Nach Mexiko-Strafe: Max Verstappen kritisiert "Doppelmoral"

, 08.11.2016

Max Verstappen musste beim Grand Prix in Mexiko seinen dritten Platz abgeben und ortet eine "Doppelmoral" bei der Regelauslegung - Vettels Strafe sei gerechtfertigt

Die Schlussphase des Grand Prix von Mexiko sorgte für gleich mehrere Kontroversen. Zum einen wurde Max Verstappen der dritte Platz mit einer Fünf-Sekunden-Strafe genommen, zum anderen durfte auch Sebastian Vettel nur kurz die Atmosphäre auf dem Podium genießen, denn auch er wurde mit einer Zehn-Sekunden-Strafe belegt. Daniel Ricciardo wurde der dritte und damit offizielle Dritte des Mexiko-Rennens. Es folgten Anschuldigungen zwischen Red Bull, Ferrari und Mercedes. Im Mittelpunkt stand abermals der 19-jährige Verstappen.

Noch am Sonntag griff der Red-Bull-Pilot seinen Vorgänger Vettel verbal an. Die beiden Piloten lieferten sich am Ende des 19. Saisonrennens ein Duell um den dritten Platz. Verstappen kam dabei von der Strecke ab, Vettel sah darin einen Vorteil, der Holländer ließ ihn jedoch nicht überholen. Dafür kassierte er später die Zeitstrafe. Bereits mehrmals in dieser Saison wurde er aufgrund seiner aggressiven Fahrweise angefeindet. In Japan verteidigte er sich gegen Lewis Hamilton um den zweiten Platz so hart, dass der Weltmeister in den Notausgang musste. Strafe bekam er dafür keine.

In einer Kolumne für einen Sponsor hat sich Verstappen nun im Detail noch einmal zu den Vorfällen geäußert. "Im Japan-Grand-Prix bin ich um die zweite Position gefahren, als Lewis Hamilton versucht hat, mich auf der letzten Runde zu überholen. Ich habe mich gut verteidigt und er kam nicht vorbei. Viele Fahrer hatten ein Problem damit, wie ich mich beim Bremsen bewegt habe", schreibt er auf 'exact.com'. Daraufhin wurde auch die FIA aufmerksam und führte die "Verstappen-Regel" ein. Jegliche Bewegung in der Bremsphase wird nun von den Rennkommissaren beäugt.

Verstappens Fazit: "Anscheinend möchte nicht jeder sportlich herausgefordert werden, also wurden die Regeln geändert." Diese Regel würde jedoch den Sport verkomplizieren. "Nicht nur für die Zuschauer, auch für die Kommissare. Das war beim Mexiko-Grand-Prix offensichtlich." Der Red-Bull-Überflieger argumentiert, dass auch Hamilton die erste Kurve in der ersten Runde abgekürzt hat und dafür nicht bestraft wurde. Das kritisierte auch Daniel Ricciardo nach dem Rennen.

"Prima, aber als ich das Gleiche im Kampf gegen Sebastian Vettel gemacht habe, bekam ich eine Strafe und verlor meinen dritten Platz. Das ist eine lächerliche Situation. Ich hatte gleich wenig Vorteil dadurch wie Lewis, weil ich als Erster in die Kurve ging und als Erster wieder herauskam. Dass ich dafür bestraft werde und Lewis nicht, zeigt, dass eine Doppelmoral herrscht", glaubt Verstappen. Vettel hätte von ihm vielleicht erwartet, dass er nachgeben würde, aber er verteile eben keine Geschenke.

Die Strafe für Vettel sei gerechtfertigt, da er die "Verstappen-Regel" klar missachtet habe, so der Bullen-Sprössling. Allerdings kritisiert er die lange Verzögerung, mit der die Strafe für Vettel erst bestätigt wurde. "Es ist komisch, dass man sich das erst so viel später angesehen hat. So konnte Daniel seinen Moment auf dem Podium nicht genießen", bedauert er. Die Trophäe wurde Ricciardo erst spät am Abend in Mexiko überreicht.

Schließlich regt der abgebrühte Teenager an, dass man in der Winterpause die Regeln "unter der Lupe" ansehen und "Klarheit schaffen" sollte. Regeln seien zwar notwendig und er respektiere diese auch, jedoch müssten sie auch für jeden Piloten gelten.

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