Hülkenbergs Saisonbilanz: Startcrashs waren "richtig kacke"

, 12.12.2016

Manchmal war er etwas "angenervt", doch die starke Entwicklung Force Indias versöhnte Nico Hülkenberg mit dem Jahre 2016 - Saisonbestleistung eingestellt

"Es war in Ordnung", sagt Nico Hülkenberg auf seine Bilanz des Jahres 2016 angesprochen. Dass der lange ersehnte Formel-1-Podiumsplatz in der abgelaufenen Saison erneut nicht glückte, ist dem Emmericher dabei weniger ein Stachel im Fleisch als die Berg- und Talfahrt mit Force India sowie einige durch die Lappen gegangene Chancen auf beachtenswerte Resultate. Trotzdem können sich der neunte Rang in der Fahrer-Gesamtwertung und 14 Punktergebnisse in 21 Rennen sehen lassen.

Highlight war ohne Zweifel der vierte Rang beim Heimspiel in Hockenheim vor der Sommerpause. Ein Muntermacher, der einem gelösteren und freudigeren Hülkenberg fortan anzumerken war. "Wir haben mit einem Auto angefangen, das nicht konkurrenzfähig war, das Problem aber schnell in den Griff bekommen", sagt er über Force Indias Formkurve. "Mitte des Jahres gab es eine schwierige Zeit, in der wir das Setup nie so hingekriegt haben, dass ich mich im Auto wohlgefühlt habe."

Die Sache wurde zur Belastungsprobe für das Nervenkostüm, die Hülkenberg mitunter sein Lächeln von den Lippen stahl. "Wenn die Dinge nicht so gut laufen oder man sich nicht wohlfühlt, merkt man es", erklärt der 29-Jährige und spricht davon, das Geduld gefragt sei - eine Tugend, für die Rennfahrer nicht unbedingt bekannt sind. "Besonders, wenn es sich über mehrere Rennen zieht und die Ingenieure einem nicht helfen können, ist man etwas angenervt." Seine gute Kinderstube käme aber selbst einem knatschigen Hülkenberg nicht abhanden: "Auch der sagt immer 'Guten Morgen!'"

Dennoch summierten sich die Zwischenfälle, in denen Rennpech ihm seine Sonntage verhagelte: "In Monaco haben wir die Strategie nicht hinbekommen. Da mussten wir uns selbst an die Nase fassen. In Brasilien haben wir einfach Pech gehabt." Hülkenberg musste bei drei Rennen nach der ersten Kurve die Segel unverschuldet streichen - in Russland, Singapur und den USA. "Das ist bitter und fühlt sich richtig kacke an. Du hast das Gefühl, du hättest gar nicht teilgenommen."

Dann heißt es: Ansprechen verboten. "Da gehen einem die Leute lieber für ein oder zwei Stündchen aus dem Weg", schmunzelt er. Trotzdem bedeutete der Gesamtrang neun rein numerisch die Einstellung seines besten Karriereresultates. Gleiches galt für den den vierten Platz mit Force India bei den Konstrukteuren. "Wir haben gemeinsam eine große Entwicklung durchgemacht. Wenn ich an 2011 zurückdenke und wie das Team da aufgestellt war, bin ich stolz drauf."

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