenden Beteuerungen derzeit lieber in einem Ferrari als in einem McLaren sitzen würde: "Du musst zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Er hat seine eigene Entscheidung getroffen, aber wenn du dir jetzt Ferrari anschaust, wie gut es bei denen läuft, und wenn du dir vor Augen führst, dass er eigentlich noch einen Vertrag hatte, dann denkst du dir nur: 'Mein Gott!'"

Hamilton selbst hat sich goldrichtig entschieden, als er McLaren Ende 2012 verließ, um bei Mercedes anzudocken. Nach einem Übergangsjahr wurde er 2014 Weltmeister - und 2015 ist er auf dem besten Weg, seinen dritten Titel zu gewinnen. "Als ich sie in Australien so auf verlorenem Posten sah, dachte ich mir: Wie kann das sein?", sagt der ehemalige McLaren-Fahrer. "Mit ihrer Fabrik, ihrer Geschichte, ihrem Potenzial erscheint das fast unmöglich."

McLaren fährt seit dieser Saison mit Honda-Motoren und hinkt der Konkurrenz hoffnungslos hinterher. In Barcelona fuhr Jenson Button - mit Ausnahme von Manor-Marussia - als letzter gewerteter Pilot über die Ziellinie. Außerdem drohen bald die ersten Strafen wegen Motorwechsel, sodass Button befürchtet, die Saison 2015 könnte zur kompletten Nullnummer ohne WM-Punkte werden. Das hat es in der 46-jährigen McLaren-Geschichte noch nie gegeben.

"Sie haben sich entschieden, den Motor zu wechseln, und meine Erfahrung sagt mir, dass so etwas in der Formel 1 passiert, wenn Herausforderungen unterschätzt werden", vermutet Hamilton. "2009 zum Beispiel, als der Doppeldiffusor ins Spiel kam, haben das die meisten unterschätzt. Ich liebe es, dass Mercedes nie etwas unterschätzt. Dass McLaren nicht um Siege kämpfen würde, war klar. Ich bin mir aber sicher, dass sie was wieder tun werden. Die Frage ist nur wann."

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