Mercedes: "Müssen anderen Luft zum Atmen geben"

, 21.10.2015

Die Silberpfeile stimmen der Lockerung des Motorenreglements zum Wohle der Formel 1 zu: Diskussionen, dass Konkurrenz nicht aufholen kann, sind erledigt

Beim Motorengipfel in der vergangenen Woche wurden die Weichen für die kommenden Monate gestellt. Mercedes, Ferrari, Honda und Renault einigten sich mit dem Automobilweltverband FIA darauf, dass auch im nächsten Jahr die Hybrid-V6-Turbos weiterentwickelt werden dürfen. Es kommt auch weiterhin das Token-System zum Einsatz. Ursprünglich hätte die Token-Zahl für 2016 verringert werden sollen, es bleibt aber bei der Gesamtzahl von 32.

Das spielt den Konkurrenten von Mercedes in die Karten, denn es gibt nun größeren Raum für Entwicklungen und die Chance aufzuholen. Außerdem wurden weitere Beschränkungen aufgehoben: Das Kurbelgehäuse, der Ventiltrieb, ein Teil der Kurbelwelle und das Luftklappensystem sollten ursprünglich eingefroren werden. Vor allem Honda und Renault bieten sich Möglichkeiten, konkurrenzfähiger zu werden.

Um diese Änderungen beschließen zu können, musste einstimmig entschieden werden. Das heißt, dass Mercedes zugestimmt hat. Die Silberpfeile hätten auch auf dem bisherigen Reglement beharren und sich somit ihren technischen Vorsprung sichern können. Laut Toto Wolff hat Mercedes zum Wohle des Sports gehandelt: "Honda und Renault sind für uns Hersteller, von denen wir uns wünschen, dass sie wie Ferrari mit uns auf Augenhöhe kämpfen", so der Österreicher bei 'Spox.com'.

Der Mercedes-Motorsportchef betont den Wettbewerbsgedanken der Formel 1: "Wir können keine Hardliner sein und das Regelwerk immer nur in unsere Richtung optimieren. Wir müssen den anderen Luft zum Atmen geben. Honda ist ein Jahr später eingestiegen. Renault hat sich entschieden, wieder werksseitig teilzunehmen. Insofern ist eine Lockerung der Regularien im Sinne der Formel 1 und im Sinne von Mercedes."

Dass Mercedes mit dem aktuellen Antriebssystem bessere Arbeit geleistet hat als die Konkurrenz, ist ein Verdienst und nicht die Schuld der Ingenieure in Brackley. Und auch die ursprünglich geplanten Einschränkungen bei der Entwicklung waren von den anderen Herstellern abgesegnet.

Da nun die Jäger der Silberpfeile die Möglichkeit haben, ihr Produkt zu verbessern, könnte sich das Feld in Zukunft ausgeglichener gestalten. "Wir sparen uns damit die Diskussion, dass die Motorenentwicklung eingefroren ist und die anderen nicht aufholen können", hält Wolff fest. "Es gibt gleiche Voraussetzungen für alle. Ich glaube, das ist wichtig."

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