Mercedes nach Debakel: Schnelle Lösungen, keine Teamorder

, 06.06.2017

Sportchef Wolff will wie einst nach Singapur mit einem Sieg beim Kanada-Grand-Prix zurückschlagen, Ferrari sei aber Favorit - Bottas darf das Rennen gewinnen

Mercedes-Sportchef Toto Wolff will trotz der jüngsten Schwierigkeiten der Silberpfeile in der Formel-1-Saison 2017 im WM-Duell mit Ferrari zurückschlagen. Der Österreicher erinnert an den verkorksten Singapur-Grand-Prix vor zwei Jahren und das Comeback des Teams nur zwei Wochen später: "Wir setzten uns eine Deadline, um den Rückschlag zu analysieren und konzentrierten uns danach auf das nächste Rennen in Suzuka - das wir gewonnen haben", macht Wolff der Truppe Mut.

Einen ähnlichen Ansatz hätte Mercedes nach der in Teilen kaum erklärbaren Schlappe in Monaco verfolgt und im Zuge der Vorbereitung auf den Kanada-Grand-Prix Abhilfe geschaffen. "Einige der Lösungen sind kurzfristig, andere dauern vielleicht etwas länger", meint Wolff, der sich von Starpilot Lewis Hamilton Beschwerden über Reifen, die nicht ins Temperaturfenster gelangten, anhören musste. "Wir wissen, dass diese Saison ein Marathon und kein Sprint ist", wünscht er sich Geduld.

Da es auch Valtteri Bottas im Renntrimm nicht mit Ferrari aufnehmen konnte und sogar Red Bull Vorteile hatte, hat das Rennen im Fürstentum an Wolff genagt: "Am Sonntagnachmittag bin ich in Monaco jemandem begegnet, den ich sehr respektiere. Die Person fragte mich, wie ich mich nach der Niederlage fühlen würde. Ich antwortete, wie sehr es schmerzte." Es ginge nun darum, sich widerstandsfähig zu geben und wieder aufzustehen - am besten schon am Wochenende in Montreal.

"Angesichts des Streckenverlaufs könnte es für uns ein kniffliges Rennen werden", gibt Wolff zu bedenken - schließlich verschafft Mercedes' Hybridpower nicht mehr einen so gewaltigen Vorteil wie in der Vergangenheit, zumindest nicht gegenüber Ferrari. Gleichzeitig liegt die Strecke aber dem fünfmaligen Kanada-Sieger Hamilton und Bottas, der schon zweimal auf dem Podium stand.

Wegen des schwächelnden Autos alle Jetons auf den Briten zu setzen, kommt für Wolff nicht infrage. Er betont, dass Bottas Rennen gewinnen dürfe, auch wenn er Hamilton Punkte wegnehmen würde. "Wir haben zwei exzellente Fahrer und wir halten an unserer Philosophie fest, sie gegeneinander antreten zu lassen, um das Team weiterzubringen - obwohl das manchmal schwierig sein kann, da nicht immer derjenige gewinnt, der in der Weltmeisterschaft gerade vorne liegt", so der Sportchef.

Er sieht die Scuderia und Sebastian Vettel nach der Übernahme der Führung in der Fahrer- und der Konstrukteurs-WM nicht mehr in der Rolle des Außenseiters: "Es schmerzt, aber wir sind in diesem Jahr nicht die Favoriten. Im Moment ist das Ferrari." Wolff hält es mit einer US-amerikanischen Baseball-Legende: "Für die Erfolge von gestern kannst du dir heute nichts mehr kaufen. Das hat schon Babe Ruth gesagt und er hatte damit recht."

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