Hamilton: Vettel war 2017 nervenschwächer als früher

, 07.12.2017

Warum der Mercedes-Star seine Saison mit einem 100-Meter-Lauf Usain Bolts vergleicht - Er lässt in der Baku-Affäre Nachsicht anklingen: "Keiner ist Superman"

Mercedes-Star Lewis Hamilton ist überzeugt, dass sich sein WM-Rivale Sebastian Vettel in der Formel-1-Saison 2017 psychisch fragiler präsentiert hätte als in der Vergangenheit. Auf den Rammstoß beim Aserbaidschan-Grand-Prix angesprochen, sagt der Brite in einem Interview mit den 'Stuttgarter Nachrichten': "Seb hat in dieser Saison häufiger Nerven gezeigt als früher." Einen Vorwurf formuliert er ein halbes Jahr nach dem Vorfall nicht mehr, sondern äußert den Anflug von Verständnis.

Hamilton lässt Nachsicht anklingen: "Keiner von uns ist ein Superman, jeder kann unter extremem Druck versagen - bei manchen ist dieser Punkt früher, bei anderen später erreicht." Heißt im Subtext, dass er der abgebrühtere der beiden Spitzenfahrer gewesen wäre. "Sie haben es doch gesehen gegen Ende der Saison, da habe ich keinen Druck mehr gehabt und war wirklich nicht gut", so Hamilton lachend. "Je größer der Druck ist, je kritischer die Situation, umso besser - ich brauche das."

Die These des neuen Weltmeisters ist offenbar, dass Vettels Schwäche in seinem Umgang mit der Erwartungshaltung liegt. Er wisse, wie Menschen, die er lange Zeit kennt, unter Druck reagieren würden, sagt Hamilton, ohne zu behaupten, dass der Deutsche unter seinem eingebrochen wäre: "Das wäre nur Spekulation", winkt er gegenüber 'auto motor und sport' ab. Vielmehr hätte er gehofft, im Zweikampf mit dem Ferrari-Rivalen irgendwann von einer Nachlässigkeit zu profitieren.

"Das ist wie im Tennis", zieht Hamilton Parallelen. "Wenn Federer gegen Nadal spielt, wartet der eine auf eine kleine Schwäche des anderen. Ein halbes Prozent reicht da schon aus." Auf der Rennstrecke hätte die Konstanz den Ausschlag gegeben: "Ich vergleiche diese Saison mit einem 100-Meter-Lauf von Usain Bolt. Er kommt ja auch oft schlecht aus den Startblöcken. Doch dann schlägt er zurück." Tatsache: Hamilton gewann vor der WM-Entscheidung sechs von sieben Grands Prix.

Was ihm nicht verborgen geblieben ist, muss Vettel auch aufgefallen sein - so mutmaßt wohl Hamilton. Er wittert, dass der Heppenheimer verbessert aus der Winterpause kommen würde, wie es vor Jahresfrist das Ferrari-Team tat: "Ich gehe davon, dass er nächstes Jahr gestärkt zurückschlägt. Aber ich habe keine Angst davor. Wenn ich alles gebe, kann ich gegen jeden dagegenhalten."

Jetzt kommentieren
Jetzt bewerten

Zum Bewerten musst Du registriert und eingeloggt sein.

Weitere Formel 1-News

Stoffel Vandoorne und Co. bleiben absurde Gridstrafen in Zukunft erspart

Änderung beschlossen: Ende der absurden Gridstrafen ab 2018

Der Motorsport-Weltrat (WMSC) des Automobil-Weltverbandes (FIA) hat bei seinem Treffen am Mittwoch eine Änderung bei den ungeliebten Gridstrafen für die Formel-1-Saison 2018 beschlossen. Sobald ein Fahrer …

Chase Carey (rechts) will die Obergrenze, Christian Horner (links) ist skeptisch

Budgetobergrenze: Red-Bull-Teamchef "kein großer Fan"

Kommt die Budgetobergrenze in der Formel 1 oder kommt sie nicht? Nach dem jüngsten Treffen der Strategiegruppe erklärte Formel-1-Boss Chase Carey, dass es "eine breite Übereinkunft" gebe und man "alles in …

Der Aufreger 2017: Vettel ortet in Baku einen Brake-Test und rammt Hamilton

Sebastian Vettel: Möchte in Zukunft "etwas klüger" agieren

War Sebastian Vettel dieses Jahr zu wenig abgezockt? Der Ferrari-Star erklärt, dass er im Nachhinein in dieser Saison so manches anders machen würde. Angesprochen auf sein Duell mit Mercedes-Star Lewis …

Christian Horner warnt Liberty Media davor, den Kalender noch weiter aufzublähen

Red-Bull-Teamchef: Zu viele Rennen schaden der Formel 1

Die Formel-1-Saison 2018 wird insgesamt 21 Rennen umfassen. Zwar verschwindet der Große Preis von Malaysia aus dem Kalender, dafür gibt es mit Frankreich und Deutschland aber gleich zwei Rückkehr, weshalb es …

Präsident Sergio Marchionne warnt Liberty Media vor zu radikalen Maßnahmen

"Drahtseilakt": Marchionne gegen zu viel Show in der …

Der neue Formel-1-Besitzer Liberty Media hat sich unter anderem das Ziel gesetzt, die Königsklasse in Nordamerika und insbesondere in den Vereinigten Staaten populärer zu machen. Beim diesjährigen Rennen in …

AUCH INTERESSANT
Walter Röhrl: Seine 7 besten Momente

AUTO-SPECIAL

Walter Röhrl: Seine 7 besten Momente

Walter Röhrl gehört zu den besten Rallye-Fahrern aller Zeiten und fuhr auch auf der Rundstrecke bedeutende Rennsiege ein. Jetzt wird es persönlich: Walter Röhrl kramt in seiner Fotokiste und …


Formel1.de

TOP ARTIKEL
Louis Vuitton Ferrari gehört 15-jährigem
Louis Vuitton Ferrari gehört 15-jährigem
RUF CTR Yellowbird 2017: Ein Wahnsinns-Preis für 710 PS
RUF CTR Yellowbird 2017: Ein Wahnsinns-Preis für …
Ford GT 2017: Warum Ferrari & Co. eine Schlappe kassierten
Ford GT 2017: Warum Ferrari & Co. eine …
News-Abo
Jeden Morgen kostenlos per E-Mail:
Aktuelle Artikel
Oettinger VW Golf 400R: Die Polizei dreht durch
Oettinger VW Golf 400R: Die Polizei dreht durch
Mercedes G 500 4x4² von Jon Olsson: Ein krankes Biest!
Mercedes G 500 4x4² von Jon Olsson: Ein krankes …
Hyundai i30 N Performance Test: Die neue Empfehlung im Segment
Hyundai i30 N Performance Test: Die neue …
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im Sport-Test?
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im …
Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio: 510 PS zum heißen Preis
Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio: 510 PS zum …


Speed Heads - Sportwagen- und Auto-Magazin

Das Auto und Sportwagen Magazin mit täglich aktualisierten Auto News, Motorsport News, Auto Tests, Sportwagen Berichten und der streng geheimen Auto Zukunft. Speed Heads ist die Community für echte Auto-Fans und informiert im Sportwagen Magazin über Neuigkeiten aus der Welt der schnellen Autos.

  • emotiondrive Logo
  • Torpedo Run Logo
  • Motorsport Total Logo
  • autoaid Logo