Motorsportchef Arai: Darum will Honda keine Hilfe von außen

, 02.02.2016

Obwohl Honda 2015 vor einem ganzen Berg an Problemen stand, verzichteten die Japaner aufgrund ihrer Philosophie darauf, sich Hilfe von außen zu suchen

In der Formel-1-Saison 2015 gab es mehrfach Gerüchte über Konflikte zwischen McLaren und Honda. Angesichts der teils katastrophalen Ergebnisse kommt das nicht überraschend. Ein Streitpunkt soll dabei die Arbeitsweise der Japaner gewesen sein, mit der sich das europäische McLaren-Team nicht recht anfreunden konnte. So bat McLaren Honda unter anderem darum, sich nach dem verpatzten Saisonstart Hilfe von außen zu holen. Doch die Japaner lehnten dies kategorisch ab.

"Wir besprechen die Probleme gründlich, bis wir einer Meinung sind", erklärt Hondas Motorsportchef Yasuhisa Arai gegenüber 'Nikkei Asian Review' im Hinblick auf die Kommunikation mit McLaren und verrät: "Die Gespräche waren nicht angenehm, aber auch nicht konfrontativ. Irgendwann im vergangenen Sommer fragten sie uns, ob wir ausreichend Ressourcen haben, und sie wollten wissen, warum wir alles selbst machen."

"Sie haben uns gebeten, Personal von außen heranzuziehen, was von ihrem Standpunkt aus ganz normal ist, denn in Europa werden Jobs sehr flexibel gehandhabt. Aber wir haben ihnen erklärt, dass Honda eine andere Philosophie verfolgt. Uns ist wichtig, dass wir unsere eigenen Mitarbeiter fördern. Daher ist es für uns nicht akzeptabel, dass ein Ingenieur von außen nur für drei Monate oder ein halbes Jahr bei uns ist", erklärt Arai.

Kurios: Einige McLaren-Mitarbeiter bekamen im vergangenen Jahr sogar einen Nachhilfekurs, um die japanische Kultur, und somit die Arbeitsweise von Honda, besser zu verstehen. Allerdings ließen die Ergebnisse von McLaren-Honda auch gegen Ende des Jahres 2015 noch immer zu wünschen übrig. Das Formel-1-Engagement scheint Hondas Image bisher eher geschadet als geholfen zu haben.

Trotzdem betont Arai, dass der Konzern noch immer voll hinter dem Projekt steht. Er erklärt: "Wir führen jeden Freitag zwei Testfahrten durch, zwei weitere am Samstag und noch eine am Sonntag, womit wir bei fünf Fahrten pro Woche sind. Wir verwenden Sensoren, halten nach Problemen Ausschau und generieren extrem viele Daten. So finden wir sofort heraus, welche Ursache ein gewisses Problem hat, und wir beheben es."

"Diesen Prozess wiederholen wir immer wieder und dadurch entstehen ganz natürlich erstklassige Ingenieure und Führungskräfte. Sie trainieren unter extremen Bedingungen und werden in Zukunft die Kernmitarbeiter bei Honda sein. Langfristig gesehen ist die Arbeit sehr nützlich. Unser Formel-1-Engagement ist außerdem ein symbolischer Pfeiler in Hondas Markenstrategie", betont der Motorsportchef der Japaner.

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