Mark Webbers Erinnerungen: So viel opfert Vettel für den Erfolg

, 21.10.2016

300 Riesen aus dem Privat-Portemonnaie für einen neuen Flügel: Mark Webber beschreibt in seinem Buch, welche Opfer Sebastian Vettel bereit war einzugehen...

Mark Webber beendet nach der WEC-Saison 2016 seine aktive Karriere als Rennfahrer. Grund genug für uns, durch seine Autobiografie "Aussie Grit: My Formula One Journey" zu stöbern (erschienen 2015 im Londoner Macmillan-Verlag). Darin widmet er seinem Verhältnis zu seinem früheren Red-Bull-Teamkollegen Sebastian Vettel viel Raum.

Neben der Aufarbeitung kontroverser Situationen wie etwa der legendären Kollision in Istanbul oder der ständigen Bevorzugung von Vettel durch den einflussreichen Red-Bull-Motorsportkonsulenten Helmut Marko nennt Webber auch Beispiele für Vettels unbändigen Erfolgswillen. Das erläutert er etwa am Grand Prix von Japan 2012, bei dem der Deutsche sein Privatvermögen anzapfte, um seine Siegchancen zu maximieren.

"Seb hat gezeigt, wie weit er bereit ist zu gehen, als er im Training in Suzuka 2012 crashte und seinen Frontflügel beschädigte", erinnert sich Webber. "Christian (Horner, Teamchef; Anm. d. Red.) hat mir erzählt, dass Seb spontan einen Privatjet bezahlte, um einen neuen Flügel aus der Red-Bull-Fabrik einfliegen zu lassen. Noch im Flieger arbeitete das mitreisende Personal daran. Ich schätze, der Spaß hat ihn mehr als 300 Riesen gekostet."

Dass Ersatzteile in letzter Minute aus der Fabrik eingeflogen werden, insbesondere wenn es sich dabei um eine verbesserte Spezifikation handelt, ist bei den Topteams der Formel 1 nicht ungewöhnlich. Einen solchen Aufwand hätte Red Bull an jenem Wochenende aber nicht betrieben, weil die Kosten-Nutzen-Rechnung in den Augen der Teamführung nicht stimmte. Aber Vettel wollte unbedingt den besten Flügel haben, also griff er dafür selbst in die Tasche.

Webber erzählt all diese Anekdoten ohne Verbitterung. "Ich kann aufrichtig sagen, dass Seb insgesamt ein besserer Formel-1-Fahrer ist, als ich es je war", gibt er offen zu. "Er hat einige sensationelle Qualitäten. Er hat einige Dinge angestellt, vor denen kann man nur den Hut ziehen." Allerdings glaubt er, dass sich die Regeln in den letzten Jahren in Richtung Vettel entwickelt haben: "Ich wäre gern zehn Jahre früher gegen ihn gefahren."

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