Nico Rosberg: Top-Position für neuen Mercedes-Vertrag

, 19.04.2016

Nico Rosberg empfiehlt sich mit starken Leistungen für eine Gehaltserhöhung ab 2017, in den Vertragsverhandlungen sind aber noch zahlreiche Details zu klären

Als souveräner WM-Leader und Sieger der letzten sechs Formel-1-Rennen befindet sich Nico Rosberg derzeit in einer starken Position. Das betrifft nicht nur die sportlichen Aspekte in der Saison 2016, sondern auch seine Ausgangslage für Vertragsverhandlungen mit dem Mercedes-Team. Denn seine aktuelle Vereinbarung als Silberpfeil-Werksfahrer läuft am Jahresende aus.

Rosberg verdient derzeit geschätzte 17 Millionen Euro und damit deutlich weniger als Teamkollege Lewis Hamilton, der 2015 als amtierender Weltmeister laut britischen Medienberichten einen 27-Millionen-Euro-Deal für sich ausgehandelt hat. Aber während die Vertragsgespräche mit Hamilton für 2016 schon Ende 2014 aufgenommen wurden, hat man momentan nicht den Eindruck, dass die Verlängerung des Rosberg-Deals mit besonderer Eile vorangetrieben wird.

"Vielleicht sollten wir uns beeilen, wenn Nico weiterhin solche Leistungen liefert", lächelt Sportchef Toto Wolff. Es sei aber grundsätzlich "alles unter Kontrolle. Nico ist schon lange Teil der Familie. Er ist ein wichtiger Stützpfeiler dieses Teams und er performt hervorragend, sodass nichts dagegen spricht, mit ihm weiterzumachen. Gleichzeitig liegt der Teufel im Detail - und die Details müssen irgendwann aussortiert werden. Da haben aber beide Seiten ein gutes Gefühl."

Rosberg sieht seine Zukunft bei Mercedes

Rosberg selbst will "über Vertragssachen nicht sprechen", aber "klar" sei für ihn: "Ich fühle mich super, wir kommen von beiden Seiten her gut klar, es läuft klasse. Ich bin sicher, dass ich hier noch viele Jahre fahren werde." Der 30-Jährige befindet sich in einer relativ komfortablen Position - a) weil er momentan sportlich alles richtig macht und b) weil Mercedes keine ernsthaften Alternativen zu haben scheint, die ihm schon 2017 ebenbürtig wären.

Pascal Wehrlein steht zwar als von Wolff protegierter Mercedes-Junior bei Manor für eine Zukunft im Silberpfeil in den Startlöchern, aber ein Siegerauto käme 2017 wohl noch zu früh in seiner Entwicklung. Das weiß der 21-Jährige auch selbst. Er bekomme natürlich mit, dass Rosbergs Vertrag ausläuft, und betont: "Ich will einmal im Silberpfeil sitzen, das ist kein Geheimnis. Aber es ist noch zu früh, sich damit zu beschäftigen."

Keine ernsthaften Alternativen

Fernando Alonso hätte sehr wahrscheinlich (nicht zum ersten Mal) große Lust, wäre schnell und käme auch mit seinem Ex-Teamkollegen Hamilton inzwischen besser klar, gilt aber als schwierig im menschlichen Umgang - eine Baustelle, die Wolff und Niki Lauda eher nicht aufmachen wollen. Valtteri Bottas, über Aces Management indirekt mit Wolff in Verbindung, erlebt bei Williams gerade keine besonders erfolgreiche Phase.

Wären da noch Daniel Ricciardo und Max Verstappen - aber Red Bull wird einen Teufel tun, die zwei am höchsten gehandelten Fahrer aus dem eigenen Kader ziehen zu lassen: "Keine Chance für Mercedes", winkt Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko gegenüber 'auto motor und sport' ab. Und auch der hoffnungsvolle McLaren-Junior Stoffel Vandoorne ist zu jung und unerfahren und vor allem zu eng mit McLaren verbandelt.

Solange der "Krieg der Sterne" zwischen Rosberg und Hamilton nicht explodiert, ist eine Verlängerung von Rosbergs Vertrag zu besser dotierten Konditionen als bisher sehr wahrscheinlich. Etwas mehr Zeit, um die von Wolff angesprochenen Details zu klären, ist aber in der aktuellen Situation mutmaßlich hilfreich. Denn angesichts der Panama-Papers-Enthüllungen werden die Compliance-Beauftragten des Daimler-Konzerns diesmal besonders genau hinschauen.

Rosberg und die Panama-Papers

Die 'Tagesschau' hatte unter Berufung auf die Panama-Papers berichtet, dass das Mercedes-Team mit einer auf den Britischen Jungferninseln registrierten Firma namens Ambitious Group Limited einen Vertrag über Rosbergs Dienste als Rennfahrer abgeschlossen hat. Die Ambitious Group wiederum gehört offiziell zwei in Jersey registrierten Firmen und wird von der berüchtigten Kanzlei Mossack Fonseca in Panama verwaltet.

Zwar ist die Gründung einer Briefkastenfirma per se nichts Illegales, wie auch Rosbergs Rechtsanwalt Christian Schertz betont, und sämtliche Einkünfte seien ordnungsgemäß in Monaco versteuert worden. Doch ob der neue Vertrag angesichts des medialen Aufsehens um die Ambitious Group noch einmal in der gleichen Konstellation abgewickelt werden kann, erscheint fraglich - selbst wenn wirklich alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Jetzt kommentieren
Jetzt bewerten

Zum Bewerten musst Du registriert und eingeloggt sein.

Weitere Formel 1-News

Sebastian Vettel würde der Konkurrenz in Silber gerne wieder das Heck zeigen

Mysterium Ferrari: In Wahrheit längst so schnell wie …

Rennpech, Unfälle und Patzer der Piloten: Die ersten Grands Prix der Formel-1-Saison 2016 ließen nur bedingt einen Rückschluss darauf zu, wie stark Ferrari die Lücke zu Mercedes …

Kimi Räikkönen konnte der Konkurrenz am Freitag entfliehen

Ferrari schlägt Mercedes am Freitag: "Können näher …

Kleine Überraschung beim Freien Training der Formel 1 in Schanghai: Nicht Mercedes gab heute am Freitag in China den Ton an, sondern Ferrari war mit beiden Autos am schnellsten. Kimi Räikkönen …

Jackie Stewart empfiehlt Niki Lauda und Daimler einen Rückzug aus der Formel 1

Jackie Stewart: Mercedes sollte aus der Formel 1 aussteigen

Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Jackie Stewart findet, dass Mercedes trotz der aktuellen Siegesserie einen Rückzug aus dem Grand-Prix-Sport ernsthaft in Betracht ziehen sollte. Das wäre seiner …

Claire Williams betont, dass Williams seine eigenen Entscheidungen trifft

Williams: "Wir werden nicht von Mercedes kontrolliert"

Williams wehrt sich gegen Aussagen von Bernie Ecclestone, dass man nur eine Marionette von Mercedes sei und bei Abstimmungen grundsätzlich für die Meinung seines Motorenausstatters stimmen …

Mercedes-Boss Toto Wolff gibt Einblicke in Team-Entscheidungen

Mercedes: Rivalität der Crews führte zu Mechaniker-Wechsel

Mercedes ist auch in der Formel-1-Saison 2016 bislang das Maß aller Dinge. Nach zwei Fahrer- und zwei Konstrukteurs-WM-Titeln in Folge führt die Truppe aus Brixworth und Brackley auch nach den …

AUCH INTERESSANT
Walter Röhrl: Seine 7 besten Momente

AUTO-SPECIAL

Walter Röhrl: Seine 7 besten Momente

Walter Röhrl gehört zu den besten Rallye-Fahrern aller Zeiten und fuhr auch auf der Rundstrecke bedeutende Rennsiege ein. Jetzt wird es persönlich: Walter Röhrl kramt in seiner Fotokiste und …


Formel1.de

TOP ARTIKEL
Ford Mustang Bullitt 2018: Der erste Check und der Preis
Ford Mustang Bullitt 2018: Der erste Check und …
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im Sport-Test?
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im …
Louis Vuitton Ferrari gehört 15-jährigem
Louis Vuitton Ferrari gehört 15-jährigem
News-Abo
Jeden Morgen kostenlos per E-Mail:
Aktuelle Artikel
BMW i8 Roadster 2018 Test: So spart er Tausende Euro ein
BMW i8 Roadster 2018 Test: So spart er Tausende …
Ford Focus 2018: Der erste Check mit Insider-Informationen
Ford Focus 2018: Der erste Check mit …
Shell-Analyse: So ist der deutsche Autofahrer drauf!
Shell-Analyse: So ist der deutsche Autofahrer …
Porsche 9:11 Magazin: Die skurrilsten Reportagen im Web-TV
Porsche 9:11 Magazin: Die skurrilsten Reportagen …
Nachhaltigkeit Autoindustrie: Kommt das Ende vom Luxus?
Nachhaltigkeit Autoindustrie: Kommt das Ende vom …


Speed Heads - Sportwagen- und Auto-Magazin

Das Auto und Sportwagen Magazin mit täglich aktualisierten Auto News, Motorsport News, Auto Tests, Sportwagen Berichten und der streng geheimen Auto Zukunft. Speed Heads ist die Community für echte Auto-Fans und informiert im Sportwagen Magazin über Neuigkeiten aus der Welt der schnellen Autos.

  • emotiondrive Logo
  • Torpedo Run Logo
  • Motorsport Total Logo
  • autoaid Logo