Hamilton widersetzt sich Filmverbot: "Es hilft der Formel 1"

, 07.04.2016

Im Streit um Aktivitäten auf einer Social-Media-Plattform geht Hamilton auf Konfrontationskurs und verteidigt Internetvideos - Rückendeckung von Mercedes?

Lewis Hamilton hat sich einem Filmverbot im Formel-1-Paddock widersetzt und auf einer Social-Media-Plattform ein Video aus dem Fahrerlager veröffentlicht. Der Mercedes-Pilot nahm in Bahrain bereits am Donnerstag Bewegtbild auf und machte es seinen Fans auf Snapchat - einem Dienst für den Sofortversand von Medien - kurzfristig zugänglich. Auf den Vorfall angesprochen machte Hamilton Front gegen das Verbot, was auch als Provokation Bernie Ecclestones verstanden werden darf.

Er begreift die Nutzung der sozialen Medien als Instrument der Fannähe: "Die Fans sollten wissen, was in meinem Leben passiert. Ich würde liebend gerne jetzt das Handy nehmen und alles filmen", so Hamilton noch während des Grand Prix'. Auf dem zehn Sekunden langen Clips waren Eindrücke aus der Mercedes-Box, von einer spontanen Autogramm-Session auf dem Weg ins Paddock und von wartenden Fotografen zu sehen, die der Brite seinen Anhängern gerne nahe bringen wollte: "Die Menschen wissen doch nicht, was wir tun. Sie ahnen nicht, dass wir donnerstags mit Journalisten zusammensitzen."

Was er in das Internet stellt, sei "ein wertvoller Einblick, den eine TV-Kamera nie liefern" könnte, glaubt Hamilton. "Es schadet dem Sport nicht, sondern es hilft ihm." Ecclestone sieht die Sache deshalb anders, weil die Fernsehrechte an der Formel 1 seit seiner Machtübernahme das Fundament seines wirtschaftlichen Erfolges bilden. Die Millioneneinnahmen sichert er ab, indem er rechtlich rigoros gegen illegal veröffentlichtes Material und seine Urheber vorgeht. Hamilton hat dafür sogar Verständnis.

Er sagt über den Konflikt: "Ich verstehe es, weil kommerzielle TV-Deals dran hängen, die viel Geld wert sind. Man muss dafür zahlen und das akzeptiere ich." Es bleibt aber ein schräger Tenor haften, wenn den Worten offenbar keine Taten folgen, denn von dem Verbot wusste Hamilton: "Das Team wurde informiert und erklärte mir, ich solle aufhören." Von den Silberpfeilen - denen eine saftige Rechnung von Ecclestones Anwälten ins Haus flattern könnte - belangt zu werden, befürchtet der Champion nicht.

Er vertraut auf Sportchef Toto Wolff, der selbst übrigens auf keiner Social-Media-Plattform aktiv ist. Trotzdem soll der Österreicher Snapchat goutieren: "Mercedes wird von jungen Menschen geführt, die es verstehen. Mein Chef kapiert, dass es ein wichtiger und toller Kommunikationskanal ist, auf dem man sich präsentieren kann. Die Fans stimmen mir nicht immer zu, aber sie merken, dass das ich bin, sie spüren meine Leidenschaft. Das sollte man frei äußern dürfen", verteidigt sich Hamilton.

Dass sich die Fahrergewerkschaft GPDA das Thema auf die Fahne schreiben und dagegen mobil machen sollte, findet Hamilton, der selbst kein Mitglied ist, nicht. "Viele Fahrer betreiben keine Social-Media-Kanäle", sagt er und spielt auf den Kollegen Vettel an, der bei Facebook und Co. nicht zu finden ist: "Sebastian tut das nicht. Warum er nicht so mit seinen Fans kommunizieren möchte wie ich, ist seine Sache. Ich denke nicht an mein Image. Ich leben einfach mein Leben. Ob das jetzt Pop ist, ist mir egal."

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