Jean Todt: Hersteller interessiert Kostenreduktion nicht

, 21.10.2015

FIA-Präsident Jean Todt sieht die hohen Motorenkosten für Privatteams derzeit als größtes Problem der Formel 1 - Trotzdem steht er hinter dem aktuellen Reglement

Die Diskussionen um das Motorenformat und die Kosten reißen in der Formel 1 nicht ab. Bernie Ecclestone sieht die aktuellen Turbo-Hybrid-Triebwerke als Übel des Sports. Für Kundenteams sind die Kosten zu hoch, ein Team dominiert und sorgt für Langeweile, und der ohrenbetäubende Lärm ist auch nicht mehr vorhanden. Da es keinen unabhängigen Motorenlieferanten gibt, bestimmen die Hersteller den Sport. Ein Team wie Red Bull blickt durch die Finger.

Ecclestone brachte bereits ein anderes Motorenformat ins Gespräch und plädiert weiterhin für die Rückkehr zu den alten V8-Saugern, die zumindest für Privatteams erhältlich sein sollen. Im Reglement sind derzeit nur die aktuellen Turbo-Hybride erlaubt. Dass die Kostenspirale in absehbarer Zeit nach unten gehen wird, ist seit dem Motorengipfel in der vergangenen Woche nicht absehbar.

Mercedes, Ferrari, Honda und Renault einigten sich mit der FIA darauf, dass die Antriebe auch im kommenden Jahr weiterentwickelt werden dürfen. Als Kompromiss dürfen Kundenteams (leistungsschwächere) Vorjahrestriebwerke verwenden. Der Automobilweltverband ist den Herstellern entgegen gekommen. Die Privatteams müssen für die teuren Antriebe weiterhin ihre Geldkoffer öffnen.

FIA-Präsident Jean Todt steht hinter dem aktuellen Motorenformat: "Es stimmt, dass ein Team bessere Arbeit geleistet hat, aber ein anderer Hersteller ist schon sehr nahe gekommen", spricht der Franzose beim finnischen Fernsehsender 'MTV' die Konkurrenzsituation zwischen Mercedes und Ferrari an. "Ich glaube auch, dass die anderen aufholen werden. Es ist nur eine Frage der Zeit."

Dass sich Ferrari im Vergleich zu 2014 deutlich steigern konnte, stärkt die Meinung der Reglement-Befürworter. Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch Honda nach dem schwierigen Lernjahr in der nächsten Saison viel konkurrenzfähiger ist. Trotzdem bleibt - mit Ausnahmen von Ferrari - ein Kernproblem für die Formel 1 bestehen: Hersteller kommen und gehen, und derzeit ist die Königsklasse den Herstellern ausgeliefert, da es keine Motorenalternative gibt.

Zudem werden die Privatteams von den hohen Kosten ausgehungert. Diese Gefahr sieht auch Todt: "Momentan sind die Motorenkosten für die Privatteams zu hoch, es ist viel zu teuer. Ich habe die Hersteller darum gebeten, ob sie den Preis senken könnten, aber sie scheinen nicht sehr interessiert daran zu sein. Wir müssen aber eine Lösung finden, die besser funktioniert." Trotz Druck von Ecclestone zeichnet sich in absehbarer Zeit am Horizont keine Lösung ab.

Jetzt kommentieren
Jetzt bewerten

Zum Bewerten musst Du registriert und eingeloggt sein.

Weitere Formel 1-News

Die Konkurrenz hat Entwicklungsspielraum, um auf Mercedes aufzuholen

Mercedes: "Müssen anderen Luft zum Atmen geben"

Beim Motorengipfel in der vergangenen Woche wurden die Weichen für die kommenden Monate gestellt. Mercedes, Ferrari, Honda und Renault einigten sich mit dem Automobilweltverband FIA darauf, dass auch im …

Juan Pablo Montoya beeindrucken Hamiltons Fahrkünste nicht

Montoya unbeeindruckt: Hamilton stets im richtigen Auto

Lewis Hamilton polarisiert die Sportwelt: Während die Mercedes-Teamführung den angehenden dreimaligen Weltmeister mit Lob überschüttet, sehen nicht alle Fahrer in ihm eine …

Es dauerte eine Weile, ehe Michael Schumacher Teil der Ferrari-Familie wurde

Schumacher und der Mythos Ferrari: "Interessierte ihn nicht"

Auch neun Jahre nach seinem Ausscheiden bei Ferrari ist Michael Schumacher noch immer Teil der roten Familie. Es ist fünf WM-Titeln für den Kerpener und einer Ära einer zuvor nicht gekannten …

Dreamteam: Hamilton und Rosberg begeistern Lowe und Wolff

Lowe schwärmt: Mercedes-Fahrer besser als je zuvor

Die Herangehensweise, zwei Fahrer ins Team zu holen, die sich gegenseitig zu Höchstleistungen antreiben, funktioniert bei Mercedes trotz aller Differenzen, die es in den vergangenen beiden Jahren …

Unterhalten sich Ecclestone und Horner demnächst nur noch mit ihren Anwälten?

Red Bull: Ecclestone warnt, Mercedes zuckt die Schultern

Es ist kaum noch eine Woche: Dann läuft die von Red-Bull-Patron Dietrich Mateschitz persönlich gesetzte Deadline für eine Entscheidung über einen Verbleib in der Formel 1 ab. Ehe die …

AUCH INTERESSANT
Walter Röhrl: Seine 7 besten Momente

AUTO-SPECIAL

Walter Röhrl: Seine 7 besten Momente

Walter Röhrl gehört zu den besten Rallye-Fahrern aller Zeiten und fuhr auch auf der Rundstrecke bedeutende Rennsiege ein. Jetzt wird es persönlich: Walter Röhrl kramt in seiner Fotokiste und …


Formel1.de

TOP ARTIKEL
Ford Mustang Bullitt 2018: Der erste Check und der Preis
Ford Mustang Bullitt 2018: Der erste Check und …
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im Sport-Test?
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im …
Louis Vuitton Ferrari gehört 15-jährigem
Louis Vuitton Ferrari gehört 15-jährigem
News-Abo
Jeden Morgen kostenlos per E-Mail:
Aktuelle Artikel
BMW i8 Roadster 2018 Test: So spart er Tausende Euro ein
BMW i8 Roadster 2018 Test: So spart er Tausende …
Ford Focus 2018: Der erste Check mit Insider-Informationen
Ford Focus 2018: Der erste Check mit …
Shell-Analyse: So ist der deutsche Autofahrer drauf!
Shell-Analyse: So ist der deutsche Autofahrer …
Porsche 9:11 Magazin: Die skurrilsten Reportagen im Web-TV
Porsche 9:11 Magazin: Die skurrilsten Reportagen …
Nachhaltigkeit Autoindustrie: Kommt das Ende vom Luxus?
Nachhaltigkeit Autoindustrie: Kommt das Ende vom …


Speed Heads - Sportwagen- und Auto-Magazin

Das Auto und Sportwagen Magazin mit täglich aktualisierten Auto News, Motorsport News, Auto Tests, Sportwagen Berichten und der streng geheimen Auto Zukunft. Speed Heads ist die Community für echte Auto-Fans und informiert im Sportwagen Magazin über Neuigkeiten aus der Welt der schnellen Autos.

  • emotiondrive Logo
  • Torpedo Run Logo
  • Motorsport Total Logo
  • autoaid Logo