Mercedes nur auf eine Runde schneller als die Konkurrenz

, 07.10.2016

Nico Rosberg fährt am Freitag in Suzuka in beiden Trainings der Formel 1 die Bestzeit, doch bei den Longruns fahren Red Bull und Ferrari auf Augenhöhe

Der ersten Trainingstag der Formel 1 zum Grand Prix von Japan in Suzuka ging klar an Mercedes. Nico Rosberg vor Lewis Hamilton auf den Plätzen eins und zwei: So lautete sowohl im ersten als auch im zweiten Freien Training das Ergebnis. Dementsprechend lagen die beiden Silberpfeil-Piloten auch im Gesamtergebnis des Freitags vorne, wobei Rosberg mit einer Zeit von 1:32.250 Minuten 0,072 Sekunden schneller als sein Teamkollege war.

"Es war recht gut. Wir hatten keine Probleme mit dem Auto und haben an der Abstimmung gearbeitet", sagt Hamilton. "Wir haben eine Menge Daten gewonnen, die wir jetzt analysieren müssen. Es war ein guter Start." Auch Technikchef Paddy Lowe stellt im Gespräch mit 'Sky Sports F1' zufrieden fest: "Es gab keine Probleme, wir haben alle Arbeiten erledigt."

Probleme vielleicht nicht, aber zumindest bei Rosberg einen kurzen Aufreger. Als dieser im zweiten Freien Training aus er Box fuhr und am Boxenausgang den Start übte, kam jede Menge Rauch aus dem Auspuff seines Mercedes. Nachdem er losgefahren war, verflüchtigte sich dieser wieder. "Wir wissen noch nicht, was da los war. Das müssen wir uns noch anschauen", kann Technikchef Lowe noch keine Antwort auf die Ursache dieser Rauchentwicklung geben.

Vorsichtsmaßnahmen nach Motorschaden

Allerdings steht der Verbrennungsmotor bei Mercedes nach dem Motorschaden von Lewis Hamilton beim Rennen in der vergangenen Woche in Sepang genau unter Beobachtung. "Wir haben einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen und beispielsweise ein etwas konservativeres Öl genommen. Es ist ein Öl mit einer etwas höheren Viskosität, was zu etwas mehr Reibung führt. Das kostet ein wenig Leistung", erklärt Lowe.

Dabei handelt es sich um ein Öl, wie es vor dem jüngsten Motor-Upgrade in Spa-Francorchamps verwendet wurde. Zudem wird der Motor in einigen Bereichen mit etwas konservativeren Parametern betrieben. Insgesamt kosten diese Vorsichtsmaßnahmen laut Teamchef Toto Wolff etwa eine Zehntelsekunde pro Runde.

Abgesehen vom Schonmodus des Motors und Rosbergs Rauch erlebte Mercedes einen typische Trainingstag. "Ich hatte zu Beginn eine Menge Untersteuern. Wir mussten dann an der Abstimmung arbeiten, um eine bessere Balance zu finden", erklärt Rosberg. Das offenbar mit Erfolg, denn am Nachmittag steigerte sich Rosberg um zwei Zehntelsekunden. "Auf dem weichen Reifen waren wir auf eine Runde recht schnell und die Balance war gut", stellt er fest.

Red Bull und Ferrari bei Longruns auf Augenhöhe

Auf eine Runde sind die Mercedes die Schnellsten. Im Rennmodus waren sie das am Freitag allerdings nicht. Bei den Longruns waren die Red Bulls von Daniel Ricciardo und Max Verstappen genau so schnell wie die Mercedes, während Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen mit 1:37.1 Minuten sogar zwei Zehntelsekunden vor allen anderen Fahrern lag.

"Am Nachmittag schien der Medium-Reifen wie schon in Malaysia nicht so stark wie der harte zu sein", sagt Rosberg, der die formverbesserten Ferraris trotzdem im Rennen nicht auf der Rechnung hat. "Es sieht so aus, als seien wir vor den Ferraris, aber wir müssen noch abwarten, wo wir im Vergleich zu den Red Bull stehen", sagt er. Allerdings fuhren die Mercedes bei den Longruns die konstantesten Zeiten.

Wie viel die Erkenntnisse des ersten Trainingstags am Sonntag im Rennen wert sein werden, steht ohnehin noch in den Sternen. Denn nachdem es heute trocken war, ist für Samstag und Sonntag Regen möglich.

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