Ferrari schlägt Mercedes am Freitag: "Können näher dran sein"

, 15.04.2016

Ferrari hat den ersten Schlagabtausch in China für sich entschieden, doch bei den Roten betont man den geringen Aussagewert am Freitag: Geht in Schanghai mehr?

Kleine Überraschung beim Freien Training der Formel 1 in Schanghai: Nicht Mercedes gab heute am Freitag in China den Ton an, sondern Ferrari war mit beiden Autos am schnellsten. Kimi Räikkönen fuhr mit 1:36.896 Minuten die Bestzeit und war damit etwas mehr als eine Zehntelsekunde schneller als Teamkollege Sebastian Vettel, der die Silberpfeile um ein weiteres Zehntel distanzieren konnte.

"Ich glaube, wir kamen auf die eine Runde ganz gut zurecht, aber ich würde die Füße trotzdem auf dem Boden lassen", erklärt der Heppenheimer nach dem Training. Denn wie immer möchte der Deutsche in einen Freitag nicht zu viel hineininterpretieren. Zudem habe der SF16-H noch reichlich Luft nach oben, wie er sagt: "Wir können uns noch verbessern, auch weil die Balance des Autos noch nicht da war, wo ich sie gerne hätte. Trotzdem war es ein ordentlicher Tag", sagt Vettel.

Die teaminterne Niederlage kann der viermalige Weltmeister an einem Freitag gut verschmerzen. Einerseits waren er und Kimi Räikkönen ohnehin auf unterschiedlichen Programmen unterwegs, andererseits geht es im Training ohnehin nicht um die vorderen Plätze. "Ich habe gesehen, wo er schneller ist. Das kann man einfach sehen, wenn man die Linien richtig lesen kann", macht er sich daher keine Sorgen und lobt: "Er hatte die bessere Runde."

Räikkönen mit Reifen noch nicht warm

Trotz der Bestzeit war Teamkollege Kimi Räikkönen heute nur unwesentlich gut gelaunt. Der Finne empfand die Bedingungen im Training heute als sehr schwierig: "Es war kein einfacher Tag. Durch den Wind oder was auch immer hat es sich ziemlich rutschig angefühlt", kommentiert der "Iceman". "Auf den Supersofts hat es sich etwas verbessert, aber es ist immer noch nicht ideal gewesen." Vor allem auf den anderen Reifentypen hat sich Räikkönen noch nicht wohl gefühlt.

"Ich habe die Mediums nur am Morgen verwendet und es hat sich nicht sonderlich gut angefühlt. Auch der Soft hat sich nicht richtig angefühlt", sagt er. "Für mich war der Supersoft der Beste, aber das ist noch zu früh. Der Wind hat es schwierig gemacht, da etwas herauszulesen." Schon während der Session schien Räikkönen mit dem Handling seines Boliden unzufrieden zu sein, wie er das Team spüren ließ: "Wollt ihr wirklich, dass ich weiterfahre? Das ist absolut...", moserte er über Funk. Das Wort danach wurde vorsichtshalber für die Öffentlichkeit überpiept.

Was die Zeiten vom heutigen Tag wert sind, wird sich wie immer frühestens morgen entscheiden, doch möglicherweise sind die Erkenntnisse von heute dann schon obsolet: "Wenn es nass sein sollte, dann ist der heutige Tag nicht so wichtig", weiß Vettel und hat dabei die Wettervorhersage im Kopf, die für den Samstag durchaus Regen sieht. Teamkollege Räikkönen nimmt es pragmatisch: "Wir werden sehen, wie die Bedingungen morgen sein werden. Wie es auch sein wird, es ist für alle gleich."

Arrivabene: Noch nichts gewonnen

Ist Mercedes dann vielleicht für die Roten endlich einmal zu bezwingen? "Das kommt darauf an, was die anderen machen", zuckt Vettel mit den Schultern, macht sich aber Mut: "Wenn wir alles richtig machen, dann könnten wir ein wenig näher dran sein." Laut Vorhersage soll sich das Wetter dann am Sonntag auch wieder von seiner guten Seite zeigen. "Von daher ist der heutige Tag nicht unnütz", merkt Vettel an.

Dann könnte es vor allem auf die Longruns ankommen, auf denen Ferrari heute im Vergleich mit Mercedes am Ende aufholen konnte. "Das ist eine Sache für Sonntag", nickt der Deutsche, möchte aber noch nicht zu viel versprechen: "Heute ist nur Freitag, von daher würde ich in die Zeiten noch nicht zu viel interpretieren", so der Heppenheimer. Und auch Teamchef Maurizio Arrivabene weiß, dass man noch nichts gewonnen hat: "Es war ein guter Freitag, aber leider steht man dadurch in der Startaufstellung nicht weiter vorne oder bekommt Punkte in der Meisterschaft."

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