Niki Lauda: "Hamilton kann einem auf den Wecker gehen"

, 15.10.2016

Nach "Hotelzimmer-gate" feuert Mercedes-Boss Niki Lauda in einem TV-Interview wieder eine kontroverse Aussage in Richtung von Lewis Hamilton

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Mercedes-Teams, Niki Lauda, gibt zu, dass er von seinem Starfahrer Lewis Hamilton manchmal genervt ist: "Hamilton kann einem auf den Wecker gehen", sagt er in einem Interview mit 'oe24.tv'. Allerdings betont er, dass er sowohl zu Hamilton als auch zu Nico Rosberg grundsätzlich ein gutes Verhältnis pflege, und zwar zu beiden völlig neutral.

Um Laudas kontroverse Aussage in den richtigen Kontext zu setzen, sei erwähnt, dass bereits die Fragestellung von Interviewer Wolfgang Fellner suggestiv formuliert war: "Aber der Hamilton ging dir ja schon relativ oft auf den Wecker", lieferte er Lauda eine Steilvorlage. Bereits im Sommer war es zu einer Kontroverse gekommen, als Lauda in einer locker gehaltenen TV-Sendung behauptete, Hamilton habe ein Hotelzimmer zerstört, diese Behauptung später aber zurücknahm.

"Ich spreche mit den Fahrern eine Fahrersprache, weil ich selbst ein Fahrer bin", erklärt Lauda. "Wenn dann die Corporate-Sprachen von Mercedes aufeinanderprallen, bin ich immer der Mann in der Mitte, der versucht, die richtigen Kompromisse für uns alle zu finden. Nämlich zuerst einmal für das Team, denn dafür bin ich mitverantwortlich, und dann auch manchmal für die Fahrer, wenn sie Dinge halt manchmal anders sehen."

"Diese Rolle kann ich, glaube ich, sehr gut machen, und komme deswegen auch mit beiden sehr gut aus", widerspricht Lauda der Wahrnehmung mancher Experten, er stehe Hamilton näher als Rosberg. Schließlich behauptet Lauda, dass er es war, der den inzwischen zweimaligen Mercedes-Weltmeister dazu überredet hat, zu den Silberpfeilen zu kommen. Diese Darstellung wiederholt Lauda im Interview mit 'oe24.at' erneut.

"Als ich das erste Mal zu Mercedes gekommen bin, damals noch als Gast, war die Frage von mir am Schluss: 'Wer fährt eigentlich die nächsten Jahre?' Da haben sie gesagt: 'Schumacher und Rosberg.' Sage ich: 'Habt ihr schon einen Vertrag mit Schumacher?' 'Nein, haben wir nicht, aber der fährt.' Und ich: 'Was ist, wenn er nicht fährt, oder wenn er nicht mehr will, wenn er aufhören will?' Antwort: 'Das haben wir uns nicht überlegt.'"

"Dann habe ich um fünf vor zwölf Lewis Hamilton von McLaren weggelotst, der kurz vor einer Unterschrift war für McLaren. Das war einer der wichtigsten Schritte", erinnert sich Lauda an sein erstes Treffen mit Hamilton, unmittelbar nach dessen Ausfall (in Führung liegend) beim Grand Prix von Singapur 2012. 2013 fuhr Hamilton schon den Silberpfeil, 2014 wurde er darin erstmals seit 2008 wieder Formel-1-Weltmeister.

Übrigens: Mit seinen angedeuteten Verschwörungstheorien um eine teaminterne Sabotage nach seinem Motorschaden beim Grand Prix von Malaysia hat sich Hamilton nicht nur Freunde gemacht. Unsere Leser glauben die Verschwörungstheorien aber nicht: 89,89 Prozent der User, die in unserem Online-Voting mehr als 2.000 Stimmen abgegeben haben, halten es nicht für möglich, dass er von Mercedes absichtlich sabotiert werden könnte.

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