Lewis Hamilton: Gedanke an Karriereende beschäftigt ihn

, 04.12.2017

Ein fester Tagesablauf und Spieleabende mit Freunden fehlen: Warum Hamilton der Tod der Tante zum Nachdenken gebracht hat, er bei Mercedes aber verlängern will

Formel-1-Champion Lewis Hamilton liebäugelt nach eigener Aussage zunehmend mit einem Rücktritt aus dem aktiven Motorsport. Wie der 32-Jährige erklärt, beschäftige ihn zunehmend die Frage, wie sich sein Beruf mit einem erfüllten Privatleben vereinbaren lässt. "Das ist wie mit dem Wetter. Es geht darum, eine Balance zu finden", sagt Hamilton. Er hadert mit Entbehrungen, die sein zeit- und reiseintensiver Job mit sich bringt: "Es gibt Dinge, die ich in meinem Leben verpasst habe."

Eine Aussage, die Verwunderung hervorruft: Hamilton gilt abseits der Rennstrecke als Lebemann, fiel oft durch Fotos exzessiver Partys auf und zählt viele Musikstars sowie Fotomodelle zu seinen Freunden. Auch Sportarten wie Snowboarden verkneift er sich wegen des Verletzungsrisikos nicht. "Ich lebe mein Leben Tag für Tag und versuche, das Beste daraus zu machen", meint der Wahl-Monegasse, der sich Genüsse nicht verkneift: "Ich will eben ein Stück vom Kuchen und will es essen."

Hamilton, für den schon als Jugendlicher der Job hinter dem Lenkrad im Mittelpunkt stand, scheint der Wunsch nach einem Leben ohne Termindruck und Verpflichtungen zu verfolgen. "Meine Tante ist an Krebs gestorben. An ihrem letzten Tag sagte sie: 'Ich habe jeden Tag gearbeitet, weil ich geplant hatte, irgendwann aufzuhören und alle möglichen Dinge zu tun, mir ist jedoch die Zeit ausgegangen'", seufzt Hamilton, den diese Worte bis heute nicht loslassen: "Es beschäftigt mich."

Obwohl er Geld und Komfort in Hülle und Fülle genießt, gibt es Dinge, die der Mercedes-Pilot begehrt. "An einem Ort zu leben und einen festen Tagesablauf zu haben", zählt Hamilton, der mehr Zeit auf Reisen als zu Hause verbringt, auf. "Meinen Fitnessraum, einen Spieleabend mit Freunden und meine Familie." Normale Dinge, die sein Lebensstil als Formel-1-Star nicht zulässt. Er verschiebe sie geistig, sagt Hamilton - weil er als Motorsport-Rentner viel mehr Zeit dafür haben will.

Wenn die Rente beginnt, könnte Teil der Verhandlungen um einen neuen Vertrag bei der Mercedes-Mannschaft sein. Bis Ende 2018 ist Hamilton noch gebunden. Hinter den Kulissen laufen bereits die Gespräche über den nächsten Millionendeal. "Ich will weitermachen", stellt der Brite klar, "aber ich bin an einem Punkt, an dem ich mir diese Frage stelle." Gemeint ist die Work-Life-Balance.

Eine Auszeit - ein sogenanntes Sabbatjahr - ist keine Möglichkeit für Hamilton, der befürchtet, abgehängt zu werden. "Es gibt in der Formel 1 kein Zurück. Was auch passiert - du verpasst es. Ob es ein Jahr ist oder ob es fünf Jahre sind", stellt er klar. Vielmehr würde er einen Schlussstrich ziehen und eine Laufbahn abseits der Formel 1 anstreben, wenn er den Helm an den Nagel hängt: "Ich habe bei mir andere Stärken und Qualitäten entdeckt." Er spricht von Wohltätigkeitsarbeit.

Auch eine zweite Karriere scheint für Hamilton infrage zu kommen. "Mir würde es nichts ausmachen, bei einer Firma klein anzufangen und mich hochzuarbeiten", gibt er sich unbesorgt und seht neuen Herausforderungen aufgeschlossen gegenüber: "Ich hätte nichts gegen ein Praktikum und würde mich freuen, ein neues Handwerk zu lernen. Es ist spannend, es ist ein Risiko und mir gefällt die Idee. Es wäre etwas anderes, wenn ich mir um meine Rente sorgen machen müsste."

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