Harte Wartezeit für Lotus: "Was dich nicht umbringt..."

, 12.09.2015

Wie es um die Lotus-Übernahme durch Renault aussieht, warum die vergangenen Wochen für das Team so hart waren und wieso man in der Schuld der Rivalen steht

Bei Lotus hofft man weiter auf den Einstieg von Renault. Die Franzosen zieren sich noch und versuchen, hinter den Kulissen alles für ein Comeback als Werksteam klarzumachen. Angeblich will Renault-Boss Carlos Ghosn von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone eine schriftliche Bestätigung, dass man wegen seiner zwei WM-Titel 2005 und 2006 als privilegiertes Team behandelt wird und somit einen größeren Anteil an den Formel-1-Einnahmen erhält.

Für das Team selbst ist dies eine zermürbende Situation. Viele Teammitglieder wissen selbst nicht genau, wie es um einen Renault-Einstieg steht. Zudem sah sich Lotus zuletzt immer wieder mit rechtlichen Problemen konfrontiert: In Spa-Francorchamps wurde man vom Gerichtsvollzieher an der Abreise gehindert, weil Ex-Tester Charles Pic dem Rennstall einen Vertragsbruch vorwarf. Zahlreiche offene Rechnungen sorgten für weitere unangenehme Nebengeräusche.

Der stellvertretende Teamchef Federico Gastaldi hofft wie seine Mannschaft auf einen Renault-Einstieg: "Das wäre fantastisch für den Sport und extrem positiv für Enstone", sagt der Argentinier. "Aber solange der Vertrag nicht unterzeichnet, versiegelt und zugestellt ist, kümmern wir uns um unsere täglichen Aufgaben."

Und die sind derzeit alles andere als einfach zu lösen. "Man sagt: Was dich nicht umbringt, macht dich noch härter", schmunzelt Gastaldi. "Ich kann bestätigen, dass das Team sehr lebendig ist, aber wir haben ein sehr zehrendes Programm hinter uns. Alles war sehr eng, und wir haben die japanische Philosophie, alles gerade rechtzeitig zu machen, ein bisschen zu wörtlich genommen."

Dass das Team vor dem Bankrott stehe und die nächsten Grand-Prix-Teilnahmen fraglich sind, will er nicht bestätigen: "Glaubt keine der negativen Gerüchte, die ihr hört." Gastaldi verteidigt die Sponsoren von Lotus: "Sie haben alle zeitgerecht bezahlt, manche sogar früher. Wir schwimmen zwar - im Gegensatz zu einigen Rivalen - bei weitem nicht im Geld, aber wir haben die notwendigen Maßnahmen gesetzt, damit das Team in Zukunft effizienter und lebensfähiger ist."

Er ist stolz auf seine Truppe, die es trotz der Probleme in Belgien nach Monza geschafft hat. Zu allem Überdruss wurden dann von Freitag auf Samstag durch einen Sturm auch noch die Reifenwärmer des Rennstalls beschädigt.

Die Konkurrenz half aus, wofür sich Gastaldi nun bedankt: "Danke an die Teams, die uns geholfen haben. Ferrari, Sauber und Toro Rosso haben uns am Samstag Reifenwärmer geborgt, nach der Sturm unsere in der Nacht beschädigt hat." Man darf dabei nicht vergessen, dass es sich bei Sauber und Toro Rosso um direkte Konkurrenten im WM-Kampf handelte.

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