Offiziell: Ab China Rückkehr zum 2015er-Qualifying

, 07.04.2016

FIA und FOM bestätigen offiziell: Ab dem nächsten Formel-1-Rennen wird das Qualifying wieder nach den gleichen Regeln wie im Vorjahr ausgetragen

Das umstrittene Ausscheidungs-Qualifying in der Formel 1 ist wieder Geschichte. Ab dem Grand Prix von China (15.-17.04) wird die Qualifikation wieder nach den Regeln ausgetragen, die auch in der vergangenen Saison angewendet wurde. Das gaben der Automobil-Weltverband FIA und das Formula-One-Management FOM bekannt, nachdem die Teams einstimmig eine Rückkehr zum 2015er-Modell gefordert hatten.

"Auf einstimmige Bitte der Teams, die in einem heute eingegangenen Brief vorgetragen wurde, haben FIA-Präsident Jean Todt und Bernie Ecclestone als Vertreter der Inhaber der kommerziellen Rechte akzeptiert, der Formel-1-Kommission und dem Motorsportweltrat vorzuschlagen, zum in der Saison 2015 gültigen Qualifying-Modell zurückzukehren", heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung von FIA und FOM. "Sollte dieser Vorschlag von den Entscheidungsgremien angenommen werden, wird er am dem China-Grand-Prix in Kraft treten und für den Rest der Saison angewendet werden."

Vorbehaltlich der Zustimmung des Motorsport-Weltrats heißt das: In Schanghai werden wieder drei Qualifying-Segmente gefahren. In den ersten 20 Minuten dürfen alle Autos auf die Strecke gehen, am Ende dieser ersten Session dürfen die langsamsten sechs Fahrer nicht weiter an der Qualifikation teilnehmen - der Knock-Out erfolgt aber wieder mit dem Ablaufen der Uhr, angefangene Runden dürfen beendet werden. Die betroffenen Autos nehmen die letzten Startpositionen ein. Analog geht es mit der zweiten Session über 15 Minuten weiter, ehe für der zehnminütige Shootout der Top 10 um die Pole-Position beginnt.

Die Änderung kommt nicht überraschend, schließlich hatten sich die Teams darauf am Rande des Australien-Grand-Prix geeinigt. Todt und Ecclestone wollten aber unbedingt eine Novelle und setzten erst eine zweite Chance für das überarbeitete Format durch, um anschließend ein neues Konzept zu entwickeln, gegen das die Mannschaften am Donnerstag mit einem Brief rebellierten.

Die Idee eines "kumulierten Qualifyings" entstand bei einem Treffen der Teamchefs mit Todt, Ecclestone und Pirelli am Rande des Bahrain-Grand-Prix am vergangenen Wochenende. Kernpunkt: Jeder Pilot hätte pro Qualifying-Session nicht eine, sondern zwei gezeitete Runden gebraucht, die zusammengezählt worden wären. Es wäre zwar bei drei Segmenten und dem Knock-Out-Prinzip geblieben, das Fallbeil aber erst am Ende der Sessions gekommen. Ergo: Die ungeliebte 90-Sekunden-Eliminierung hätte es nicht mehr gegeben.

Das Ausscheidungs-Qualifying war auf massive Kritik gestoßen, vor allem weil in der Schlussphase der einzelnen Qualifying-Abschnitte der Fahrbetrieb meist zum Erliegen kam. Teamvertreter und Fahrer hatten sich mit teils drastischen Worten gegen das neue Format und die Idee eines kumulierten Qualifyings ausgesprochen. So nannte Sebastian Vettel den Vorschlag aus Bahrain schlicht eine "Scheißidee."

Abgehakt ist das Thema Qualifying damit allerdings nur für die laufende Saison, denn Todt und Ecclestone haben die Idee der Team aufgenommen, für die Saison 2017 die Gestaltung des gesamten Rennwochenendes noch einmal zu überdenken.

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