Teams setzen sich durch: 2015er Qualifying kehrt zurück

, 07.04.2016

Niederlage für Todt und Ecclestone: Mit sofortiger Wirkung wird das alte Format in der Formel 1 wieder eingeführt - "Kumuliertes" Qualifying durchgefallen

Die elf Formel-1-Teams haben sich mit ihrer gemeinsamen Forderung nach einer Rückkehr zu dem bewährten Qualifying-Modus der Saison 2015 gegen die FIA und Bernie Ecclestone durchgesetzt. Wie 'Sky Sports F1' berichtet, ist das das Ergebnis einer Telefonkonferenz aller Parteien, die am Donnerstag stattfand. Dem "kumulierten Qualifying" wurde dabei wie erwartet eine Absage erteilt. Beim anstehenden China-Grand-Prix wird die Rolle rückwärts Wirklichkeit.

Für eine erneute Änderung des Formats und eine Abkehr von der aktuellen "Reise nach Jerusalem" ist Einstimmigkeit nötig gewesen. Ergo wäre der umstrittene Modus bis auf Weiteres erhalten und Teil des Sportlichen Reglements der Formel 1 geblieben, hätte man sich nicht verständigt - nach Stürmen der Kritik ein Szenario, dass niemand in Kauf nehmen wollte. Weil die FIA und Ecclestone mit aller Macht auf ein verändertes Format pochten, ist die Entscheidung ein Sieg der Teams.

Konkret heißt das: In Schanghai werden wieder drei Qualifying-Segmente gefahren. In den ersten 20 Minuten dürfen alle Autos auf die Strecke gehen, am Ende dieser ersten Session dürfen die langsamsten sechs Fahrer nicht weiter an der Qualifikation teilnehmen - der Knock-Out erfolgt aber wieder mit dem Ablaufen der Uhr, angefangene Runden dürfen beendet werden. Die betoffenen Autos nehmen die letzten Startpositionen ein. Analog geht es mit der zweiten Session über 15 Minuten weiter, ehe für der zehnminütige Shootout der Top 10 um die Pole-Position beginnt.

Die Änderung kommt nicht überraschend, schließlich hatten sich die Teams darauf am Rande des Australien-Grand-Prix geeinigt. Todt und Ecclestone wollten aber unbedingt eine Novelle und setzten erst eine zweite Chance für das überarbeitete Format durch, um anschließend ein neues Konzept zu entwickeln, gegen das die Mannschaften am Donnerstag mit einem Brief rebellierten.

Die Idee eines "kumulierten Qualifyings" entstand bei einem Treffen der Teamchefs mit FIA-Präsident Jean Todt, Serienboss Bernie Ecclestone und Pirelli am Rande des Bahrain-Grand-Prix am vergangenen Wochenende. Kernpunkt: Jeder Pilot hätte pro Qualifying-Session nicht eine, sondern zwei gezeitete Runden gebraucht, die zusammengezählt worden wären. Es wäre zwar bei drei Segmenten und dem Knock-Out-Prinzip geblieben, das Fallbeil aber erst am Ende der Sessions gekommen. Ergo: Die ungeliebte 90-Sekunden-Eliminierung hätte es nicht mehr gegeben.

Das Format war auf massive Kritik gestoßen: Für Mercedes-Sportchef Toto Wolff schlichtweg ein "Wahnsinn" und "ein Schlag etwas unterhalb der Magengrube", urteilte Niki Lauda verglichen mit dem aktuellen System, dass es sich um einen "noch schlechteren Vorschlag" handeln würde. Auch Sebasitan Vettel äußerte sich bei 'Sky Sports F1' deutlich: "Es wird es Zeit für einen Zirkusbesuch", so der Ferrari-Star, der deutlich wurde: "Die Idee ist gut, wenn man den Zufall entscheiden lassen will, aber in der Formel 1 sollte es aus meiner Sicht um Rennsport gehen. Es ist eine Scheißidee."

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