Pirelli gibt Gas: 2017er-Reifen auf GP2-Fahrzeug getestet

, 21.04.2016

Nach dem grünen Licht durch das World Motor Sport Counsil gibt Pirelli Gas: Die breiteren Reifen wurden laut Paul Hembery schon auf einem GP2-Fahrzeug getestet

Die Wirren um das 2017er-Reglement sind noch immer nicht zu Ende, doch zumindest an einer Front können Fortschritte vermeldet werden: Pirelli hat nach der Zusicherung, künftig 25 Testtage pro Saison zugestanden zu bekommen, bereits Nägel mit Köpfen gemacht: Bei den neuen Reifen, die zur Saison 2017 breiter und weniger temperaturempfindlich werden sollen, werden die Italiener nun Vollgas geben. Die neuen Walzen wurden bereits an einem GP2-Boliden getestet.

"Wir haben viel Arbeit erledigt", sagt Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery gegenüber 'Autosport'. "Wir sind begrenzte Tests mit GP2-Fahrzeugen gefahren und haben uns die neuen Konzepte auf diese Weise angesehen." Viele Daten ließen sich dabei aber nicht gewinnen, schließlich kreieren die Boliden für die Nachwuchspiloten nicht genug Abtrieb, sodass die Reifen selbst auf dem aggressiven Circuit de Barcelona-Catalunya nicht ausreichend auf Temperatur gebracht werden konnten.

Für die zweite Jahreshälfte werden Ferrari, Mercedes und Red Bull Pirelli Interimsautos zur Verfügung stellen. Dabei handelt es sich um modifizierte 2015er-Boliden, die mehr Abtrieb leisten. Damit werden die neuen Pneus dann auf Herz und Nieren geprüft. Allerdings scheinen weitaus mehr Teams bereit zu sein, Pirelli zu helfen. "Es sind fünf bis sieben Teams, die zugesagt haben, dass sie dazu in der Lage seien", so Hembery. "Das ist positiv. In den nächsten Wochen werden wir wissen, was wir tun können."

Auf Pirelli warten große Herausforderungen: Die Reifen wachsen um 60 (vorne) und 80 Millimeter (hinten) in die Breite und werden künftig 305 respektive 405 Millimeter breit sein. Das gilt für alle Trockenmischungen und die zwei Nass-Reifen. "Wie man sich denken kann, müssen wir in die Regenreifen viel Arbeit investieren, weil man mit breiteren Reifen mehr Probleme mit Aquaplaning bekommt", sagt der 50-Jährige. Das erfordert eine effizientere Wasserverdrängung.

Er bestätigt noch einmal, dass es eine schwere Aufgabe für den Exklusivlieferanten sei, bis Anfang 2017 passendes Reifenmaterial zur Verfügung zu stellen. "Aber wir sind zufrieden, dass zumindest klare Regelungen getroffen wurden, wie es weitergeht. Jetzt liegt es an uns, zu liefern, was der Sport von uns verlangt. Wir wollen dem Sport und den Fahrern das geben, was sie haben wollen, und arbeiten in diese Richtung." Wegen der höheren Kurvengeschwindigkeiten der Boliden verlangen Teams und Fahrer weniger temperatursensible Reifen.

"Unser Team ist sehr motiviert und voller Ideen", kündigt Paul Hembery an. "Es ist großartig, dass wir jetzt alle Teile des Puzzles zusammengesetzt bekommen haben, was es uns erlaubt, unsere Arbeit zu machen." Die Teams sind unterdessen weiter zerstritten, ob die Änderungen wirklich das halten, was sie versprechen.

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